• Der Trageeinstieg: Das Tragetuch

    Zum Tragetuch

      2/3 aller Menschen tragen ihre Kinder. Auch hier in Deutschland wurden noch vor 200 Jahren alle Kinder vorrangig im Tragetuch getragen. Mittlerweile gibt es zwar eine große Anzahl an Tragehilfen, aber auch diese sind so, wie wir sie heute kennen, eine moderne Erfindung.

     

     

    Auch bei den Tragetüchern gibt es mittlerweile viele Unterschiede und gerade Anfänger sind oft überfordert von dem vielfältigen Angebot. Du möchtest ein Tragetuch kaufen, aber die riesige Auswahl erschlägt dich? Du hast keine Ahnung, worauf du achten solltest? Kreuzköperwebung, Diagonalelastizität und Tragetuchlänge – diese Begriffe verwirren dich nur?

    Mit diesem Problem bist du nicht allein! Der Markt an Tragetüchern wächst jedes Jahr mehr und es ist schwer, da noch den Überblick zu behalten. Deshalb habe ich hier einige Kriterien für dich ausgearbeitet, die dir bei deiner Entscheidung helfen sollen.

    1. Wer kann mit einem Tragetuch tragen?

      Grundsätzlich kann jede Mama, jeder Papa, Partner*in das Baby im Tragetuch tragen. Es braucht keine besonderen Fähigkeiten. Auch wenn das Tragen im Tragetuch erst einmal kompliziert erscheint, ist es kein Hexenwerk. 😉

     

    Kannst du beschreiben, wie du dir die Schuhe zubindest? Irgendwann hat dir das jemand gezeigt, du hast es nachgemacht: Als erstes machst du einen Knoten, dafür nimmst du die eine Senkelseite in die eine Hand, dann die andere… vielleicht hat es auch beim ersten Mal nicht geklappt. Ganz sicher musstest du etliche Schuhe binden, ehe du es konntest. Wahrscheinlich denkst du jetzt beim Schuhe binden nicht einmal darüber nach, welche Seite wo und wie herumgewunden werden muss. Genauso ist das beim Tragetuch. Natürlich musst du erst einmal lernen, welche Bahn worüber gebunden wird. 4-5 Meter sind viel Stoff. Doch mit der Zeit wirst auch du nicht einmal mehr große darüber nachdenken, welche Bahn worüber muss. Auch das Binden des Tragetuchs ist nur eine Technik, die du irgendwann ohne darüber nachzudenken, umsetzen wirst.

    2. WAS IST EIGENTLICH EIN Tragetuch?

      Ein Tragetuch ist im Prinzip ein viereckiges gesäumtes Stück gestrickter oder gewebter Stoff, der so um den Oberkörper geschlungen wird, dass ein Baby darin befördert werden kann. Tragetücher gibt es in verschiedenen Längen, in unterschiedlichen Webarten und mittlerweile werden sie von unglaublich vielen Tragetuchfirmen produziert. Beispiele für bekannte Tragetuchfirmen sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

    •  Didymos
    •  Fidella
    •  Girasol
    •  Hoppediz
    •  Kindsknopf
    •  Kokadi
    •  Lenny Lamb
    •  Little Frog
    •  Madalo (handgewebt)
    •  Mamanuka (handgewebt)
    •  Natibaby
    •  Pollora (nur noch gebraucht, Pollora ist leider insolvent)
    •  Oscha
    •  Storchenwiege
    •  Yaro (Überbreite)

    Es gibt aber auch noch einige mehr, die jedoch nicht unbedingt anfängertauglich sind.

     

    Du möchtest wissen, ob dein Tuch oder die ausgesuchte Marke anfängertauglich ist? Dann melde dich gerne bei mir und wir können darüber reden.

    3. Elastisches vs. gewebtes Tragetuch

    Tragetücher werden aus den verschiedensten Materialien bzw. Materialgemischen hergestellt.

    Dabei unterscheiden wir grundsätzlich zwischen elastischen und gewebten Tüchern:

    Elastische Tragetücher sind meist aus Jersey-Stretch gefertigt. Das wichtigste Merkmal des elastischen (eigentlich müsste der Gegenbegriff „gestrickten“ heißen) Tragetuchs ist, dass es viel flexibler als ein gewebtes Tuch ist. Dadurch ist es einfach in alle Richtungen dehnbar, währenddessen ein gewebtes Tragetuch nur in die Diagonalen dehnbar ist (= querelastisch). Dadurch ergeben sich sowohl vom Tragegefühl als auch vom Binden her verschiedene Eigenschaften. Ein elastisches Tragetuch sollte immer dreilagig über den Rücken des Babys gebunden werden, da sonst nicht genug Stütze vorhanden wäre, währenddessen ein gewebtes Tragetuch über den Rücken eines Säuglings immer einlagig gebunden wird, da sonst zu viel Druck auf der sich entwickelnden Wirbelsäule aufgebaut werden würde.

     Der Vorteil eines elastischen Tragetuchs ist, dass es sich anfangs oft kuscheliger und weicher anfühlt als ein gewebtes Tragetuch. Außerdem kann ein elastisches Tragetuch dank einer vorgebundenen Trageweise, der vorgebundenen Wickelkreuztrage, sehr schnell und einfach angelegt werden. Allerdings muss man beim elastischen Tragetuch ganz genau darauf achten, wie man das Tragetuch bindet und dass man gründlich strafft, damit das Baby am Ende nicht zusammensackt.

      Der Vorteil des gewebten Tragetuchs ist, dass es länger bequem tragbar ist. Wird ein elastisches Tragetuch je nach Hersteller ab einem bestimmten Zeitpunkt definitiv unangenehm im Schulterbreich, kann man ein gewebtes Tragetuch in der Regel von Anfang bis Ende der Tragezeit nutzen. Zudem ist des gewebtes Tragetuch flexibler, da es mehr Tragemöglichkeiten bietet. Gerade das Tragen auf dem Rücken muss beim elastischen Tragetuch ganz genau überdacht werden.

     Ergänzend muss man nur sagen, es gibt nicht DAS elastische Tragetuch. Hier gibt es unterschiedliche Hersteller, die verschiedene Dicken, Ränder, Materialien nutzen, wodurch sich unterschiedliche Eigenschaften ergeben. Genauso gibt es nicht DAS gewebte Tuch. Hier ergeben Flächengewicht, Materialzusammensetzung, Webart… völlig unterschiedliche Tücher.

    Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan von gewebten Tragetüchern bin, einfach weil sie besser zu mir und meinen Traglingen passten und genauso kann ich nur empfehlen, auszuprobieren, was am besten zu dir und deinem Baby passt. Ich kenne auch viele Trageeltern, die ihr elastisches Tragetuch lieben und super damit klarkommen.

    Elastische Tragetücher gibt es oft in standardisierten Längen, beim gewebten Tragetuch ist das anders.

    4. Mit welcher Größe bzw. Länge solltest du beim Gewebten Tragetuch starten?

     Zunächst erst einmal grundlegend. Tragetücher werden längentechnisch mit Zahlen versehen. Eine 1 ist das kürzeste Tuch eine 8/9 das längste. Mit welcher Größe bzw. Länge du starten solltest, hängt davon ab, was du binden möchtest. Ich empfehle für den Einstieg die Größe 6 (~4,60m) Wenn du besonders groß bist, kannst du gerne eine Größe mehr nehmen, wenn du besonders klein bist, eine Größe kleiner. Diese Länge eignet sich perfekt für die Einsteigerbindeweise „Wickelkreuztrage„. Entscheidest du dich für das „Känguru“ oder den „Einfachen Rucksack“ für den Einstieg reicht meist eine 4. Bedenke jedoch, dass beide Bindeweisen etwas komplexer beim Erlernen sind. Weitere Tipps dazu, wie du deine passende Tragetuchlänge findest, gibt es hier.

    5. Mit welchem Material (Blend) sollte ich beim Gewebten Tragetuch starten?

     Reine Baumwolle eignet sich perfekt als Material für das erste Tragetuch. Diese ist robust, schnell gewaschen und gerade für Einsteiger schnell eingekuschelt und somit weich und bequem. Später kann man sich ohne Probleme an andere Tragetuch-Materialien herantasten, wenn man beispielsweise etwas lockeres und luftiges für den Sommer sucht. Vom Flächengewicht her solltest du nicht zu dick starten, denn dünnere Tücher lassen sich besser starten. So empfehle ich ein Flächengewicht zwischen 190 g/m² bis 240 g/m² für den Einstieg.

    Einige Eltern starten aber auch mit Materialgemischen. Hier eine kurze Übersicht:

     

    •  Baumwolle/Wolle: wärmend im Winter und insgesamt temperaturausgleichend

    •  Baumwolle/Seide: zart und weich, außerdem kühlend im Sommer, aber sehr pflegeintensiv

    •  Baumwolle/Leinen: dünn aber stabil und weich (nach dem Eintragen), kühlend im Sommer

    •  Baumwolle/Hanf: eher schwer, dafür auch für schwerere Kinder geeignet

    6. Welche Webungen gibt es?

     Bei allen Webstoffen unterscheidet man zwischen verschiedenen Bindungen. Die meisten Tragetücher sind in Köperbindung gewebt, aber auch Leinwand- und Atlasbindung werden verwendet.

    Überblick über verschiedene Bindungen und ihre Eigenschaften:

    Kreuzköperwebung

    •  meist aus Baumwolle, aber auch Mischgewebe möglich

    •  unifarben oder Streifen

    •     Vorder- und Rückseite sehen gleich aus

    Diamantköperwebung

    •  wird oft als etwas dicker empfunden als Kreuzköper

    •  dafür sehr anschmiegsam und weich

    •  Vorder- und Rückseite sehen gleich aus

    Fischgratköperwebung

    •  solide und strapazierfähig

    •  Vorder- und Rückseite sehen gleich aus

    Jacquard (Atlasbindung)

    •  Jacquard-Tücher haben Motive, Muster oder Bilder

    •  die Oberfläche ist eher glatt und wirkt strahlend

    •  sind meist etwas dünner und erfordern mehr Präzision beim Binden

    •  Vorder- und Rückseite bilden farblich ein Positiv und ein Negativ

     Viele Trageberaterinnen empfehlen für den Start ein Streifentuch in Kreuzköperwebung. Natürlich ist das aufgrund der dichten Webung und der guten Orientierung oft eine gute Wahl. Du solltest aber vor allem darauf achten, dass die Webung dir gefällt. Es nützt niemandem, wenn du ein Tuch kaufst und am Ende doch nicht damit trägst, weil es optisch nichts deins ist.

    6. Sollte man sich ein neues Tragetuch kaufen oder reicht ein gebrauchtes?

     Für den Einstieg reicht ein gebrauchtest aber vollständig intaktes hochwertiges Tragetuch. Dieses hat den Vorteil, dass es meist schon eingetragen ist, sprich nicht mehr so hart ist. Gerade für Neugeborene ist das viel kuschliger. Auch kann man so erst einmal probieren, ob das Tuch zu einem passt, ohne viel Geld zu verlieren. Wenn es doch ein neues Tuch sein soll, beachte bitte, dies vorher zu waschen. Auch kannst du es gerne schon mit ins Bett nehmen, eifrig bekuscheln und vorbinden. So ist es startklar, sobald dein Baby da ist.

    7. Händler von Tragetüchern

     Und wo kaufst du nun am besten ein Tragetuch?

    Natürlich empfehle ich dir immer als erste Wahl einen Babyladen vor Ort. Dort kannst du die Tragetücher “durchfühlen” und die verschiedenen Längen probebinden. Außerdem unterscheiden sich die Farben und Muster doch manchmal erheblich von der Bildschirmversion. Vergiss aber nicht, dass es ein „gutes Markentuch“ sein sollte.

     

    Wenn du keinen geeigneten Babyladen in der Nähe hast, dann kannst du Tragetücher natürlich auch online bestellen. Dies geht sowohl auf den Webseiten der Hersteller als auch in diversen Onlineshops. Achte darauf, dass AGBs und Widerrufsrecht stimmen, sodass du das Tuch bei Nichtgefallen zurückschicken kannst. Eventuell möchtest du auch mehrere bestellen und dann nur eine Auswahl behalten. Wichtig ist, dass du ein qualitativ hochwertiges Tuch von einem namenhaften Hersteller kaufst und keine Tischdecke vom großen A***, denn damit wirst du keine Freude haben.

    8. Ab wann darf ich im Tragetuch tragen?

     Das Baby ist geboren und die Eltern tragen es. Egal wie, wenn nicht in Tragetuch/ Tragehilfe, dann auf dem Arm. Da macht es doch auch Sinn zur Entlastung gleich das Tragetuch zu nutzen oder?

    Tatsächlich darf man, wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht schon ab Geburt tragen. Wichtig ist, dass sich die Mama erst einmal erholt und ihr Kreislauf absolut stabil ist. Hier kann der Partner/ die Partnerin viel Entlastung bieten.

    Auch vom Baby aus gesehen, kann es sofort losgehen. Ein reif geborenes Baby ist am Körper der Bezugsperson/en sehr gut aufgehoben. Allerdings sollte man gerade bei den Minis darauf achten, dass das Köpfchen gut gestützt ist. Zudem darf das Baby nicht komplett im Tragetuch versinken. (Freie Atemwege!)

    Alles in allem gibt es kaum etwas Schöneres als sein kleines Baby im Tragetuch ganz nah bei sich zu tragen. Das Bonding wird für Tragling und Trageeltern unterstützt, dein Baby hört deinen Herzschlag, fühlt sich geborgen und weint weniger.

    9. Das Tragetuch - nur ein Stück Stoff?

     Bevor ich Kinder hatte, hielt sich mein Interesse für verschiedene Stoffe und Materialien in Grenzen. Klar, ich trug Kleidung und sah mir dort die Farben an, doch war es mir ziemlich gleich, woraus dieses Stück Stoff bestand.
    Dann bekam ich meinen ersten Sohn, unablegbar. Er wollte nur an meinem Körper getragen werden. Ich konnte nicht alleine duschen gehen, nicht alleine essen, er wollte bei mir sein, immer und überall, mein Mann lieh sich unser erstes Tuch – ein Stück Stoff, so dachte ich.

    Ich band mein erstes Tragetuch. Er schlief sofort ein, ich hatte meine Hände frei. Konnte endlich wieder machen, was ich wollte. Dieses Stück Stoff gab mir Freiheit und Unabhängigkeit, meinem Sohn Nähe, Geborgenheit und uns beiden Bindungsaufbau zueinander.

    Ich versuchte alleine, ihn auf dem Rücken zu tragen und scheiterte kläglich, also lud ich Mamas zu mir ein und wir tauschten uns aus. Über Tücher, die ein halbes Vermögen kosteten. Ich lernte unterschiedliche Materialien, Längen, Flächengewichte und Bindeweisen kennen. Meine Leidenschaft wurde erweckt. Ich sammelte, kaufte, verkaufte und jagte dieses eine Stück Stoff. Mit meiner überschwänglichen Energie steckte ich unglaublich viele Mamas an, wir trafen uns regelmäßig, tauschten uns aus, ich wurde Stück für Stück zum Experten, gründete einen Trageblog und machte schlussendlich meine Ausbildung zur Trageberaterin für ein Stück Stoff.

    Nun bin ich auch in der 2. Tragzeit wieder in der Trageszene unterwegs, schaffe neue Erinnerungen, habe mich mit tollen Kollegen vernetzt, lerne noch unglaublich viel und merke, dass es noch neue Marken, neue Bindeweisen, neue Stücke Stoff zu entdecken gibt. Nach nunmehr 7 Jahren kann ich sagen: Nein! Ein Tragetuch ist nicht nur ein Stück Stoff: Es ist die Einschlafhilfe schlechthin, der Seelentröster bei Traurigkeit, Transportmittel, ein modisches Accessoire, das Verbindungsstück zwischen Mamas, das Sportstudio bei Bindechallenges oder im Haushalt, es ist einfach so viel mehr als ein Stück Stoff. 💚

    10. Wie lerne ich, das Tragetuch zu binden?

      Für den Einsteig empfehle ich dir, die Bindeweise „Wickelkreuztrage“ zu erlernen, diese kannst du im „Tragemomente 2Go!“-Onlinetragekurs erlernen. Hier erlernst du deine erste Bindeweise mit dem Tragetuch!

    Im Kurs findest du mein geballtes Tragewissen für Schwangere und Trageeinsteiger, sowie 2 Module mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum sicheren und ergonomisch korrekten Tragen deines Babys in der Wickelkreuztrage mit dem elastischen und dem gewebten Tragetuch.

    Im Kurs hast du zwei Möglichkeiten, dir die Bindeweise mit dem Tragetuch anzueignen: entweder du lernst du Bindeweise im Gesamtdurchlauf mit allen Tipps und Tricks ausführlich erklärt kennen, oder du erarbeitest dir die Einheiten in kleinen Schritten. Dafür ist dieser zweite Teil komplett untertitelt. Du kannst also den Ton abschalten, wenn dein Baby z.B. gerade bei dir schläft und erkennst trotzdem alle Details. Außerdem ist der Kursteil hochkant aufgenommen, damit du ihn bequem auf dem Handy anschauen kannst.

    Also starte auch du jetzt mit dem Tragetuch und webe dir tolle Erinnerungsmomente in dein Stück Stoff!

  • Pflege des Tragetuchs

    Du hast ein neues, wunderschönes Tuch und wirst es natürlich erst einmal waschen. Doch die Frage ist, wie?
    Grundsätzlich sollte man ein Tuch immer nach HERSTELLERHINWEIS pflegen. Falls du die Zeichen nicht entziffern kannst, findest du hier eine Erklärung:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Textilpflegesymbol
     
    Ist kein Hinweis vorhanden, gilt folgendes:

    Für das Waschen von Tüchern gilt generell:

    Orientiere dich bei der Pflege an dem empfindlichsten Garn:

     Du möchtest weitere Informationen zu Tragetüchern und deinem Tragestart? Dann klicke hier.

  • Wickelkreuztrage

    Warum die Wickelkreuztrage?

    Im Video deute ich es schon an: Keine Bindeweise habe ich selbst so oft verwendet wie die Wickelkreuztrage. Du siehst sowohl mein erstes Wickelkreuztragebild (noch ganz schief und krumm gebunden) als auch eine Auswahl an folgenden Bildern mit beiden Jungs. Ich habe dabei sowohl das elastische als auch gewebte Tragetücher verwendet. 💚

     Nun zum einen ist sie super bequem. Das ist natürlich immer subjektiv, jedoch war das Feedback von den Eltern bisher dazu überwiegend positiv. Mit ganz wenigen Ausnahmen ist die Wickelkreuztrage immer die Startbindeweise.

    Das liegt unter anderem sicher auch daran, dass man im Gegensatz zu anderen Bindeweise eben ein Kreuz unter dem Po bindet. Diese Kreuz gibt Sicherheit, denn das Baby kann sich zu keinem Zeitpunkt aus der Bindeweise befreien. Gerade für Anfänger ist das ein gutes Gefühl. Egal, was für Fehler man macht, das Baby kann nicht herausrutschen.

    Außerdem ist die Bindeweise, wenn man sie erst einmal beherrscht, auch wirklich nicht schwer zu binden. Es gibt natürlich einige Tricks und Kniffs, die die Wickelkreuztrage perfektionieren, jedoch kann meiner Meinung nach mit ein wenig Hilfestellung jede/r diese Bindeweise gut und schnell lernen.

     Deswegen war die Wickelkreuztrage auch die erste Bindeweise für die ich mich in meinem „Tragemomente 2 Go!“-Onlinetragekurs entschieden habe. Dort bekommt man ganz genau gezeigt, wie die Wickelkreuztrage gebunden wird. Gerade Anfänger übersehen in kompletten Videos oft die feinen Nuancen und hilfreiche Tipps, so dass das Ergebnis dann leider doch nicht so wie erwünscht ist.

    Was benötigt man für die Wickelkreuztrage?

     Du benötigst zum Erlernen der Bindeweise ein Tragetuch.

    Dieses sollte etwa eine Größe 6 (4,70m +/-) sein. Wenn du besonders groß bist, empfehle ich dir eher ein längeres Tuch, wenn du besonders klein bist, ein kürzeres. Schau, dass du ein Tuch von einem namenhaften Hersteller kaufst.
    Zum Einsteig muss es kein besonders teures Tuch sein, es kann gebraucht gekauft werden. Dein Tuch solltest du vorab waschen und einkuscheln.

    Wann ist eine Wickelkreuztrage fest genug gebunden?

     Wenn man sich nach vorne beugt und keine Lücke zwischen Kind und Tragendem entsteht und man auch nicht das Gefühl hat, mit den Händen zusätzlich stützen zu müssen.

     Der Trick: Wichtigster Trick bei der Wickelkreuztrage ist, strähnchenweise festzuziehen – als Orientierung für den Anfang – mindestens 8 Mal pro Seite Strang für Strang durcharbeiten und gründlich festziehen. Das kann am Anfang etwas länger dauern, sparte am Ende aber Energie, da später nicht erneut nachgezogen werden muss. Cool oder? Diesen und weitere Tricks, zeige ich dir ganz genau in meinem „Tragemomente2Go!“-Onlinetragekurs

    Kann ich mir nicht auch ein Youtube-Video anschauen?

     Klar kannst du das. Gerne kannst du einmal danach googlen und du erhältst: 21.400 Ergebnisse. Welches ist wohl das Richtige? Kann man in einem 3 minütigen Video überhaupt alles lernen?

     

    Ich sage NEIN!

     

    Schließlich möchtest du dein Baby nicht nur irgendwie ins Tuch bringen, sondern sicher und ergonomisch korrekt einbinden. Deshalb empfehle ich dir, die Bindeweise einmal ordentlich und gründlich zu lernen.

     

    Es ist nicht nötig, …

    ❌… dich auf der Suche nach Tipps noch nachts durch unzählige Blogs und YouTube-Videos zu wühlen, nur um mit mehr Fragen ins Bett zu gehen.

    ❌… dir alles alleine beibringen zu müssen und niemanden um Rat fragen zu können, nur um allen zu beweisen: „Ich schaffe es auch alleine!“

    ❌… die Unsicherheit zu behalten: „Mache ich das auch alles richtig, schade ich meinem Baby auch nicht.“

     Im Gegensatz zu den Videos auf Youtube etc. erarbeiten wir gemeinsam Stück für Stück die neue Bindeweise „Wickelkreuztrage“. Es gibt kleine Kurzvideos mit Erklärungen zu jedem Bindeschritt, damit du am Ende jedes noch so kleine Detail erkennst.

    Du kannst die einzelnen Schritte als Lektionen verstehen, die du anklicken, wiederholen, üben und nacheinander ausprobieren wirst und ganz am Ende erst kannst du die komplette Bindeweise mitbinden.

    Mit dem Onlinetragekurs:

    ✅ … wirst du die Bindeweise in deinem Tempo einmal gründlich erlernt haben und musst nicht im Nachhinein Fehler ausmerzen.

    ✅ … hast du eine Ansprechpartnerin, die du bei Unsicherheiten per Mail oder Messenger immer um Rat fragen kannst und sei es nur, um die Bestätigung zu haben, dass du alles richtig machst.

    ✅… kannst du dir ganz sicher sein, dass die einzelnen Schritte sehr exakt und sicher erklärt sind. Seid 2016 bin ich Trageberaterin und habe nun schon unzählig viele Eltern in Kursen, Einzelberatungen und auf Messe begleitet.

    Du lässt dein Baby definitiv nicht fallen, straffst so sauber, dass die Atemstütze immer gewährleistet ist und weißt ganz genau, wie du die Anhock-Spreiz-Haltung für die Entwicklung der Hüfte ganz genau nutzt.

  • Zeitangaben zum Tragen

    Immer wieder fragen mich Mamas, ab wann darf… mein Kind überhaupt getragen werden, auf den Rücken, in die Tragehilfe… hier dazu ein Überblick.

    Ab Wann darf ich mein Baby tragen?

     Ab Geburt!

    Noch einmal: Ja es ist möglich direkt ab Geburt zu tragen, insofern keine medizinischen Einschränkungen vorliegen, natürlich.

    Einige Voraussetzungen gibt es natürlich. Der Kreislauf der Mama muss stabil sein, sie sollte keine Schmerzen beim Tragen haben, vorsichtig starten und sich nicht übernehmen, es heißt ja nicht umsonst WochenBETT, was bedeutet, dass die Mama die ersten 8 Wochen am besten mit Baby im Bett kuschelt, kuschelt, kuschelt… Aber hier kommen die Partner*innen oder andere Caregiver ins Spiel. Diese können, insofern es der Mama passt, entlastend eingreifen und das Baby im Tuch oder in der Trage übernehmen.

     Die meisten Eltern starten bei kleinen Säuglingen tatsächlich mit einem Tragetuch, die am häufigsten verwendeten Bindeweisen ist die „Wickelkreuztrage“. Wichtig ist aber gerade beim Säugling, dass das Tuch gut an das Baby angepasst wird und sauber und stabil gebunden wird. Zudem ist es empfehlenswert nicht zu viel Druck auf die Wirbelsäule zu bringen und alle gewebten Tücher einlagig zu binden. (ACHTUNG: elastisches Tragetuch dreilagig – für mehr Infos dazu hier klicken)

    Wenn du dir da unsicher bist, du Fragen hast, oder du deine erste Bindeweise gründlich und ausführlich lernen möchtest, dann empfehle ich dir den Onlinetragekurs: „Tragemomente 2Go!“.

    Ab wann darf ich mein Baby in einer Tragehilfe tragen?

     Im Netz geistern zum Startzeitpunkt zum Tragen in der Tragehilfe verschiedene Angaben herum.
    Das Baby ist geboren und die Eltern tragen es. Egal wie, wenn nicht in Tuch/Trage, dann auf dem Arm. Da macht es doch auch Sinn zur Entlastung gleich die Tragehilfe zu nutzen oder? Gerade wenn Eltern ihre Lieblingstragehilfe schon gefunden haben.

     

    Eine wichtige Voraussetzung: Die Trage muss auf das Baby eingestellt werden. Der Steg (das Stück zwischen den Kniekehlen) muss passen und die Anhock-Spreiz-Haltung möglich sein. Gegebenenfalls kann man hier mit einem Band zusätzlich abbinden. Der Stoff am Rücken sollte möglichst wenig Druck ausüben (dafür hilft es z.B. nach Möglichkeit beim Fullbuckle die Schnallen am Hüftgurt einzuklicken) und trotzdem keine Falten schlagen und gut stützen.

     

     Gerade bei den Minis ist es wichtig, dass das Köpfchen gut gestützt ist, zudem darf das Baby nicht komplett in der Tragehilfe versinken. (Freie Atemwege!) Dafür kann man je nach Trage (schaut einfach in die Anleitung oder bucht euch eine Beratung) das Rückenteil extra verkürzen, z.B. indem man den Hüftgurt einmal umklappt. Wählt auch unbedingt die kleinste Größe eurer Tragehilfe und kauft nicht schonmal für später.

     

    Von Neugeboreneneinsätzen rate ich in den allermeisten Fällen ab. Hierbei wird das Baby „eingeklemmt“ und der Rücken platt gedrückt. Eine abgebundene gut verkleinerte Trage erfüllt jedoch alle Bedingungen dafür, dass man sie direkt von Geburt an verwenden kann. Lediglich bei Frühchen gibt es eine Ausnahme. Da würde ich unbedingt eine Trageberatung empfehlen, aber auch da ist das Tragen z.B. im Sling meist sehr schnell möglich.

     

    Alles in allem gibt es kaum etwas Schöneres als sein kleines Baby im Tuch oder einer bequemen Trage ganz nah bei sich zu tragen. Das Bonding wird für Tragling und Trageeltern unterstützt, dein Baby hört deinen Herzschlag, fühlt sich geborgen und weint weniger. Der Start in die große Welt wird immens erleichtert.

    Ab wann darf ich mein Baby auf dem Rücken tragen?

     Wenn du noch kein Baby eingebunden hast, empfehle ich dir mit dem Tragen vor dem Bauch zu starten. Theoretisch funktioniert die Rückentrageweise „Einfacher Rucksack“ als einlagige Bindeweise ab Geburt, aber das Tragen auf dem Rücken hat einige Herausforderungen und Tücken, die überwunden werden müssen. Deshalb solltest du die Front-Bindeweisen erst optimieren und dich dann langsam an die neuen Bindeweisen herantasten.

     Zudem halte ich die komplette Kopf- Rumpfkontrolle für eine wichtige Voraussetzung, um mit dem Rückentragen alleine oder im Onlinetragekurs zu starten. Ich empfehle daher mit dem Rückentragen frühestens ab dem 3. oder 4. Monat bzw. wie schon erwähnt erst bei guter Kopf-Rumpfkontrolle zu starten. Dann möchte das Baby meistens auch mehr sehen.

    Ab wann darf ich mein Kind mehrlagig in ein gewebtes Tragetuch binden und ab wann darf ich es in den Onbu nehmen?

     Mehrlagige Bindeweisen empfehle ich generell ab Sitzalter, da hat sich die Wirbelsäule schon gut entwickelt und der zusätzliche Druck ist nicht mehr so gravierend, außerdem wird das Baby da meistens auch etwas schwerer und mehrere Lagen entlasten meist auch den Tragenden, da das Gewicht besser verteilt wird.

    Auch der Onbu (Onbuhimo) wurde früher ab diesem Alter empfohlen. Allerdings funktioniert dieser gut eingestellt (kein Zug im Nacken, kein Druck am Rücken) mittlerweile auch schon vorher.

     Ich persönlich finde diese Altersangaben oft ziemlich dogmatisch (auch wenn ich verstehe, dass man gerne etwas zum Orientieren haben möchte) und würde sie einschränken.

    Entlastet dich eine mehrlagige Bindeweise so sehr, dass der Nutzen überwiegt (dein Baby nimmt keinen Schaden, die Wirbelsäule muss eben nur mit mehr Druck klarkommen) dann nutze sie und lass dir von den ganzen Zeitangaben keine Angst machen!

    Ab wann sollte man nicht mehr tragen?

     Die Antwort darauf ist ganz einfach: Sobald Tragende oder Tragling nicht mehr wollen!

     

    Es gibt verschiedene Phasen, da signalisiert der Tragling ganz deutlich, dass er nicht mehr möchte. Der erste „Tragestreik“ ist schon mit 3/4 Monaten, da gibt es einen großen Entwicklungssprung – meistens reicht es hier, das Baby auf den Rücken zu binden, damit es wieder möchte. Der zweite ist meistens so um 1 Jahr herum, wenn das Baby anfängt zu krabbeln oder laufen. Hier wird es meistens anstrengend, weil das Baby tatsächlich ständig laufen möchte, aber noch nicht wirklich schnell vorwärts kommt. Ich hatte hier meistens die Tragehilfe bzw. den Ringsling dabei, um schnell ein und aus zu binden.

     

    Danach kommt oft noch einmal eine intensive Kuschelphase und danach wird das Tragen tendenziell doch weniger.

     

    Auch gibt es Eltern, denen das Gewicht des Babys dann langsam zu schwer wird. Das ist völlig OK.

     

    Ihr müsst die Babys nicht mehr in die Schule tragen… Das gibt sich Stück für Stück von alleine.

     

    Eine der häufigsten Fragen ist: Wie gewöhne ich meinem Baby das Tragen ab? GARNICHT! Du musst deinem Baby nichts abgewöhnen. Ein Buggy wird auch ziemlich lange genutzt, warum nicht auch die Trage, so lange sie alle Beteiligten wohl fühlen?

    Wenn du dich nicht mehr wohl damit fühlst, kannst du mit deinem Kind reden, erkläre ihm, warum das nicht mehr geht und biete ihm Alternativen an. (Buggy, Fahrradanhänger…) Solch eine Umgewöhnung muss aber sanft sein, denn das Tragen ist auch für das Baby nicht nur Fortbewegung, es ist Nähe, Liebe und der sichere Hafen.

     Die folgende Übersicht habe ich vor einigen Jahren angefertigt, um Eltern über die ganzen „Ab wanns…“ zu informieren. Vielleicht hilft dir diese Zusammenfassung auch weiter:

  • Trage-Lexikon: Abkürzungen und Erklärungen

    Vollkommen ATTA*… ich lese in einigen Facebook-Gruppen mit und verstehe nichts, überall nur Buchstabensalat – deshalb hier ein kurzer Überblick über die gängigsten Abkürzungen und Fachbegriffe sortiert nach Anfangsbuchstabe in einem kleinen Trage-Lexikon.


    *Anonyme Tragetuchabhängige 😉

  • 7 Gründe, warum Tragejacken rocken!

    Eine Tragejacke hält dich und dein Kind warm und ist einfach superpraktisch! Es gibt sie aus verschiedenen Materialien wie Wollwalk, Softshell, Baumwollsweat oder Fleece und natürlich wie immer von etlichen Herstellern.

     Zugegeben, Tragejacken sind meist keine Schnäppchen. Warum sich die Investition dennoch lohnt, erkläre ich hier:

    1. Tragejacke in der Schwangerschaft

     Du kannst sie bereits in der Schwangerschaft tragen! Gute Tragejacken haben einen Schwangerschaftseinsatz, der anders geschnitten ist als der Babyeinsatz. Wenn dein Baby dann da ist, tauschst du einfach die Einsätze aus und voilà!

    2. Weniger anziehen dank Tragejacke

     Du brauchst dein Baby nicht so dick einpacken. Gerade in der kalten Jahreszeit ist es oft schwer einzuschätzen, wie warm ein Kind angezogen werden sollte. Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt: Der wichtigste Rat für Eltern ist: Babys immer am Körper tragen!” – sagt Kinderarzt Prof. Joachim Gardemann aus Münster, der seit Jahren für das Rote Kreuz weltweit Einsatz ist. “Im Kinderwagen oder einer Babyschale kann es schnell zu einer Unterkühlung kommen. Deshalb ist es besser, sich die ganz Kleinen beispielsweise mit einem Tuch vor den Bauch zu binden und den eigenen Mantel drüber zu schließen. Körperwärme ist der beste Schutz.”

    3. Einfaches Binden unter der Tragejacke

     Dadurch, dass dein Kind unter einer Tragejacke weniger dick angezogen sein muss, fällt auch das Tuchbinden oder das Anlegen einer Babytrage leichter. Du kannst besser festziehen und stützen und so ist es bequemer für euch beide.

    4. Ausziehen der Tragejacke

    Wenn du ins Warme kommst, kannst du die Jacke ganz einfach ausziehen! Kennst du folgende Situation? Dein Kind ist im warm eingepackt in der Trage eingeschlafen. Du gehst in ein Gebäude und hast nun entweder die Möglichkeit, dein Kind aus der Trage herauszunehmen – akute Aufwachgefahr – oder es weiterschwitzen zu lassen… Unter einer Tragejacke hat dein Kind nicht (viel) mehr an als auch bei euch zu Hause. Ziehst du die Tragejacke aus, könnt ihr euch beide akklimatisieren.

    5. Rückentragen

     Du kannst mit einer Tragejacke auf dem Rücken tragen! Ja das ist überhaupt der beste Grund!

    Rückentragen hat enorm viele Vorteile für dich und dein Kind. Doch im Winter trauen sich viele Eltern nicht, denn wie soll das Kind warm gehalten werden? Und überhaupt, das Kind im dicken Anzug über der eigenen Winterjacke einzubinden ist unbequem und stressig, und führt außerdem zu übermäßigem Schwitzen, bevor du überhaupt das Haus verlassen hast.

    Deshalb: erst das Kind auf den Rücken befördern, dann die Tragejacke gekonnt über euch beide schwingen und los geht’s.

    Tragejacke auf dem Rücken

    6. Zwei Kinder unter der Tragejacke tragen

    Bei vielen Herstellern kannst du einen zweiten Babyeinsatz zusätzlich kaufen. Dann ist es dir sogar möglich, zwei Kinder gleichzeitig zu tragen. Zum Beispiel das Große auf dem Rücken und das Kleine vor dem Bauch. Oder du bist schwanger und hast den Schwangerschaftseinsatz vor dem Bauch eingezippt und trägst dein großes Kind auf dem Rücken.

    7. Tragejacke nach der Tragzeit?

     Deine Tragejacke kann dich auch nach der Tragzeit noch begleiten. Vor allem hochpreisige Jacken sind so konzipiert, dass sie auch ohne Einsätze gut sitzen. Sie sind langlebig und qualitativ hochwertig.

    Probier eine Tragejacke deshalb beim Kauf auch IMMER ohne Baby im Tuch/in der Trage an!

    Bildtutorial - Tragejacke vorn

     Weiter geht es mit der einfacheren Variante vorne.
    Jacke: Mamalila Tragemantel mit Kapuze – schwarz/beere aus dem tragemaus.de-Testpaket
    Trage: Hop-Tye

    1.  Sortiere dir die Jacke und den Trage-Einsatz zusammen. (Nicht mit dem Schwangerschaftseinsatz verwechseln.)
      2. Verbinde den Einsatz auf einer Seite mit dem Reißverschluss der Jacke. (Einige Jacken haben auch Knöpfe, hier muss eine Seite eingeknöpft werden)
      3. Entscheide, ob du eine Kapuze brauchst oder nicht, bei einigen Jacken kann diese weggeknöpft werden.
      4. Ziehe dir die Jacke ganz normal an und den Einsatz über den Körper des Kindes, lass den Knopf dabei frei.
      5. Verbinde den Einsatz auf der anderen Seite mit dem Reißverschluss der Jacke.
      6. Stelle den Einsatz so ein, dass dein Kind gut geschützt ist, jedoch die Atemwege frei sind.

    Sicherheitshinweis zur Tragejacke!

    Tragejacke_Hinweis

     Egal was passiert, die Atemwege des Babys müssen immer frei bleiben! Weder Kapuze, Kopfstütze, die Jacke an sich, Schal…dürfen komplett über das Gesicht des Babys gezogen werden.
    Als Orientierung: Du musst immer das Näschen des Babys sehen können.

    Bei der Tragejacke auf dem Bild von Viva la Mama Berlin ist es ziemlich praktisch, dass man die Öffnung oben vorm Gesicht des Babys verschließen kann, so zieht der Wind nicht rein und man bleibt warm. Aber auch hier gilt, darauf zu achten, dass das Gesicht des Babys frei ÜBER der Jacke liegt und das Näschen sichtbar bleibt.

    Übrigens: Wusstest du, dass es auch spezielle Schals dafür gibt, die Eltern und Kinder miteinander verbinden? So bleiben beide warm und die Atemwege frei. Praktisch oder?

    Hersteller von Tragejacken

     Hier findest du eine Liste an Herstellern von Tragejacken, die nur nach dem Alphabet sortiert sind. Wie immer gilt, teste, welche Jacke am besten zu dir passt:

     

    • Bonprix
    • Finkid
    • GoFuture
    • Limas
    • Mamalila
    • MaM Babyidea
    • Seraphine
    • Verbaudet
    • Viva la Mama Berlin
    • Wombat
  • Tragehilfen

     

    Tragehilfe, Babytrage, Tragesack, Manduca, Tragegurt, Tragehilfe, Kraxe… es gibt unglaublich viele Bezeichnungen für Tragehilfen. Doch was ist eigentlich eine Tragehilfe?

     

    Tragehilfen sind Hilfsmittel mit denen ein Kind am Körper befördert wird, ohne dass ein Tuch verwendet wird. Dieser Definitiv nach sind auch Hände Tragehilfen und das stimmt. Jede Mama trägt ihr Kind – ständig! Zusätzliche Hilfsmittel können jedoch dieses Tragen erleichtern. Mama hat die Hände frei und trotzdem das angeborene Nähebedürfnis des Kindes erfüllt.

    Auswahl der Tragehilfe

     Doch wie genau wählst du deine passende Tragehilfe aus?

    Starten wir mit einem Gedankenexperiment:

     

    Stell dir vor, du suchst das erste Mal in deinem Leben eine Hose aus und gehst in ein riesiges Bekleidungsgeschäft. Du siehst das grelle Licht, riechst den Duft von neuer Kleidung und schaust dich einmal im Laden um. Dort erblickst du ein Regal: rechts unten liegen schwarze Jeans, darüber Leggins, gegenüber hängen grüne Stoffhosen, darunter liegen blaue Cargo.

    Du probierst die erste Hose an und sie geht nicht einmal über die Oberschenkel. Die nächste Hose sitzt viel zu locker und rutscht wieder herunter. Vollkommen genervt möchtest du schon das Geschäft verlassen, Hosen sind nichts für dich!

    Da kommt eine Verkäuferin auf dich zu. Sie erzählt dir von den Eigenschaften der verschiedenen Materialien, misst deine Größe, zeigt dir einige tolle Exemplare. Du schlüpfst in die empfohlene Hose und sie passt. Die Beine sind noch etwas lang, aber da zeigt dir die Verkäuferin, dass man die einfach umkrempeln kann. Du bist glücklich und erleichtert. Hosen sind toll!

    So Ähnlich funktioniert das mit Tragehilfen

     So ähnlich funktioniert das mit den Tragehilfen. Viele Eltern sind beim ersten Besuch im Babygeschäft von der Tragehilfenauswahl völlig überrascht, hängen dort im Laden doch schon etliche Tragen. Im zweiten Geschäft gibt es noch einmal ganz andere Modelle, die Freundin wiederum empfiehlt noch eine ganz andere Trage und das mit dem Binden, das sieht doch auch super kompliziert aus. Im Internet stößt du nun auf einen Trageshop und siehst, es gibt ja noch viel mehr! Möglicherweise hast du auch schon das eine oder andere Modell ausprobiert, aber es war noch nichts dabei. Vielleicht denkst du sogar, ach dann lass ich es lieber. Ich will ja nichts falsch machen – Tragehilfen sind nichts für mich!

    Aber so schlimm ist die Auswahl nicht. Es gibt zwar unglaublich viele Hersteller und Systeme, allerdings lassen sich alle Tragehilfen grob in drei Kategorien einteilen – abhängig davon, ob man sie binden kann, ob sie mit Schnalle sind oder sowohl als auch. Nur DREI – das klingt doch gut. Schauen dir also die Übersicht einmal an.

    Überblick über die Tragehilfen

     Es gibt erst einmal grob 3 verschiedene Arten von Tragehilfen: Mei Tais (Meh Dais), Halfbuckle und Fullbuckle.

     

    • Eine Mei Tai (Meh Dai) wird komplett gebunden, allerdings anders als ein Tragetuch mit 4 (bzw. 6) Gurten, die an einem Rückenteil befestigt sind. (Spezialfall: Wrap Conversion = komplett aus Tragetuchstoff, wird genauso gebunden)

     

    • Ein Halfbuckle hat einen Hüftgurt zum Klicken. Er wird zusätzlich mit 2 Bändern im Schulterbereich gebunden.

     

    • Ein Fullbuckle wird nicht gebunden, sondern hat nur Schnallen. Eine befindet sich am Hüftgurt und eine am oberen Rücken im Schulterbereich.

     

    • Auf Onbus/ Onbuhimos und Ring-Slings, die auch zu den Tragehilfen gehören, gehe ich an anderer Stelle noch einmal ein.

     

    • Selten gibt es auch Podaegis = Tragehilfe ohne Hüftgurt wird mit den auffächerbaren Schultergurten gebunden.

    Auswahl einer Tragehilfe

     Alle Tragehilfen müssen die gleichen Kriterien erfüllen, um sicher und ergonomisch zu sein?

    Achte bei der Auswahl einer Tragehilfe darauf, dass von deinem Baby eine ergonomisch korrekte Haltung – die Anhock-Spreiz-Haltung eingenommen werden kann. Hängen die Beine in der Tragehilfe nach unten, ist die Haltung nicht korrekt!

     Die Tragehilfe sollten sich an den Rücken des Kindes anpassen und nicht umgedreht. Dafür eignen sich Tragehilfen aus Material, das dem eines Tragetuchs ähnelt besonders. Einige Firmen stellen auch direkt aus ihren Tragetüchern Tragehilfen her.

    Die bekanntesten Tragehilfen der Firmen Manduca und Ergobaby, die es auf fast allen Flohmerkten gibt, sind ein Kompromiss und oft nur eine kurze Zeit einsetzbar. (ab Größe 74 bis die Beine des Kindes den Steg überragen) Die jeweiligen Neugeborneneinsätze sind sehr umstritten und werden von Trageberatern meist nicht empfohlen. Solltest du dich für diese Firmen entscheiden, dann schau dir die aktuellen Modelle, wie die Manduca Twist oder den Ergobaby Adapt an. Hier sind große Verbesserungen vorgenommen worden.

    Merkmale guter Tragehilfen

     In den Slides siehst du den genauen Vergleich zwischen einer nicht geeigneten und einer guten ergonomischen Tragehilfe.

     Die Merkmale habe ich in einer Datei zum Herunterladen für dich zusammengefasst:

     

    Checkliste hier groß downloaden!

    Tipps

    3 Hinweise zur Tragehilfe

    Hersteller ergonomischer Tragehilfen

     Diese Tragehilfenhersteller habe ich schon getestet und kann ich weiterempfehlen:

    Buzzidil, Didymos, Emeibaby, Ergobaby, Fidella, Fräulein Hübsch, Girasol, Hoppediz, Huckepack, Kokadi, Lenny Lamb, Limas, Madame Jordan, Mamo, Manduca, Ruckeli, Schmusewolke, Simpleebaby, Storchenwiege, Yaro

    uvm.

    Aber Achtung: Du solltest jetzt nicht den erstbesten Hersteller nehmen und kaufen. Du musst die beste Tragehilfe finden! Lies dir also erst einmal den folgenden Absatz durch.

    Was ist die beste Tragehilfe?

     Im letzten Kapitel habe ich dir einen Überblick über die bekanntesten Tragehilfenhersteller gegeben. Sicherlich soll ich dir jetzt eine Marke, ein Modell, einen Hinweis darauf geben, was die beste Tragehilfe ist. Ist ist vielleicht die teuerste? Die neuste Tragehilfe? Ich muss dich leider enttäuschen.

     

    Auf die Frage, was die beste Tragehilfe sei, gibt es nur eine Antwort: Die beste Tragehilfe passt zu dir und deinem Tragebaby.

    Aja… und was bedeutet das?

    Finde deine passende Tragehilfe

     Nun zu jeder Mama, zu jedem Papa, jeder Bezugsperson kann eine andere Trage passen. Die einen mögen lieber einen breiteren Hüftgurt, die anderen geschwungene Schulterpolster, die nächsten brauchen etwas zum Klicken, wieder andere binden lieber. Und es ist alles richtig.
    Die beste Tragehilfe passt zum Träger und zum Tragling. Sie schmerzt nicht, erfüllt alle Kriterien für ergonomisches Tragen und das Baby weint nicht dauerhaft darinnen.

    Welches System, welcher Hersteller das für dich ist, kann ich dir leider nicht sagen. Hier kann ich nur raten zu probieren!

    OK und wo und wie starte ich jetzt am besten? Muss ich mir alle Tragehilfen kaufen? Das ist doch viel zu teuer?

    Nein, natürlich nicht!

    Deine individuelle Tragehilfen-Lösung

     Ich rate dir, dir einen Platz in den Onlinetragekurs: „Tragemomente 2Go!“ zu sichern. Dort stelle ich dir alle Tragehilfensysteme mit Bildern und Videos vor. Du hast im dazugehörigen Workbook Platz, um dir Notizen und Anmerkungen zu den einzelnen Modellen zu machen. Hierbei grenzt du deine Auswahl schon einmal ein.

    Danach kannst du dir nach deinen Vorstellungen zusammen mit mir ein Testpaket erstellen und du probierst dich durch deine Auswahl. Um zu erfahren, wie du die Tragehilfen alle anlegst, gibt es ganz ausführliche Erklärvideos von mir. Am Ende checken wir im gemeinsamen 1:1 Live-Termin, ob alle Einstellungen zu 100% passen – perfekt und einfach für dich und dein Baby.

    Vergiss nicht, gerne auch das Tragetuch auszuprobieren, vielleicht ist es ja auch unerwarteter Weise etwas für dich. 😉

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