• Tragetuch oder Tragehilfe – Wo fange ich an?

    In diesem Artikel hast du dich darüber informiert, warum es sinnvoll ist, sein Baby zu tragen. Nun möchtest du dein Baby tragen, super! Aber nun stellst du dir sicherlich die Frage: Wo fange ich da überhaupt an? Es gibt so unglaublich viele Möglichkeiten und du möchtest Orientierung im Trage-Dschungel?

    Schauen wir uns dafür erste einmal die Definitionen an. Was ist überhaupt ein Tragetuch und was ist eine Tragehilfe?

    Das Tragetuch

     Das Tragetuch ist ein etwa 3 -5 m langes Stück Stoff. Es besitzt die Form eines Parallelogramms. Der Stoff kann sowohl gestrickt werden (elastisches Tragetuch) als auch gewebt (gewebtes Tragetuch). Im Gegensatz zur Tragehilfe muss das Tuch gebunden werden. Das hat Vor- und Nachteile.

    •  Der größte Vorteil ist, dass sich das Tuch absolut flexibel an jede Körperform des Babys und des Trägers anpasst. Man kann es sowohl an das kleine Neugeborene als auch an den großen Toddler anpassen. Jede Mama, jeder Papa kann es egal wie groß oder klein er oder sie ist, binden.
    • Meistens ist es auch günstiger als eine Tragehilfe, es gibt gebraucht gute Tücher für 20-30€, aber auch neuwertige Schnäppchen.
    • Zudem ist das Tragetuch unglaublich langlebig. Muss man eine Tragehilfe nach einer Zeit austauschen, weil sie dem Baby zu klein geworden ist, reicht das Tragetuch die gesamte Tragzeit.
    • Es passt in jede Wickeltasche und lässt sich auch später für das Tragen auf dem Rücken problemlos verwenden.
    • Gerade für kleine Babys gibt es kaum etwas Gemütlicheres als so ein kuscheliges Tragetuch.

     Wo ist denn nun der Haken? Nun wir erinnern uns an die Definition, so ein Tragetuch sieht so garnicht fertig aus. Das heißt, um darin ein Baby tragen zu können, muss man es erst binden. Und das schreckt Eltern oft ab. Erwischt?
    Aber keine Panik, mit guter Anleitung und etwas Übung ist das kein Problem. Jede neue Herausforderung hört sich erst einmal schwer an, denkt zum Beispiel an das erste Mal Fahrrad fahren, und jetzt denkt wahrscheinlich keiner mehr darüber nach und radelt einfach und so kann es euch auch bald mit dem Tragetuch gehen.

    Eine ausgebildete Trageberaterin kann dir deinen Einstieg erleichtern. Gerade für den Einstieg eignet sich mein Onlinetragekurs: „Tragemomente2Go!“ perfekt, um die erste Bindeweise mit den Tragetuch zu erlernen. So kannst du auch innerhalb kürzester Zeit zum Bindeexperten werden.

    Du möchtest mehr über Tragetücher und ihre Unterschiede erfahren? Schau dir doch einmal diesen Beitrag an.

     Tragesack, Manduca, Tragegurt, Tragehilfe, Kraxe… es gibt unglaublich viele Bezeichnungen für Tragehilfen. Manche Tragehilfen haben einen breiten Hüftgurt, manche einen schmalen, einige weisen geschwungene Schulterpolster auf, andere gerade, es gibt sogar Tragehilfen mit tuchähnlichen Schultersträngen. Sprich der Markt ist unglaublich vielfältig. Diese Vielfalt lässt Eltern gerade am Anfang erste einmal vor einem unlösbaren Entscheidungsproblem stehen, allerdings ist so auch garantiert für jedes Tragepaar etwas dabei. Du musst nur herausfinden, welche Tragehilfe für dich und dein Baby geeignet sind.

    So gibt es Tragen, die komplett gebunden werden oder mit Schnallen geschlossen werden.

    Hier kannst du dich genauer mit den Systemen vertraut machen.

    • Der große Vorteil der Tragehilfe ist, dass sie sich einfach schneller anlegen lässt. Außerdem fühlen sich viele Trageeltern sicherer, wenn sie eine Tragehilfe nutzen, denn diese hat meist einen Hüftgurt, der zuerst geschlossen wird, danach kann das Baby ganz sicher nicht mehr herausrutschen.
    • Allerdings gibt es unglaublich viele Tragehilfenmodelle. Hier ist es nicht immer ganz leicht, das ideale System zu finden.
    • Zudem ist eine Tragehilfe auch teurer als ein Tragetuch.
    • Außerdem passt sie auch nicht so lange. Es gibt unterschiedliche Größen und wenn das Baby das Maximum erreicht hat, muss man die Tragehilfe auswechseln, damit sie wieder passt.

     

    Tuch oder Tragehilfe - wofür soll ich mich nun entscheiden?

     

    Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Auch ich war am Anfang völlig erschlagen von den vielen Systeme und hatte keine Ahnung, wofür ich mich entscheiden soll. Ich habe unglaublich viel Zeit und Geld ins Testen gesteckt. Ausprobiert, verworfen, neu gekauft…. das alles kannst du dir ersparen!

    Deshalb gibt es den Tragemomente 2GO! – Onlinetragekurs, in dem ich dir in anschaulichen Videos alle Unterschiede genau erkläre und du eine fundierte Entscheidung für das richtige System treffen kannst.

  • „Mein Baby will nicht getragen werden…“

    Den Satz „Mein Baby will nicht getragen werden…“ höre ich leider ab und zu von Eltern. Und ich bin mir sicher, dass das so stimmt, wie sie es erzählen. Ich meine damit nicht, dass ein Baby mal weint oder meckert beim Einbinden, das kann passieren. Meistens beruhigt es sich kurz danach wieder. Ich denke an Babys, die wirklich ununterbrochen weinen und sich erst durchs Ausbinden beruhigen lassen. Ja auch das gibt es, leider.
    ⁣Aber ich bin der Meinung, dass die meisten der Babys ein Problem hatten, das man hätte lösen können. Mein 2. Kind war dank starker Blockaden und KiSS auch kein Tragebaby, aber kaum war es eingerenkt, war das Tragen kein Problem mehr. Wenn euer Start also schwierig war oder ist, klickt euch durch, was die Ursache sein könnte:

    Was kann ich tun, wenn mein Baby nicht getragen werden will?

    1. Babys haben oft ganz feine Antennen dafür, wie sich ihre Eltern fühlen. Ist ihnen etwas unangenehm, kann sich das auf das Baby übertragen und es will nicht getragen werden. Die Lösungsidee: Übe die Bindeweise ganz in Ruhe mit einer Puppe. Erst wenn du dich sicher fühlst, bindest du dein Baby zügig ein.
    2. Ich werde schlecht gelaunt, wenn ich Hunger oder Durst habe. Dein Baby auch. Binde es am Anfang frisch gestillt oder gefüttert ein. Es kann natürlich auch sein, dass ein ganz voller Bauch drückt, in diesem Fall solltest du etwas abwarten, ehe du dein Baby einbindest. Probiere einfach verschiedene Momente aus.
    3. Auch wenn sich dein Baby sonst unwohl fühlt, es krank ist oder mal muss, kann es sein, dass es das Tragen als unangenehm empfindet. Hier könntest du es erst einmal abhalten oder die Windel wechseln. Je nach Symptomen lohnt sich das Tragen bei Krankheit trotzdem. So wird beispielsweise Fieber nachweislich gesenkt. Allerdings solltest du dein Baby nicht dauerhaft in eine unangenehme Situation bringen. Das Ziel ist, zu vermeiden, dass Kinder etwas Unangenehmes mit dem Tragen verbinden.
    4. Die Tageszeit kann Einfluss darauf haben, ob dein Baby getragen werden möchte. Ist es hellwach, dann kannst du es einfach später noch einmal probieren. Ist es vollkommen übermüdet, lohnt es sich auszuprobieren, eine Runde (draußen) zu laufen. Dann kann es sein, dass dein Baby trotzdem sehr schnell einschläft.
    5. Zu Blockaden bzw. KiSS habe ich schon meine Erfahrungen verlinkt. Hier lohnt sich ein Besuch beim Spezialisten. Dieser kann dir sicherlich weiterhelfen. Beobachte, ob dein Kind auch in anderen Situationen mit weinen reagiert. Vielleicht hat es eine Lieblingsseite, mag keine Mützen, hockt beim Hochnehmen nicht richtig an, streckt ein Bein immer ab… hier lohnt sich die Rücksprache mit deiner Hebamme. Teile ihr deine Beobachtungen mit, sie weiß bestimmt die richtigen Ansprechpartner in deiner Region. Und lass dich nicht verunsichern: du bist die Mama bzw. der Papa. Wenn du das Gefühl hast, etwas stimmt nicht, dann gehe dem nach und lass dich nicht abweisen!
    6. Ein Grund kann natürlich die Trage/ das Tuch/ die Bindeweise selbst sein. Mein großes Kind mochte zum Beispiel keine elastischen Tragetücher. Die waren ihm zu wenig stabil und gaben ihm zu viel Spielraum, er brauchte es eng und wollte Widerstand bzw. sich selbst richtig spüren. Hier gilt es herauszufinden, was dein Baby mag. Probiere verschiedene Bindeweisen oder Tragehilfen aus. Eine Trageberatung wird dir dabei helfen, das für dich passende Tragesystem zu finden.

    Möchte dein Baby nicht getragen werden, kann es sein, dass einer der Gründe zutrifft, es gibt allerdings noch weit mehr und komplexere Zusammenhänge, vom Geburtstrauma beim Baby bis hin zur postnatalen Depression bei der Mama.

    Wichtig ist: Setze dich und dein Baby nicht unter Druck. Du kannst jederzeit mit dem Tragen anfangen, lass dir Zeit, kommt erst einmal in der neuen Situation an, probiert es später erneut. Hole dir ggf. Unterstützung. Manche Babys müssen sich auch erst einmal an die neue Situation gewöhnen. Hier können schon 5 Minuten am Tag genug sein und ihr baut ganz langsam, in Ruhe und in der Kommunikation miteinander (weinen ist nämlich die Art der Kommunikation deines Babys) eine Tragebeziehung auf.

    Baby will nicht getragen werden - Lösungen

    Übrigens haben wir dem Thema „Tragen und Weinen“ auch eine ganze Podcastfolge mit Experteninterview gewidmet. Höre gerne einmal rein:

  • Wie du den Ringsling lieben lernst! Die Ringsling-Tipps!

    Wer kennt es nicht? Das Kind läuft und möchte nur mal kurz wieder auf den Arm und dann wieder runter und wieder hoch. Ein Tuch lohnt sich nicht, eine Tragehilfe auch nicht. Eine Übergangsphase für Laufanfänger… hier schafft der Ringsling Abhilfe.

     

    Ich finde, der Ringsling ist die am meisten unterschätzte Tragehilfe! Deshalb habe ich hier Tipps für dich vorbereitet, mit denen du den Ringsling lieben lernen wirst.

     

    Doch zunächst einmal wollen wir klären, was ein Sling genau ist und für wen er sich eignet.

    Was ist ein Ringsling?

    Ein Ringsling ist ein kurzes Tragetuch, meist mit einer Länge von 1,80 bis 2,20 Metern. An einem Ende des Tuches befinden sich zwei übereinanderliegende Metallringe. Die Ringe sind festgenäht und können in ihrer Position nicht verändert werden. Mit dem Ringsling kannst du vor dem Bauch, auf der Hüfte und auch auf dem Rücken tragen.

    Vorteile: Für wen eignet sich ein Ringsling?

     Ein Ringsling ist sowohl für Frühchen, für Babys, als auch für Laufkinder geeignet.

    Schon früh- und neugeborene Kinder können prima im Ringsling transportiert werden. Durch die Diagonalelastizität des Tragetuchs werden die Frühchen optimal gestützt und das Einbinden geht mit etwas Übung recht flink. Außerdem können auch die Kleinsten bereits auf der Hüfte getragen werden. Und da deine Hüfte schmaler ist als dein Bauch, werden die Beine deines Babys nicht unnötig weit geöffnet.

     

    Babys werden im Alter von drei bis vier Monaten meist merklich neugieriger. Eltern beklagen sich während dieser Entwicklungsstufe oft, dass ihre Kinder sich nicht mehr tragen lassen wollen und sich stark wegbiegen. Wir interpretieren dieses Verhalten so, dass die Babys mehr sehen möchten und empfehlen deshalb das Tragen auf dem Rücken oder auf der Hüfte.

     

    Bei Laufkindern ist der Ringsling eine leichte und platzsparende Möglichkeit, immer eine Trage für “Notfälle” dabei zu haben. Denn auch ältere Kinder werden mal müde oder quengelig und wollen auf den Arm. Da kann der Sling Abhilfe schaffen und auch die Größeren für kurze Strecken transportieren.

     

    Zudem ist er sehr klein und leicht, perfekt für die Handtasche. Hier liegt auch dauerhaft ein Ringsling im Auto und wartet auf die kleineren und größeren Notfälle.

    Nachteile des Ringslings

     Der Ringsling ist jedoch eine asymmetrische Tragehilfe. Das heißt, dass das Gewicht nur auf einer Schulter-/Rückenseite lastet. Je schwerer dein Kind ist, umso kürzer wirst du es im Ringsling tragen wollen. Wo deine persönliche Schmerzgrenze liegt, findest du am besten selbst heraus. Manche Eltern empfinden schon 10kg zu schwer, andere tragen 12kg noch mühelos.

    Den Sling trägt man also in der Grundtrageweise auf nur einer Schulter. Das bedeutet alles Gewicht lagert auch auf einer Schulter. Es kann sogar sein, dass man etwas schief läuft. Da muss man sich selbst kontrollieren.

     

    Ich empfehle deshalb die Schulter zu wechseln, also beispielsweise am nächsten Tag die rechte statt der linken Schulter zu verwenden.

     

    Und wie ich mittlerweile weiß, ist der Ringsling nichts für Durchstreckerkinder. Oft haben Kinder zwischenzeitlich Phasen, in denen sie gerne ihre Beine durchstrecken, in dem Fall ist eine Tragevariante mit Sicherungskreuz praktischer.

    Jetzt kommen sie aber endlich, die Ringsling-Tipps:

    1. Wie finde ich meine passende Slinglänge heraus?

     Um deine Slinglänge herauszufinden, nimmst du ein Maßband und misst den Abstand von deiner Schulter zur gegenüberliegenden Hüfte, dann verdoppelst du den den Wert und fügst 20 cm hinzu. Das ist dann deine Mindestgröße. Längere Slings sind kein Problem, mit Longslings kannst du noch Extrabindeweisen zaubern.

    Beim Kauf eines Ringslings musst du aufpassen, dass die Slinglänge zks gemessen wurde. Das bedeutet „zur kurzen Seite“, denn in der Regel hat ein Ringsling eine abgeschrägte Kante und damit das Slingstück reicht, müssen deine Maße bis zur kurzen Seite passen.

    2. Raffung vs. Scherenfaltung

    Es gibt verschiedene “Typen” von Ringslings. Die Unterschiede beziehen sich darauf, wie die Ringe am Tuch angebracht sind. Hier siehst du beide Varianten im Vergleich:

     geraffter Sling (Storchenwiege)

     Sling mit Scherenfaltung (Didymos)

    Mit welchem “Typ” Ringsling du besser zurecht kommst, findest du am besten selbst heraus. Die überwiegende Mehrheit der Eltern aus meinem Beratungsalltag bevorzugen jedoch den gerafft genähten Sling.

    3. Sortierung des Tuches in den Ringen

     Um den Ringsling wirklich bequem zu binden, erfordert es viel Übung und einiges an Präzision.

    Nachdem du den Tuchstoff durch die Ringe gezogen hast, empfehle ich, den Stoff zu sortieren. Achte darauf, dass sich die obere und die untere Tuchkante auch jeweils oben und unten im Ring befinden und dass sie nicht verdeckt werden. Es sollten sich keine Wülste bilden, der Stoff ist optimalerweise gleichmäßig im Ring verteilt. Das wird dir die Arbeit beim Festziehen ungemein erleichtern.

    4. Position der Ringe

    Bevor du dein Kind aufnimmst, achte auf die Position der Ringe. Sie sollten sich jetzt noch auf oder gar hinter deiner Schulter befinden. Wo genau, wirst du mit der Zeit herausfinden. Die Position ist abhängig davon, wie groß dein Tuchbeutel vor dem Festziehen ist: Je lockerer der Beutel (und je kleiner dein Kind), umso mehr rutschen die Ringe beim Festziehen nach unten. Viele finden es angenehm, wenn die Ringe nach dem Straffen des Tuches direkt unter dem Schlüsselbein liegen.

    5. Position deines Kindes

    Entscheide schon beim Hereingleitenlassen deines Kindes in den Beutel über die gewünschte Position. Das heißt im Klartext: wenn du dein Baby vor dem Bauch tragen möchtest, lasse es von deiner Schulter vor den Bauch gleiten. Möchtest du dein Baby lieber auf der Hüfte tragen, lasse es von der Schulter auf deine Hüfte gleiten. Wenn dir dein Tuch doch verrutscht, heb dein Kind unter dem Po kurz an und schieb dir das Tuch wieder zurecht. Die Ringe sollten sich zu diesem Zeitpunkt immernoch auf deiner Schulter befinden!

    6. Das Tuch auf deiner Schulter

     Damit der Sling wirklich bequem sitzt, sollte das Tuch gut über deiner Schulter verteilt sein. Achte schon vor dem Festziehen darauf, dir das Tuch hinunter auf deinen Oberarm zu ziehen. Du kannst dir merken, die Hälfte des Tuchs sollte auf der Schulter liegen, die andere Hälfte auf dem oberen Teil deines Oberarms. Nichts ist unangenehmer, als wenn das gesamte Tuch auf deiner Schulter liegt und dir in die Halsmuskeln einschneidet.

    7. Festziehen des Ringslings

     Der Ringsling sollte strähnchenweise festgezogen werden. Beginne mit der Kopfkante und arbeite dich dann einmal durch das gesamte Tuch.

    Achte besonders darauf, die Pokante ordentlich zu straffen, denn beim Ringsling gibt es kein Sicherheitskreuz oder Knoten unter dem Po des Kindes wie beim den meisten Bindeweisen mit dem Tragetuch.

     

    Wichtig ist, dass du immer in die Richtung ziehst, aus der das Tuch kommt. Nur dann verwurschtelt sich der Stoff nicht in den Ringen.

    Deine andere Hand kann bei jedem Festziehen dein Kind ein wenig anheben. Das erleichtert dir deine Arbeit erheblich.

    8. Die Kopfkante beim Ringsling

     Ziehe ganz zum Schluss nochmals die Kopfkante fest. Du kannst sie entweder in den Nacken deines Kindes schieben, wenn es gerade wach ist. Oder du kannst sie bis über die Ohren ziehen, um den Kopf zu stützen. Straffe die Kante einfach nach, falls sie sich gelockert hat. Die Atemwege müssen immer frei bleiben.

    9. Die Kippung des Ringsling

     Ich empfehle, den Ringsling gekippt zu tragen. Das bedeutet, dass das Tuch vor dem Einfädeln in die Ringe auf dem Rücken einmal umgeschlagen wird.

    Die Kippung bewirkt eine straffere Kopfkante und insgesamt einen symmetrischeren und stabileren Sitz deines Kindes. Deshalb empfinden viele Eltern den gekippten Sling als angenehmer. Probier am besten selbst aus, ob für dich die gekippte oder die ungekippte Version die bequemere ist.

    Hinweis: Slings mit Scherenfaltung können nicht gekippt getragen werden!

    10. Arm(e) raus beim Ringsling

    Ältere Kinder mögen es oft nicht so gern, wenn sich ihre Arme im Tuch befinden. Wenn du dein Kind jedoch nur bis unter die Achsel einbindest, wird es schnell schwer – vor allem, wenn es sich mit Vorliebe nach hinten lehnt. Probier doch einmal aus, nur den hinteren Arm aus dem Tuch zu nehmen. Die meisten Kinder sind mit der hinzugewonnen Freiheit zufrieden. Für dich ist das Gewicht dann angenehmer zu tragen und du hast keine “helfenden Hände” im Weg.

    11. Stillen beim Ringsling

     Das großartigste am Ringsling ist, dass das Stillen darin so einfach ist. Kipp einfach die Ringe an, lass dein Kind ein wenig nach unten sinken, mach deine Brust frei und leg dein Kind an, und zieh danach wieder strähnchenweise fest. Wenn du magst, kannst du den restlichen Tuchstoff über den Kopf deines Kindes legen, um dein Dekolleté zu verdecken und dein Kind vor Licht und Geräuschen zu schützen. Wichtig ist auch hierbei natürlich, dass alle Aufmerksamkeit beim Baby bleibt, damit es sich nicht verschluckt.

    12. Herausnehmen deines Kindes aus dem Ringsling

     Wenn du dein Kind aus dem Sling nehmen möchtest, kipp die Ringe nach oben und zieh den Tuchbeutel etwas auf. Achte darauf, den Beutel nur so weit zu öffnen, wie nötig. Idealerweise greifst du dir den Stoff unter dem Po des Kindes, ziehst ihn nach oben Richtung Kopf und nimmst das Kind unten aus dem Tuch heraus. Je weniger du deinen Beutel jetzt öffnest, umso weniger musst du beim nächsten Mal festziehen und umso weniger rutschen dabei auch deine Ringe nach unten. Mit etwas Übung weißt du ganz genau, wo du die Ringe platzieren musst, damit sie nach dem Straffen angenehm liegen.

    Wie lerne ich den Ringsling zu binden?

     Als erfahrene Trageberaterin helfe ich dir gerne weiter, deinen Ringsling zu binden. Buche dir dafür einfach deinen Ringsling-Workshop. Du kannst dir auch einen Ringsling ausleihen und erst einmal testen, ob das was für dich ist. Klicke einfach auf den Button für mehr Informationen.

  • Schön, dass du trägst, aber…

    Seit ich mein erstes Kind habe, weiß ich, dass alles, was ich tue von anderen Menschen kritisch beäugt wird.


    Das Kind hat keine Mütze auf? Furchtbar!
    Es hat zu viel an? Katastrophe!
    Und selbst Tragebilder in Mamigruppen – großes Fettnäpfchen!

    Das Kind muss mehr gebeutelt werden… die Beine müssen bis zur Kinnoberkante gezogen werden… du musst fester binden… also diese Trage ist wirklich nicht empfehlenswert… unaufgeforderte Tipps. Danke auch. Für nichts!

    Was wenn das Kind zB nicht anhocken kann? (Wie mein 2. am Anfang – KiSS sei Dank 🙄) Was wenn die Mama gerade mit postnatalen Depressionen kämpft? Ihr es Überwindung gekostet hat, das Kind überhaupt in ihre Nähe zu lassen?


    Und sie stolz und überglücklich dieses Bild teilt und als Kommentar liest, was sie alles falsch macht… denk doch bitte darüber nach!

  • DIY Maske aus Tragetuchstoff

    Seit Donnerstag gilt in Sachsen-Anhalt Maskenpflicht beim Einkaufen und im ÖPNV. So war meine Beschäftigung der letzten Tage, (zusätzlich zur Unterrichtsvorbereitung und zur Kinderbetreuung selbstverständlich…) Masken zu nähen. Natürlich habe ich mich ganz stilecht für Tragetuchstoff entschieden.

  • Der Trageeinstieg: Das Tragetuch

    Zum Tragetuch

      2/3 aller Menschen tragen ihre Kinder. Auch hier in Deutschland wurden noch vor 200 Jahren alle Kinder vorrangig im Tragetuch getragen. Mittlerweile gibt es zwar eine große Anzahl an Tragehilfen, aber auch diese sind so, wie wir sie heute kennen, eine moderne Erfindung.

     

     

    Auch bei den Tragetüchern gibt es mittlerweile viele Unterschiede und gerade Anfänger sind oft überfordert von dem vielfältigen Angebot. Du möchtest ein Tragetuch kaufen, aber die riesige Auswahl erschlägt dich? Du hast keine Ahnung, worauf du achten solltest? Kreuzköperwebung, Diagonalelastizität und Tragetuchlänge – diese Begriffe verwirren dich nur?

    Mit diesem Problem bist du nicht allein! Der Markt an Tragetüchern wächst jedes Jahr mehr und es ist schwer, da noch den Überblick zu behalten. Deshalb habe ich hier einige Kriterien für dich ausgearbeitet, die dir bei deiner Entscheidung helfen sollen.

    1. Wer kann mit einem Tragetuch tragen?

      Grundsätzlich kann jede Mama, jeder Papa, Partner*in das Baby im Tragetuch tragen. Es braucht keine besonderen Fähigkeiten. Auch wenn das Tragen im Tragetuch erst einmal kompliziert erscheint, ist es kein Hexenwerk. 😉

     

    Kannst du beschreiben, wie du dir die Schuhe zubindest? Irgendwann hat dir das jemand gezeigt, du hast es nachgemacht: Als erstes machst du einen Knoten, dafür nimmst du die eine Senkelseite in die eine Hand, dann die andere… vielleicht hat es auch beim ersten Mal nicht geklappt. Ganz sicher musstest du etliche Schuhe binden, ehe du es konntest. Wahrscheinlich denkst du jetzt beim Schuhe binden nicht einmal darüber nach, welche Seite wo und wie herumgewunden werden muss. Genauso ist das beim Tragetuch. Natürlich musst du erst einmal lernen, welche Bahn worüber gebunden wird. 4-5 Meter sind viel Stoff. Doch mit der Zeit wirst auch du nicht einmal mehr große darüber nachdenken, welche Bahn worüber muss. Auch das Binden des Tragetuchs ist nur eine Technik, die du irgendwann ohne darüber nachzudenken, umsetzen wirst.

    2. WAS IST EIGENTLICH EIN Tragetuch?

      Ein Tragetuch ist im Prinzip ein viereckiges gesäumtes Stück gestrickter oder gewebter Stoff, der so um den Oberkörper geschlungen wird, dass ein Baby darin befördert werden kann. Tragetücher gibt es in verschiedenen Längen, in unterschiedlichen Webarten und mittlerweile werden sie von unglaublich vielen Tragetuchfirmen produziert. Beispiele für bekannte Tragetuchfirmen sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

    •  Didymos
    •  Fidella
    •  Girasol
    •  Hoppediz
    •  Kindsknopf
    •  Kokadi
    •  Lenny Lamb
    •  Little Frog
    •  Madalo (handgewebt)
    •  Mamanuka (handgewebt)
    •  Natibaby
    •  Pollora (nur noch gebraucht, Pollora ist leider insolvent)
    •  Oscha
    •  Storchenwiege
    •  Yaro (Überbreite)

    Es gibt aber auch noch einige mehr, die jedoch nicht unbedingt anfängertauglich sind.

     

    Du möchtest wissen, ob dein Tuch oder die ausgesuchte Marke anfängertauglich ist? Dann melde dich gerne bei mir und wir können darüber reden.

    3. Elastisches vs. gewebtes Tragetuch

    Tragetücher werden aus den verschiedensten Materialien bzw. Materialgemischen hergestellt.

    Dabei unterscheiden wir grundsätzlich zwischen elastischen und gewebten Tüchern:

    Elastische Tragetücher sind meist aus Jersey-Stretch gefertigt. Das wichtigste Merkmal des elastischen (eigentlich müsste der Gegenbegriff „gestrickten“ heißen) Tragetuchs ist, dass es viel flexibler als ein gewebtes Tuch ist. Dadurch ist es einfach in alle Richtungen dehnbar, währenddessen ein gewebtes Tragetuch nur in die Diagonalen dehnbar ist (= querelastisch). Dadurch ergeben sich sowohl vom Tragegefühl als auch vom Binden her verschiedene Eigenschaften. Ein elastisches Tragetuch sollte immer dreilagig über den Rücken des Babys gebunden werden, da sonst nicht genug Stütze vorhanden wäre, währenddessen ein gewebtes Tragetuch über den Rücken eines Säuglings immer einlagig gebunden wird, da sonst zu viel Druck auf der sich entwickelnden Wirbelsäule aufgebaut werden würde.

     Der Vorteil eines elastischen Tragetuchs ist, dass es sich anfangs oft kuscheliger und weicher anfühlt als ein gewebtes Tragetuch. Außerdem kann ein elastisches Tragetuch dank einer vorgebundenen Trageweise, der vorgebundenen Wickelkreuztrage, sehr schnell und einfach angelegt werden. Allerdings muss man beim elastischen Tragetuch ganz genau darauf achten, wie man das Tragetuch bindet und dass man gründlich strafft, damit das Baby am Ende nicht zusammensackt.

      Der Vorteil des gewebten Tragetuchs ist, dass es länger bequem tragbar ist. Wird ein elastisches Tragetuch je nach Hersteller ab einem bestimmten Zeitpunkt definitiv unangenehm im Schulterbreich, kann man ein gewebtes Tragetuch in der Regel von Anfang bis Ende der Tragezeit nutzen. Zudem ist des gewebtes Tragetuch flexibler, da es mehr Tragemöglichkeiten bietet. Gerade das Tragen auf dem Rücken muss beim elastischen Tragetuch ganz genau überdacht werden.

     Ergänzend muss man nur sagen, es gibt nicht DAS elastische Tragetuch. Hier gibt es unterschiedliche Hersteller, die verschiedene Dicken, Ränder, Materialien nutzen, wodurch sich unterschiedliche Eigenschaften ergeben. Genauso gibt es nicht DAS gewebte Tuch. Hier ergeben Flächengewicht, Materialzusammensetzung, Webart… völlig unterschiedliche Tücher.

    Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan von gewebten Tragetüchern bin, einfach weil sie besser zu mir und meinen Traglingen passten und genauso kann ich nur empfehlen, auszuprobieren, was am besten zu dir und deinem Baby passt. Ich kenne auch viele Trageeltern, die ihr elastisches Tragetuch lieben und super damit klarkommen.

    Elastische Tragetücher gibt es oft in standardisierten Längen, beim gewebten Tragetuch ist das anders.

    4. Mit welcher Größe bzw. Länge solltest du beim Gewebten Tragetuch starten?

     Zunächst erst einmal grundlegend. Tragetücher werden längentechnisch mit Zahlen versehen. Eine 1 ist das kürzeste Tuch eine 8/9 das längste. Mit welcher Größe bzw. Länge du starten solltest, hängt davon ab, was du binden möchtest. Ich empfehle für den Einstieg die Größe 6 (~4,60m) Wenn du besonders groß bist, kannst du gerne eine Größe mehr nehmen, wenn du besonders klein bist, eine Größe kleiner. Diese Länge eignet sich perfekt für die Einsteigerbindeweise „Wickelkreuztrage„. Entscheidest du dich für das „Känguru“ oder den „Einfachen Rucksack“ für den Einstieg reicht meist eine 4. Bedenke jedoch, dass beide Bindeweisen etwas komplexer beim Erlernen sind. Weitere Tipps dazu, wie du deine passende Tragetuchlänge findest, gibt es hier.

    5. Mit welchem Material (Blend) sollte ich beim Gewebten Tragetuch starten?

     Reine Baumwolle eignet sich perfekt als Material für das erste Tragetuch. Diese ist robust, schnell gewaschen und gerade für Einsteiger schnell eingekuschelt und somit weich und bequem. Später kann man sich ohne Probleme an andere Tragetuch-Materialien herantasten, wenn man beispielsweise etwas lockeres und luftiges für den Sommer sucht. Vom Flächengewicht her solltest du nicht zu dick starten, denn dünnere Tücher lassen sich besser starten. So empfehle ich ein Flächengewicht zwischen 190 g/m² bis 240 g/m² für den Einstieg.

    Einige Eltern starten aber auch mit Materialgemischen. Hier eine kurze Übersicht:

     

    •  Baumwolle/Wolle: wärmend im Winter und insgesamt temperaturausgleichend

    •  Baumwolle/Seide: zart und weich, außerdem kühlend im Sommer, aber sehr pflegeintensiv

    •  Baumwolle/Leinen: dünn aber stabil und weich (nach dem Eintragen), kühlend im Sommer

    •  Baumwolle/Hanf: eher schwer, dafür auch für schwerere Kinder geeignet

    6. Welche Webungen gibt es?

     Bei allen Webstoffen unterscheidet man zwischen verschiedenen Bindungen. Die meisten Tragetücher sind in Köperbindung gewebt, aber auch Leinwand- und Atlasbindung werden verwendet.

    Überblick über verschiedene Bindungen und ihre Eigenschaften:

    Kreuzköperwebung

    •  meist aus Baumwolle, aber auch Mischgewebe möglich

    •  unifarben oder Streifen

    •     Vorder- und Rückseite sehen gleich aus

    Diamantköperwebung

    •  wird oft als etwas dicker empfunden als Kreuzköper

    •  dafür sehr anschmiegsam und weich

    •  Vorder- und Rückseite sehen gleich aus

    Fischgratköperwebung

    •  solide und strapazierfähig

    •  Vorder- und Rückseite sehen gleich aus

    Jacquard (Atlasbindung)

    •  Jacquard-Tücher haben Motive, Muster oder Bilder

    •  die Oberfläche ist eher glatt und wirkt strahlend

    •  sind meist etwas dünner und erfordern mehr Präzision beim Binden

    •  Vorder- und Rückseite bilden farblich ein Positiv und ein Negativ

     Viele Trageberaterinnen empfehlen für den Start ein Streifentuch in Kreuzköperwebung. Natürlich ist das aufgrund der dichten Webung und der guten Orientierung oft eine gute Wahl. Du solltest aber vor allem darauf achten, dass die Webung dir gefällt. Es nützt niemandem, wenn du ein Tuch kaufst und am Ende doch nicht damit trägst, weil es optisch nichts deins ist.

    6. Sollte man sich ein neues Tragetuch kaufen oder reicht ein gebrauchtes?

     Für den Einstieg reicht ein gebrauchtest aber vollständig intaktes hochwertiges Tragetuch. Dieses hat den Vorteil, dass es meist schon eingetragen ist, sprich nicht mehr so hart ist. Gerade für Neugeborene ist das viel kuschliger. Auch kann man so erst einmal probieren, ob das Tuch zu einem passt, ohne viel Geld zu verlieren. Wenn es doch ein neues Tuch sein soll, beachte bitte, dies vorher zu waschen. Auch kannst du es gerne schon mit ins Bett nehmen, eifrig bekuscheln und vorbinden. So ist es startklar, sobald dein Baby da ist.

    7. Händler von Tragetüchern

     Und wo kaufst du nun am besten ein Tragetuch?

    Natürlich empfehle ich dir immer als erste Wahl einen Babyladen vor Ort. Dort kannst du die Tragetücher “durchfühlen” und die verschiedenen Längen probebinden. Außerdem unterscheiden sich die Farben und Muster doch manchmal erheblich von der Bildschirmversion. Vergiss aber nicht, dass es ein „gutes Markentuch“ sein sollte.

     

    Wenn du keinen geeigneten Babyladen in der Nähe hast, dann kannst du Tragetücher natürlich auch online bestellen. Dies geht sowohl auf den Webseiten der Hersteller als auch in diversen Onlineshops. Achte darauf, dass AGBs und Widerrufsrecht stimmen, sodass du das Tuch bei Nichtgefallen zurückschicken kannst. Eventuell möchtest du auch mehrere bestellen und dann nur eine Auswahl behalten. Wichtig ist, dass du ein qualitativ hochwertiges Tuch von einem namenhaften Hersteller kaufst und keine Tischdecke vom großen A***, denn damit wirst du keine Freude haben.

    8. Ab wann darf ich im Tragetuch tragen?

     Das Baby ist geboren und die Eltern tragen es. Egal wie, wenn nicht in Tragetuch/ Tragehilfe, dann auf dem Arm. Da macht es doch auch Sinn zur Entlastung gleich das Tragetuch zu nutzen oder?

    Tatsächlich darf man, wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht schon ab Geburt tragen. Wichtig ist, dass sich die Mama erst einmal erholt und ihr Kreislauf absolut stabil ist. Hier kann der Partner/ die Partnerin viel Entlastung bieten.

    Auch vom Baby aus gesehen, kann es sofort losgehen. Ein reif geborenes Baby ist am Körper der Bezugsperson/en sehr gut aufgehoben. Allerdings sollte man gerade bei den Minis darauf achten, dass das Köpfchen gut gestützt ist. Zudem darf das Baby nicht komplett im Tragetuch versinken. (Freie Atemwege!)

    Alles in allem gibt es kaum etwas Schöneres als sein kleines Baby im Tragetuch ganz nah bei sich zu tragen. Das Bonding wird für Tragling und Trageeltern unterstützt, dein Baby hört deinen Herzschlag, fühlt sich geborgen und weint weniger.

    9. Das Tragetuch - nur ein Stück Stoff?

     Bevor ich Kinder hatte, hielt sich mein Interesse für verschiedene Stoffe und Materialien in Grenzen. Klar, ich trug Kleidung und sah mir dort die Farben an, doch war es mir ziemlich gleich, woraus dieses Stück Stoff bestand.
    Dann bekam ich meinen ersten Sohn, unablegbar. Er wollte nur an meinem Körper getragen werden. Ich konnte nicht alleine duschen gehen, nicht alleine essen, er wollte bei mir sein, immer und überall, mein Mann lieh sich unser erstes Tuch – ein Stück Stoff, so dachte ich.

    Ich band mein erstes Tragetuch. Er schlief sofort ein, ich hatte meine Hände frei. Konnte endlich wieder machen, was ich wollte. Dieses Stück Stoff gab mir Freiheit und Unabhängigkeit, meinem Sohn Nähe, Geborgenheit und uns beiden Bindungsaufbau zueinander.

    Ich versuchte alleine, ihn auf dem Rücken zu tragen und scheiterte kläglich, also lud ich Mamas zu mir ein und wir tauschten uns aus. Über Tücher, die ein halbes Vermögen kosteten. Ich lernte unterschiedliche Materialien, Längen, Flächengewichte und Bindeweisen kennen. Meine Leidenschaft wurde erweckt. Ich sammelte, kaufte, verkaufte und jagte dieses eine Stück Stoff. Mit meiner überschwänglichen Energie steckte ich unglaublich viele Mamas an, wir trafen uns regelmäßig, tauschten uns aus, ich wurde Stück für Stück zum Experten, gründete einen Trageblog und machte schlussendlich meine Ausbildung zur Trageberaterin für ein Stück Stoff.

    Nun bin ich auch in der 2. Tragzeit wieder in der Trageszene unterwegs, schaffe neue Erinnerungen, habe mich mit tollen Kollegen vernetzt, lerne noch unglaublich viel und merke, dass es noch neue Marken, neue Bindeweisen, neue Stücke Stoff zu entdecken gibt. Nach nunmehr 7 Jahren kann ich sagen: Nein! Ein Tragetuch ist nicht nur ein Stück Stoff: Es ist die Einschlafhilfe schlechthin, der Seelentröster bei Traurigkeit, Transportmittel, ein modisches Accessoire, das Verbindungsstück zwischen Mamas, das Sportstudio bei Bindechallenges oder im Haushalt, es ist einfach so viel mehr als ein Stück Stoff. 💚

    10. Wie lerne ich, das Tragetuch zu binden?

      Für den Einsteig empfehle ich dir, die Bindeweise „Wickelkreuztrage“ zu erlernen, diese kannst du im „Tragemomente 2Go!“-Onlinetragekurs erlernen. Hier erlernst du deine erste Bindeweise mit dem Tragetuch!

    Im Kurs findest du mein geballtes Tragewissen für Schwangere und Trageeinsteiger, sowie 2 Module mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum sicheren und ergonomisch korrekten Tragen deines Babys in der Wickelkreuztrage mit dem elastischen und dem gewebten Tragetuch.

    Im Kurs hast du zwei Möglichkeiten, dir die Bindeweise mit dem Tragetuch anzueignen: entweder du lernst du Bindeweise im Gesamtdurchlauf mit allen Tipps und Tricks ausführlich erklärt kennen, oder du erarbeitest dir die Einheiten in kleinen Schritten. Dafür ist dieser zweite Teil komplett untertitelt. Du kannst also den Ton abschalten, wenn dein Baby z.B. gerade bei dir schläft und erkennst trotzdem alle Details. Außerdem ist der Kursteil hochkant aufgenommen, damit du ihn bequem auf dem Handy anschauen kannst.

    Also starte auch du jetzt mit dem Tragetuch und webe dir tolle Erinnerungsmomente in dein Stück Stoff!

  • DIY Feuchttücher

    Schon beim Großen habe ich die Inhaltsstoffe der Feuchttücher gecheckt (zwei Links beispielhaft zum Nachvollziehen: hier und hier) und festgestellt, diese Stoffe sollen nicht an Babys Popo. Damals habe ich mich dafür entschieden, mit Öl zu arbeiten. Das ist allerdings etwas müßig, sich ein trockenes Tuch zu nehmen, Öl draufzukleckern und dann abzuwischen… Deswegen habe ich dieses Mal etwas recherchiert und mich gefragt, wie kann ich „ganz normale“ Feuchttücher eigentlich selber machen? Dabei kam ich zu dem Ergebnis: Das ist garnicht so schwer. Eigentlich braucht es nur 5 Zutaten:

  • Tragekette/ Stillkette selber herstellen

    Weil mein kleiner Sohn mittlerweile anfängt mir während des Fütterns immer im Mund rumzuspielen oder zu kratzen und ich unterwegs ab und an Spielzeug ins Tragetuch gebe, was dann sofort wieder runterfällt, habe ich mich nach Alternativen umgesehen. Da ich jedoch nicht zwischen 20-40€ für eine Trage- bzw. Stillkette ausgeben wollte, habe ich mir eine eigene Variante überlegt – ganz einfach aber kreativ.

    Preis: Materialkosten ca. 2-7€ (je nachdem wie viele Perlen und ob noch extra verziert oder nicht) Ich habe alle Sachen aus einem Bastelladen, der gleich um die Ecke ist.

  • Webungen

    Umgangssprachlich wird beim Tragetuchkauf oft von „Tragetuchstoff“ gesprochen. Doch was heißt das eigentlich?

    Für jedes gewebte Tuch gilt: Es gibt eine KETTE (das sind die langen Garnfäden, die auf dem Webstuhl vorbereitet werden) und den SCHUSS (das ist ein Garnfaden der auf einem Schiffchen von rechts nach links geworfen wird und das ganze Tuch durchzieht) und je nachdem wie viele Kettfäden ÜBERSPRUNGEN werden, entstehen unterschiedliche Webungen.

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