• #4 Zufallsmomente der Woche: Weltausstellung Reformation

    Heute gibt es den Wochenrückblick schon einen Tag eher aber ganz ehrlich, die Woche kommt einem doch auch durch den Feiertag viel kürzer vor 😉

    Im Krankenhaus

    Diese Woche war ziemlich viel los bei uns. Wie ich schon letzte Woche berichtete, musste der kleine Zwerg diese Woche am Ohr operiert werden. Die OP verlief glücklicherweise sehr gut, nur das Aufwachen war wirklich schrecklich. Er hat die Narkose wohl nicht sehr gut vertragen, hat sich gewehrt, getreten, sich zurück geworfen und die ganze Zeit geschrien… einfach furchtbar. Außerdem hat er die ersten zwei Stunden nur gebrochen. Aber das war die einzige schlimme Zeit, danach ging es dann aufwärts. Jetzt hört er wunderbar. Das laufende Wasser  ist laut, die Musik wird gehört auch wenn man leise ist… wunderbar. 🙂

    Und da er nun auch wieder umherwuseln darf, haben wir uns gewagt, uns das Geschehen hier in Wittenberg genauer anzusehen.


    Weltausstellung Reformation

    Liebevoll gestaltete Innendeko

    Sieben Tore der Freiheit und damit verbundenen Themenbereiche an den Wallanlagen um die Wittenberger Altstadt wurden in den letzten Wochen und Monaten aufgebaut und so ist es nicht verwunderlich, dass wir auch einmal vorbeischauen wollten.

    Wir begannen mit dem Torraum Ökumene und Religion. Laut Beschreibung ist das Ziel dieses Bereichs:

    “(Er) öffnet Raum für Begegnungen und einen Austausch zwischen allen Menschen und allen Konfessionen – und scheut dabei Kritik und Differenz nicht.”

    Thematisch also genau das Richtige für uns. Und wir waren wirklich begeistert. Es gab viele verschiedene Stände und überall, wo wir waren wurden wir freundlich begrüßt, zum Kaffe oder Wasser eingeladen, es gab Kekse und sogar Waffeln und wir kamen mit den verschiedenen Menschen ins Gespräch. Zu erfuhren wir Neues über ein geplantes Haus der Religionen (“House of One”) oder die evangelische Kirche in der Schweiz und Polen. Wir konnten Ausstellungen bewundern und ich durfte einem tollen Theaterpfarrer begegnen, der mir Anregungen für Stücke in meinem Unterricht gab.
    Voraussetzung ist allerdings, dass man selber auch offen in die einzelnen Räume geht und neugierig auf Neues ist. Mit Kleinkind ist das natürlich meist ganz einfach, da kommt man sofort ins Gespräch.
    Unser Fazit: Bis September geht die Weltausstellung in Wittenberg noch und wir haben vor, uns auch die restliche Torräume noch anzuschauen.

    Zum Abschluss noch einige weitere Bildeindrücke:

  • #3 Wochenrückblick: Stress pur und ein Neuankömmling

    So ruhig hier?

    Ja, leider sind die letzten Tage ziemlich anstrengend gewesen. Der Mann auf Dienstreise, der Zwerg musste also allein neben dem Job gemanagt werden. Dazu noch zwei Trageberatungen und Elterngespräche. (Soviel zum Stressmanagement, ich muss da echt noch viel lernen!) Zudem haben wir am Montag nun auch die endgültige Diagnose erhalten, dass nächste Woche eine Ohren-OP (Paukenröhrchen und Polypen) beim Kleinen ansteht. Dementsprechend sind einfach andere Dinge gerade wichtiger.


    Neues von der Baustelle

    Seit heute haben wir wieder ein Schlafzimmer. (Applaus bitte!) Nachdem ja letzte Woche auf Grund von Schimmel nichts vorwärts ging, konnten die Handwerker heute endlich Laminat verlegen. Die Wände müssen zwar auch noch gemalert werden aber wir können erst einmal wieder darin schlafen – Goodbye Gästecouch!

    Nun fehlt neben dem Malern also nur noch der Flur und die Türen…


    Neuankömmling

    Diese Woche hat sich was neues Grünes hierher verirrt – eine Aloe-Vera-Planze! 😀
    Ich habe ja normalerweise nicht gerade den grünen Daumen (mein liebster Mann kümmert sich immer um unsere Pflanzen) aber für die Aloe mache ich eine Ausnahme. Die ist nämlich super nützlich. Zum einen kann man sie bei Hautverletzungen und Hautirritationen äußerlich anwenden z.B. bei Sonnenbrand und kleinen Schnittwunden zum anderen ist auch der Saft der Aloe innerlich stark entzündungshemmend und antibakteriell. Ich habe sie mir hauptsächlich für die Haare geholt, denn der Saft spendet Feuchtigkeit und ist 100% natürlich. Klasse! Ein genauer Bericht über die Art der Andwendung etc. folgt.

    Gekauft habe ich sie HIER. Eigentlich wollte ich sie nicht online bestellen, allerdings gibt es in ganz Wittenberg keinen Blumenladen, der größere Pflanzen verkauft. Ein Blumenladen hat sogar in der Großgärtnerei für mich geschaut – leider auch erfolglos und so blieb mit nichts anderes übrig als zu bestellen.


    Kommende Ereignisse

    Wittenberg ist in Aufbruchstimmung. An allen Enden wird noch gehämmert und gebaut. Überall entstehen kleine Häuschen, besondere Schilder oder neue Veranstaltungsorte, denn morgen beginnt die Weltausstellung zum Thema “500 Jahre Reformation”. Das ist natürlich nur der Anfang. Die nächsten Tage und Wochen ist Wittenberg der Nabel der Welt. Unmengen an Veranstaltungen finden hier statt und eines der größten Highlights wird dann sicherlich der große Kirchentagsgottesdienst sein. Wer also schon immer mal Wittenberg besuchen wollte und keine Angst vor Menschenmassen und Verkehrschaos hat, dem sei die kommende Zeit ans Herz gelegt. Ich persönlich mag es ja total, wenn es überall wuselt. 😀

  • Sightseeing mit Kleinkind – Der Tierpark Wittenberg

    Luther und Wittenberg – das kennt jeder. Hier gibt es tolle Sehenswürdigkeiten und auch davon werde ich noch berichten.

    Doch was kann man sich mit kleinem aktiven 2 jährigem Kind in Wittenberg anschauen? Sicherlich sind einige der Lutherhighlights auch für Kleinkinder geeignet aber unserer mag es immer gern aktiv. Und so haben wir schon in den ersten Tagen nach unserem Umzug einen tollen Magneten für den Kleinen entdeckt – den Tierpark.

    Also heißt es bei uns nun regelmäßig: „Rauf aufs Puky und ab Tiere gucken!“ 😉

    Organisatorischer Rahmen

    Der Tierpark in der Pfaffengasse 8 hat täglich geöffnet, im Sommer von 9:30 Uhr bis 19 Uhr, im Winter bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird im Eingangsbereich gebeten. Auf verschiedenen kleinen Anlagen verteilen sich die Tiere – etwa 15 Säugetier- und über 20 Vogelarten. So gibt es einige Freigehege, Vollieren und sogar ein riesiges Aquarium.

    Highlights

    Dort kann man nach Herzenslust den kleinen und großen Äffchen, Erdmännchen oder Nasenbären beim Herumtollen zusehen oder die stolze Eule beim Verdrehen ihres Kopfes beobachten. Im Aquarium wird der Elbverlauf von der Quelle bis zur Mündung in die Nordsee, mit über 40 verschiedenen Arten der einzelnen Elbregionen gezeigt. Das ist in Deutschlang einzigartig. Wer zwischendurch eine Pause braucht, kann es sich auf den Bänken bequem machen und dort ein Picknick zu sich nehmen. Am Ende des Rundgangs können die Kleinen selber noch aktiv werden und Ziegen und Schafe im Streichelzoo massieren oder mit dem Futter aus den Futterautomaten für 20 ct füttern.

    Gestern Vormittag war mein Sohn nicht sonderlich gut drauf. Ein Ausflug in den Tierpark sollte also Abhilfe schaffen. Während unseres Rundgangs gab es diesmal wieder einen ganz tollen Zufallsmoment – der Pfau schlug ein Rad! Das haben wir hier vorher noch nie sehen dürfen. Mit großen Augen und offenem Mund stand der kleine Mann davor. Und das katzenartige Schreien tat sein Übriges, um uns alle zu faszinieren.

    Und wenn der Besuch beendet ist?

    Direkt neben dem Tierpark gibt es noch ein weiteres Highlight – einen schönen großen Spielplatz. Die Rutsche erinnert dabei an einen großen Papageien und ein Wasserspiel sowie einen Bagger gibt es auch. Gestern funktionierte für uns auch erstmalig nach der Winterpause die Wasserpumpe, so dass nach Herzenslust Wasser auf die Geräte gepumpt wurde. Baden konnten wir auf Grund der kalten Wetterlage noch nicht aber da freuen wir uns natürlich auf den Sommer. Wir kommen immer wieder gerne wieder.

  • Melancholie

    Leipzig

    Vor etwa 2 Monaten bin ich von Leipzig nach (Lutherstadt) Wittenberg gezogen. Das war für mich kein einfacher Schritt. Mit Leipzig verbinde ich 10 wunderbare Jahre. Im Nachhinein ist natürlich immer alles rosig aber ich habe mich versucht an schlechte, traurige Momente zu erinnern und da gibt es nur sehr wenige. In Leipzig habe ich studiert, meine ersten Arbeitserfahrungen gesammelt, die große Liebe gefunden, mein Sohn ist in Leipzig geboren und ich habe dort sehr viele tolle Menschen kennengelernt. Alles tolle einschneidende Erlebnisse. Gerade in der Elternzeit hatte ich viel Zeit, die Gegend zu erkunden. Es gab einen Ort, an den es mich immer wieder zog. Einen kleinen Minisee, mitten in einem Naturschutzgebiet gleich um die Ecke meiner alten Wohnung.

    Tragetuch

    Wittenberg

    Und dann kam ich nach Wittenberg. Eine tolle Stadt, die ich, bevor ich dort arbeitete, einmal als Wochenendausflügler besuchen konnte, eine Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, eine Stadt, die von der Reformation und der Renaissance lebt. 10 Mal weniger Einwohner als Leipzig, keine Straßenbahn, kein großes Zentrum. Nie hätte ich zu dem Zeitpunkt des Urlaubsbesuches jemals gedacht, dort zu wohnen. Doch in dem letzten Jahr, in dem ich täglich nach Wittenberg gependelt bin, verdichteten sich die Anzeichen, dass es mich und meine Familie hierher ziehen könnte.

    Und da saß ich nun schlussendlich in einer chaotischen nassen Wohnung, (Ja es gab einige Umzugskatastrophen aber um die soll es an dieser Stelle nicht gehen…) in einer Stadt, die mir einfach (noch) nichts bedeutete.

    Bis es dann in der letzten Woche diesen einen Zufallsmoment gab. Mein Sohn war ziemlich krank und wollte keinen einzigen Schritt alleine gehen, natürlich nicht. Und da nahm ich ihn ins Tuch und ging, wie ich es so oft in Leipzig tat, als er noch viel kleiner war, einfach drauf los. Diesmal nicht ins Zentrum, das hatte ich innerhalb kürzester Zeit für mich erkundet sondern einfach in die andere Richtung, einfach so ohne Ziel. Bis ich versteckt hinter Häusern, in einer kleinen Gartenanlage diesen Platz erblickte – ein kleiner Minisee, eher ein Tümpel aber wunderschön! Mein Weltbild ist nun wieder ein bisschen gerader, die Sehnsucht und die Wehmut etwas kleiner. Es gibt diesen einen Platz zu dem ich gehen kann wann ich möchte…

    Melancholie

    Dieser Platz erinnert mich nun wie der zuvor an diesen Text von Felix Mendelssohn – Bartholdy:

    Wisst ihr, wo ich gerne weil’ in der Abend kühle?
    In dem stillen Tale geht eine kleine Mühle,
    und ein kleiner Bach dabei, rings umher stehn Bäume.
    Oft sitz ich da stundenlang, schau umher und träume.

    Er bedeutet für mich ankommen, staunen, genießen und ein Stück weit auch Heimat – ja vielleicht kann ich die hier auch irgendwann finden und Wittenberg meine Heimat, mein Zuhause nennen.

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