Limas

Heute geht es weiter mit unserer Reihe Firmenportraits. Wie versprochen möchten wir euch einen Blick hinter die Kulissen von verschiedenen Hersteller*innen geben. Diesmal an der Reihe: LIMAS, die recht junge Firma von Philipp und Anna Sauer. Zwischen zwei Kindern und dem Umzug auf eine neue Website samt neuem Webshop, haben wir trotzdem ein Interview mit Philipp ergattern können. Danke dafür!

Wie die LIMAS entstanden ist, wie Anna und Philipp sich kennengelernt haben und was ihre Pläne für die Zukunft sind, könnt ihr hier im Artikel nachlesen:

Seit wann gibt es die LIMAS und wie kam es dazu, dass ihr eine eigene Trage entwickelt habt?

 Die LIMAS gibt es seit Ende 2014. Sie ist nach der Geburt unserer ersten Tochter Lili Marie entstanden. LI-MA-S steht auch für Lili Marie Sauer. Damals hat Anna zusammen mit ihrer Mutter eine Trage nach ihren Vorstellungen und Wünschen genäht und so ist die LIMAS entstanden. Eigentlich war die Trage damals nur für unsere Tochter bestimmt. Aber dann kamen die ersten Freunde, die gefragt haben, ob die Oma auch eine Trage für sie nähen kann und so nahm alles seinen Anfang.

Wo lasst ihr eure Tragen inzwischen anfertigen?

 Die Oma hat dann fleißig genäht und später auch der Opa, aber irgendwann kamen beide mit dem Nähen nicht mehr hinterher und wir haben uns eine kleine Näherei in Polen gesucht. Mittlerweile lassen wir die LIMAS neben Polen auch noch in Tschechien nähen.

Welche Tücher lasst ihr vernähen?

 Wir vernähen Tragetuchstoff von verschiedenen Herstellern. Sehr froh sind wir über unsere Kooperation mit Didymos und freuen uns sehr, dass wir auch wunderschöne Tücher von Didymos vernähen dürfen.

Welche Eltern kaufen die LIMAS?

 Ich glaube, da gibt es keinen bestimmten Typ. Wir empfangen auch viele Eltern bei uns zu Hause oder bei uns im Büro bzw. im Lager. Und jedesmal ist es toll, die Geschichten der Eltern zu hören, wie sie auf die LIMAS gekommen sind. Oft ist es über eine Trageberaterin oder Hebamme, bei der die Eltern die LIMAS getestet haben.

LIMAS Babytrage auf dem Rücken Foto: © LIMAS

Was unterscheidet die LIMAS von anderen Tragen auf dem Markt?

 Kurz gesagt: Die LIMAS hat auffächerbare Träger, ist recht kompakt und kommt einem Tragetuch sehr nahe. Sie ist außerdem sehr minimalistisch gehalten, ganz nach dem Motto „form follows function“.

Genauer betrachtet ist die LIMAS ein WrapCon Halfbuckle – eine komplett aus Tragetuchstoff gefertigte Tragehilfe mit einem Schnallenhüftgurt und nicht gepolsterten Schulterträgern zum binden. Allerdings sind die Schulterträger bei der LIMAS etwas anders als bei der klassischen WrapCon, wo die Träger einlagig und sehr breit geschnitten sind. Bei der LIMAS sind sie zweilagig und dafür halb so breit. Somit können sie breit über die Schultern aufgefächert werden und müssen nicht stränchenweise, wie bei den klassischen einlagigen Wrapcon-Trägern, festgezogen werden. Das erleichtert das Handling, vor allem für Trageneulinge. Wie bei Wrapcons können die Träger auch gekippt getragen werden, um kleineren Babys besseren Halt im oberen Rücken- und Nackenbereich zu ermöglichen. Um einen dicken Knoten beim Binden zu vermeiden und die Trage kompakt und leicht zu halten, sind die Träger zu den Enden hin schmaler geschnitten.

Eine weitere Besonderheit der LIMAS ist die leichte Anpassbarkeit des Rückenteils in der Höhe für Neugeborene – dafür klappt man den Hüftgurt um und „versteckt“ dadurch ca. 8cm von der Rückenteilhöhe zwischen dem Bauch und dem Hüftgurt.

Wo kann die LIMAS ausprobiert werden, gibt es sie auch in Läden?

 Die LIMAS gibt es auch in verschiedenen Ladengeschäften zum ausprobieren und kaufen.

Anmerkung: Auch hier kannst du im Rahmen eines Testpakets im Tragemomente2Go! – Onlinetragekurs testen. 

Welche Berufe habt ihr in euerm ersten Leben ausgeübt?

 Anna kommt eigentlich aus dem Fach Sinologie und ist Chinesisch-Übersetzerin. Wir haben uns auch 2009 in Dalian (China) an der Uni in der Mensa kennen gelernt. Dort waren wir beide Austauschstudierende. Wir waren dann noch gemeinsam nach dem Studium beruflich bis 2012 in China. Anna war in der IT tätig und ich bei einem Automobilzulieferer.

Was sind eurer Meinung nach die Besonderheiten der deutschen Trageszene?

 Das ist eine gute Frage. Wir waren dieses Jahr (2017) in Hamburg beim Tragesymposium und das war eine tolle Erfahrung für uns. Es war sehr schön, viele Leute mal persönlich kennen zu lernen. Wir haben schon so liebe Kontakte geknüpft und ich freue mich sehr über die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit mit allen aus der Trageszene. Wir sind auch immer offen für Anregungen und Dialoge und ich denke, wir teilen alle dieselben Werte.

Generell würden wir sagen, zusammen mit der wachsenden Orientierung an den Bedürfnisen des Babys entwickelt sich das Tragen in Deutschland rasant. Es wird zunehmend als “normal” angesehen und gehört mehr und mehr zum täglichen Straßenbild. Es gibt inzwischen viele Orte, an denen Trageberaterinnen tätig sind und auch viele Eltern, die eine Trageberatung in Anspruch nehmen. Langsam aber sicher schaffen sich Tragetuch und Tragehilfe einen Platz in den Erstaustattungslisten. Wir freuen uns, unseren Teil zum bedürfnisorientierten Aufwachsen beitragen zu dürfen.

Was wünscht ihr euch für das Tragen für die Zukunft?

 Wir wünschen uns, dass das Tragen bei vielen Eltern mehr und mehr zum Alltag wird – sind unsere lieben Kleinen doch geborene Traglinge. Und dass noch mehr Eltern Trageberatungen in Anspruch nehmen, um die für sie am besten geeignete Tragehilfe zu finden und sie lieben zu lernen.

Was wünscht ihr euch für eure Firma für die Zukunft?

 Wir freuen uns auf weitere liebe Kontakte aus der Trageszene und möchten uns zusammen mit allen anderen aus der Szene weiterentwickeln. Gestern hat Anna unsere zweite Tochter Laura in der LIMAS gehabt und dabei LIMAS verpackt und da dachten wir, dass der Spruch „Von Traglingen für Traglinge“ für LIMAS wirklich passt. 🙂

Foto: © LIMAS

 Vielen Dank für dieses tolle Interview, lieber Philipp!

Update 2022:

 Limasbaby ist nun kein eigenständiges Unternehmen mehr, sondern wurde an Stokke verkauft. Die Babytrage kann auch nur noch über Stokke bestellt werden.

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