DIY: Schuregal selbst bauen

In unserem Flur haben wir eine wunderschöne Ecke um die Flurgarderobe unterzubringen. Aber einen kaufen und hinstellen ist nichts für uns. Denn nur wenn beim Selberbauen sind am Ende wirklich alle wünsche erfüllt. Wir hatten auch rechts schnell die Grundidee: Im Baumarkt gibt es so Kisten, die wie Obstkisten aussehen, zu kaufen. Mit diesen Kisten bauen wir uns die Fächer.
Und weil es so Spaß gemacht hat und so einfach geht, möchte ich unsere Idee mit euch teilen und natürlich das Ergebnis aus nicht vorenthalten.

Schritt 1: Vorbereitung

Als Erstes haben wir für das Schuhregal alles ausgemessen: Höhe, Breite, Tiefe. Außerdem haben wir uns überlegt, wie viele Fächer wir mindestens haben wollen, also einmal fleißig Schuhe zählen. Es sollten sowohl kleine Fächer für zB Ballerinas oder meine Leguanos als auch große/hohe Fächer für die Winterschuhe dabei sein.

Für die größeren Fächer haben wir uns entschieden, noch einen Einlegeboden rein zu setzen. So können wir den vorhanden Platz besser nutzen.

Die Farbgestaltung sollte man sich im Vorfeld auch schon überlegen. Auch die für die Ablage gibt es mehrere Möglichkeiten. Wir haben uns einfach für ein Brett als Abschluss entschieden, aber da das Regal um die Ecke geht, stand zB auch eine aufklappbare Ecke für Taschen zwischenzeitlich zur Diskussion.
Die Ablage sollte dann individuell noch aufgepimt werden. Dazu später mehr.

Schritt 2: Der Einkauf

Im Baumarkt haben wir uns einzelne Kisten gekauft. Sicherlich könnte man die sich auch selbst bauen, aber die Arbeit haben wir uns gespart. Die Zusammenstellung seht ihr hier. In die großen Fächer haben wir später noch ein Brett als Zwischenboden eingefügt.

Unsere Wahl der Schuhfächer.

Kleiner Tipp: Im Baumarkt haben wir die einzelnen Kisten zu einem Regal zusammen gebastelt. Als wir uns entschieden hatten, haben wir unsere Kreation auch fotografiert; so wussten wir auch noch Zuhause, was wir uns gedacht haben. Die oberen flachen Fächer eigenen sich übrigens auch super als Helm- und Schirmfach.

Damit die Fächer auch alle zusammen halten: Ab in die Schraubenabteilung.

Dann ging es in die Farbabteilung. Wir haben uns für blaue und gelbliche Fächer entschieden. Da haben wir aber leider zweimal einkaufen müssen. Zunächst hatten wir uns für eine halbdeckende Holzlasur entschieden, die aber mehr halb als deckend war. Nun ja, kleine Fehler passieren eben 🙂 Beim zweiten Versuch haben wir dann ein blau und ein hellgelb gefunden, was zu unseren Vorstellungen passte. Mit den ersten Farben werde ich irgendwann mal ein anderes Projekt verwirklichen – ich weiß auch schon welches.

Außerdem haben wir noch Schleifpapier gekauft. Die Regale kann man sicher auch so verwenden, gerade, wenn man sie noch streicht. Aber einmal schön drüber geschliffen, gefällt es uns einfach besser.

Dann noch in die Holzabteilung. Wir haben uns für zwei simple Birken?holzplatte entschieden Bei Bedarf kann man in jedem Baumarkt auch die Bretter direkt zuschneiden lassen. Und dann noch Acrylklarlack gekauft, um unsere Dekoidee für die Platte anbringen zu können. Außerdem wurden nur zwei Platten für die Zwischenböden gekauft.

Schritt 3: Flohmärkte besuchen

Wir waren uns sehr schnell einig, dass die Abdeckung mit alten Papier beklebt werden soll. Bei mehreren Flohmärktbesuchen haben wir dafür alte Geldscheine aus verschiedenen Ländern, eine alte Bravo, alte Briefumschläge mit Briefmarken gefunden. Ein Reiseführer von … aus dem Jahr ??? haben wir auch gefunden. Darüber hinaus hat sich noch in altes Haushaltsheft meiner Oma (handschriftlich verfasst) und …. gefunden.

Bild einfügen

Während wir viele alte Karten gesehen haben, kam mir die Idee das Brett zunächst vollständig mit alten Noten zu bekleben  – als Grundierung sozusagen. Die größte Herausforderung war für mich dabei, geeignete Noten zu finden. Denn egal wo ich alte Noten gesehen habe, in meinem Kopf war immer der Gedanke: ohhh die Mozart-Streichquartette sind so schön. Wenn ich die Noten jetzt kaufe, dann will ich das Quartett irgendwann spielen und dann ärgere ich mich, dass ich die Noten zerstört habe. Das ging einfach nicht. Aus meinem Dilemma hat mich dann ein sehr netter Mensch in Braunschweig (Achtung: Werbung wegen Namensnennung) im Musikgeschäft „Musikalien Bartels“  gerettet. Ich habe ihn gefragt, ob er alte, kaputte Noten hat und er hat mich sofort gefragt, ob ich die für ein Kunstprojekt benötige. Die Formulierung hat mich schon sehr stolz gemacht und mein Ego ist auf das doppelte angeschwollen. Er hat dann tatsächlich einen großen Stapel kaputter Noten rausgeholt geholt und mir diese geschenkt. Ich war so glücklich und dankbar – deswegen muss ich jetzt einfach auch den Namen des Geschäftes euch mitteilen.

Schritt 4: Das Regal gestalten

Die einzelnen Kisten schleifen und gut abstauben. Danach kommt die Farbe drauf. Die Kisten nacheinander festschrauben und schon ist das Regal fertig

Schritt 5: Die Platte

Die Noten waren recht dick, deswegen habe ich sie auf beiden Seiten mit Acryllack bestrichen und die Holzplatte ebenso. Dann einfach die Noten nach Bedarf  schief auf die Platte kleben. Anfang wollte ich noch einzelne Teile zuschneiden, aber die Blätter einfach ganz und überlappend darauf zu kleben, fand ich dann doch schöner. Falls man auf dem  Foto irgendwelche Marken sieht, dann ist das nicht gewollt, aber ich möchte euch nicht vorenthalten, euch vorsorglich vor eventueller nicht gewollter Werbung zu warnen.

Langsam nehmen beide Platten Gestalt an
Das erste Notenblatt soll auf die Platte

Schritt 6: Alles zusammenfügen

Nun wird noch die Platte an das Regal geschraubt und schon können die Schuhe eingeräumt werden. Auch der Helm bekommt endlich ein schönes Fach.

Bonusschritt: Kleiderstange hinzufügen

Ein wenig Glück hatte ich schon mal wieder. Zu dem Zeitpunkt, als wir unseren Flur gestaltet haben, hat mein Freund noch in einem Betrieb gearbeitet, die auch eine Metallverarbeitung haben. Die haben uns eine Stange für Spielplatzgeräte noch genau für die Ecke zugeschnitten und gebogen. Auch in die Lücke zwischen Wohnzimmer und Küche haben wir noch eine Stange angebracht – die ist allerdings eher für das Training von Pullups gedacht 🙂 Aber ich wette man findet auch so eine Möglichkeit, sich ein Metallrohr biegen und schneiden zu lassen, die ist dann wahrscheinlich nur nicht so bequem.
Auf die Stange für die Garderobe haben wir direkt noch Haken draufgesteckt – die kann mich ganz einfach bestellen.

So, fertig ist das Schuhregel oder eher die Garderobe. Im übrigen finde ich die Kisten ganz toll und man kann sich ganz viele verschiedene Dinge damit bauen. Solltet ihr jetzt inspiriert wurden sein und auch was bauen, dann macht doch bitte ein Foto und verlinkt doch bitte meine liebe Schwester. Es würde mich unglaublich freuen, neue Ideen zu sehen 🙂