Schön, dass du trägst, aber…

Seit ich mein erstes Kind habe, weiß ich, dass alles, was ich tue von anderen Menschen kritisch beäugt wird.


Das Kind hat keine Mütze auf? Furchtbar!
Es hat zu viel an? Katastrophe!
Und selbst Tragebilder in Mamigruppen – großes Fettnäpfchen!

Das Kind muss mehr gebeutelt werden… die Beine müssen bis zur Kinnoberkante gezogen werden… du musst fester binden… also diese Trage ist wirklich nicht empfehlenswert… unaufgeforderte Tipps. Danke auch. Für nichts!

Was wenn das Kind zB nicht anhocken kann? (Wie mein 2. am Anfang – KiSS sei Dank 🙄) Was wenn die Mama gerade mit postnatalen Depressionen kämpft? Ihr es Überwindung gekostet hat, das Kind überhaupt in ihre Nähe zu lassen?


Und sie stolz und überglücklich dieses Bild teilt und als Kommentar liest, was sie alles falsch macht… denk doch bitte darüber nach!

Ich meine jetzt nicht die Eltern, die nach Tipps fragen. Denen Hinweise zu geben ist super, sondern die, die einfach nur ihre Freude am Tragen teilen wollen.

Liebe Mama, lieber Papa, wenn du das nächste Mal ein Tragebild siehst, kommentiere doch bitte mit: „Schön, dass du trägst.(Punkt!)“ Wenn du das nächste Mal eine Mama mit ihrer uralten unergonomischen Tragehilfe in der Stadt siehst, lächel sie an. Sie trägt ihr Kind, sie gibt Liebe, Nähe, Geborgenheit. Das ist das Wichtigste.

Und auch wenn meine Aufgabe als Tragberaterin ist, Eltern zu zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und wie das Tragen optimiert werden kann, so ist doch das Wichtigste für das Kind ganz nah bei Mama und Papa zu sein.

Ohne Wenn und Aber!

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