Tragetuch oder Tragehilfe – Wo fange ich an?

In diesem Artikel hast du dich darüber informiert, warum es sinnvoll ist, sein Baby zu tragen. Nun möchtest du dein Baby tragen, super! Aber nun stellst du dir sicherlich die Frage: Wo fange ich da überhaupt an? Es gibt so unglaublich viele Möglichkeiten und du möchtest Orientierung im Tragedschungel?

Schauen wir uns dafür erste einmal die Definitionen an. Was ist überhaupt ein Tragetuch und was ist eine Tragehilfe?

Tragetuch

Tragetücher

Das Tragetuch ist ein etwa 3 -5 m langes Stück Stoff. Es besitzt die Form eines Parallelogramms. Der Stoff kann sowohl gestrickt werden (elastisches Tragetuch) als auch gewebt (gewebtes Tragetuch). Im Gegensatz zur Tragehilfe muss das Tuch gebunden werden. Das hat Vor- und Nachteile.
Der größte Vorteil ist, dass sich das Tuch absolut flexibel an jede Körperform des Babys und des Trägers anpasst. Man kann es sowohl an das kleine Neugeborene als auch an den großen Toddler anpassen. Jede Mama, jeder Papa kann es egal wie groß oder klein er oder sie ist, binden.
Meistens ist es auch günstiger als eine Tragehilfe, es gibt gebraucht gute Tücher für 20-30€, aber auch neuwertige Schnäppchen.
Zudem ist das Tragetuch unglaublich langlebig. Muss man eine Tragehilfe nach einer Zeit austauschen, weil sie dem Baby zu klein geworden ist, reicht das Tragetuch die gesamte Tragzeit.
Es passt in jede Wickeltasche und lässt sich auch später für das Tragen auf dem Rücken problemlos verwenden.
Gerade für kleine Babys gibt es kaum etwas Gemütlicheres als so ein kuscheliges Tragetuch.
Wo ist denn nun der Haken? Nun wir erinnern uns an die Definition, so ein Tragetuch sieht so garnicht fertig aus. Das heißt, um darin ein Baby tragen zu können, muss man es erst binden. Und das schreckt Eltern oft ab. Erwischt?
Aber keine Panik, mit guter Anleitung und etwas Übung ist das kein Problem. Jede neue Herausforderung hört sich erst einmal schwer an, denkt zum Beispiel an das erste Mal Fahrrad fahren, und jetzt denkt wahrscheinlich keiner mehr darüber nach und radelt einfach und so kann es euch auch bald mit dem Tragetuch gehen.

Eine ausgebildete Trageberaterin kann dir deinen Einstieg erleichtern. Ich biete zum Beispiel ein Anfänger-Seminar zu genau diesem Thema an. Auch kannst du eine Online-Beratung buchen und gerade für den Einstieg eignet sich mein Easywrap-Wickelktreuztragekurs perfekt. So kannst du auch innerhalb kürzester Zeit zum Bindeexperten werden. Möchtest du erst einmal nur probieren, ob das Tragen etwas für dich ist, dann kannst du auch erst einmal ein Miettuch ausleihen und das Binden im Tragekurs oder im Rahmen einer Online-Beratung testen.

Du möchtest mehr über Tragetücher und ihre Unterschiede erfahren? Schau dir doch einmal diesen Beitrag an.

Tragehilfe

Tragehilfe einstellen

Tragesack, Manduca, Tragegurt, Tragehilfe, Kraxe… es gibt unglaublich viele Bezeichnungen für Tragehilfen, die alle die verschiedenen Systeme vernachlässigen.
Bleiben wir erst einmal ganz allgemein: Tragehilfen sind Hilfsmittel mit denen ein Kind am Körper befördert wird, ohne dass ein Tuch verwendet wird. Dieser Definitiv nach sind auch Hände Tragehilfen und das stimmt. Jede Mama trägt ihr Kind – ständig! Zusätzliche Hilfsmittel können jedoch dieses Tragen erleichtern. Mama hat die Hände frei und trotzdem das angeborene Nähebedürfnis des Kindes erfüllt.

So gibt es z.B. Mei Tais, die komplett gebunden werden. Sie können als so genannte Wrapcons komplett aus Tragetuchstoff bestehen. Im Unterschied zum Tuch ist jedoch die Trage an sich vorgeformt mit einem Rückenteil und 4 Bändern/ Trägern. Außerdem findet man oft Halfbuckles vor. Half=halb, buckle=Schnalle. Das heißt, der Hüftgurt wird mit einer Schnalle geschlossen, die Träger werden wie bei der Mei Tai gebunden.
Schlussendlich gibt es noch die Fullbuckles, die so kann sich jeder bei der Übersetzung denken, vollständig per Schnallen geschlossen werden. Neben dieser am weitesten verbreiteten Tragehilfen gibt es auch noch Sonderformen wie den Onbu, Podaegi, Hüftsitze… und sogar der Sling, der nichts anderes als ein Tuch mit Ringen ist, gehört dazu. Mittlerweile produzieren etliche Hersteller auch Hybridsysteme, die in einer Art Baukastensystem individuell zusammengestellt werden können bzw. in sich umbaubar sind.

Was ist denn nun die beste Tragehilfe?!

Sorry, die gibt es nicht. Beziehungsweise doch! Ich kann sie euch nur nicht nennen. Wie jetzt?

Zu jeder Mama, zu jedem Papa, jeder Bezugsperson kann eine andere Trage passen. Die einen mögen lieber einen breiteren Hüftgurt, die anderen geschwungene Schulterpolster, die nächsten brauchen etwas zum Klicken, wieder andere binden lieber. Und es ist alles richtig. Die beste Tragehilfe passt zum Träger und zum Tragling. Sie schmerzt nicht, erfüllt alle Kriterien für ergonomisches Tragen und das Baby weint nicht dauerhaft darinnen.
Welches System, welcher Hersteller das für dich ist, kann ich dir leider nicht sagen. Hier kann ich dir nur raten zu probieren!

Aber auch hier kann ich dir den Einstieg erleichtern. Zum einen biete ich selbst Onlineberatungen mit Testpaketen an und zum anderen habe ich einen Kooperationspartner, bei dem ihr problemlos eine Tragehilfe zum Anprobieren bestellen könnt. Ich helfe euch dann online bei der Tragehilfeneinstellung.

Du möchtest mehr über Tragehilfen und ihre Unterschiede erfahren? Schau dir doch einmal diesen Beitrag und diesen Beitrag an.

Tragetuch oder Tragehilfe: Vor- und Nachteile im Überblick

Da dieses Thema so zentral und entscheidend ist, gibt es dafür natürlich auch eine Podcast-Folge:

Wofür auch immer du dich entscheidest, wenn du Unterstützung haben möchtest, dann melde dich bei mir: zufallsmoment@yahoo.com