Warum Naturparfüm? + Testbericht – Farafalla (1)

Ausgangspunkt

Also ich inspiriert durch eine Themenreihe im Netz anfing, mich mit den Inhaltsstoffen von Parfümen zu beschäftigen, war ich entsetzt. Ich sondierte mein gerade leer gewordenes Produkt bei Codecheck und stellte fest: Natürlich ist etwas anderes. Codecheck ist immer extrem kritisch und nicht immer korrekt aber es handelte sich auch nicht nur um eine Komponente, die mir missfiel sondern um viele. So enthielt mein Produkt beispielsweise:

  • Ethylhexyl Methoxycinnamate: Hormonelle Störungen wie Veränderungen der Geschlechtsorgane wurden bei Tieren dokumentiert. Steht deshalb auf der Prioritätenliste der EU für hormonell wirksame Stoffe.
  • Benzophenone-3: Verdacht auf hormonelle Wirksamkeit
  • BHT: Krebsfördernd. Verdacht auf hormonelle Wirksamkeit.
  • Butylphenyl Methylpropional: Potentes Allergen. Für Kontaktallergiker ist dieser Duftstoff nicht empfehlenswert. Duftstoffe sollten von Asthmatikern und Personen mit hyperreagiblen Atemwegen generell gemieden werden. Reproduktionstoxizität (Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit) in Tierversuchen nachgewiesen.
  • CI 17200, CI 19140: Basierend auf Tierversuchen werden verschiedene aromatische Amine als krebserrzeugend angesehen. In der EU ist der Einsatz beschränkt.

Ziemlich erschreckend oder?

Alternative – Naturparfüm

Glücklicherweise sprühe ich mir mein Parfüm sowieso bevorzugt auf die Kleidung. Komplett darauf verzichten mag auch ich aber auch nicht. Gerne umgebe ich mich zumindest mit einem zarten Gefühl von gut duftenden Sachen. Trotzdem wollte ich solche Stoffe wie sie in meinem Parfüm waren, nicht mehr länger besitzen. Sofort fing ich an, mich mit anderen Möglichkeiten zu beschäftigen und kam zu dem Ergebnis, dass es genau wie bei Naturkosmetika auch in diesem Bereich eine Alternative gibt – die Naturparfüme. (oder Parfüms, beides ist korrekt^^) Und obwohl es auf Grund des geringeren Absatzmarkters wesentlich weniger Naturparfüms gibt, ist die Auswahl mittlerweile auch ziemlich groß. Eine Liste findet man hier.

Woher sollte ich nun wissen, welches Parfüm mein neues wird? Ich hatte keine Ahnung. Einen großen Einkaufsmarkt für Parfüme gibt es (zumindest hier) nicht. Deshalb entschloss ich mich dazu, einige Pröbchen zu bestellen und mich so durch den “Parfümdschungel” durchzutesten. Meine Erfahrungen und Eindrücke werde ich hier mit euch teilen. Vielleicht hilft das dem einem oder andere ja auch in der Entscheidungsfindung.

Farafalla

Über Farafalla

Farafalle ist ein Schweizer Biokosmetik- und Dufthersteller, der nun schon seit ca. 30 Jahren Parfüme herstellt. Seit 2012  trägt Farfalla das Label CSE und gilt damit auch als ein unternehmen, das nachhaltig produziert. Etwa 80 % der Rohstoffe sind aus kontrolliert biologischem Anbau und/oder aus Wildsammlung. Die Produkte werden fair produziert und ohne Tierversuche getestet. Mittlerweile besitzt das Unternehmen fünf eigene Filialen und betreibt einen Onlineshop, über den ich mir die Produktproben bestellt habe.

Produkttest

Ich entschied mich für ein das Produktset 2 mit vier verschiedenen Düften, da diese Parfüme am fruchtigesten und frischesten erschienen. Farafalla produziert noch zwei weitere Duftproben, die ich eventuell in Zukunft noch testen möchte. Vielleicht habt ihr schon Erfahrungen mit der Marke gemacht? Dann könnt ihr eure Testberichte gerne im Kommentar verlinken?

Anima

Bestandteile:

Alcohol*, Parfum (natural essential oils), Melissa Officinalis Flower/Leaf/Stem Water*, Limonene**, Benzyl Benzoate**, Benzyl Cinnamate**, Citral**, Citronellol**, Farnesol**, Geraniol**, Linalool**, Anise Alcohol**. *Certified organic, **Bestandteile natürlicher ätherischer Öle/part of natural essential oils

Im Test:

Im ersten Eindruck wirkte der Sprühstoß sehr alkoholisch. Wenn dieser erster Duft verflogen ist, was sehr schnell geht, dann riecht man die blumigen Bestandteile. Danach kann man eine leicht fruchtige Note mit Zitrus erriechen. Für mich “klingt” das Parfüm sehr hoch (ja, die Musiker) also auf einer Tonleiter würde ich eher hohe Töne spielen, um den Duft darzustellen. Er ist also mit hellen, lieblichen bis fast ins stechend gehenden Tönen zu umschreiben. Aber nicht unangenehm stechend sondern eher klar und frei klingend. Genug der Musikmetaphern. Die Haltbarkeit war angenehm lang. Er umspielte mich für mehrere Stunden ohne zu dick aufzutragen.
Alles in allem ist anima also ein angenehmer, belebender Duft, der erfrischt und auf jeden Fall zum Sommer passt.

Aura

Bestandteile:

Alcohol*, Parfum (natural essential oils), Rosa Damascena Flower Water*, Limonene**, Benzyl Benzoate**, Cinnamyl Alcohol**, Cinnamal**, Citral**, Citronellol**, Eugenol**, Farnesol**, Geraniol**, Linalool**. *Certified organic, **Bestandteile natürlicher ätherischer Öle/part of natural essential oils

Im Test:

Dieser Geruch ist besonders aber angenehm besonders. Im ersten Eindruck dachte ich an Kräuter, eine Blumenwiese und einen Sommertag. Ich habe gleich nachgeschaut, welche Düfte das wohl sein könnten und fand: Angelika, Kamille, Weihrauch und Zirbelkiefer. Die Kopfnote mit leichten Zitrusdüften lässt sich schnell erriechen, woraufhin es ziemlich frisch und leicht herb duftet. Laut Werbeanzeige soll der Duft zu Menschen passen, die sich besser schützen und abgrenzen möchten bzw. mutmachend wirken.

Femme Sauvage

Bestandteile:

Alcohol*, Parfum (Natural Essential Oils), Limonene**, Mentha Piperita Water*, Linalool**, Citral**, Geraniol**, Eugenol**, Benzyl Benzoate**, Citronellol**, Farnesol**, Benzyl Cinnamate**. * Certified organic, ** part of natural essential oils

Im Test:

Dieser Duft passte leider überhaupt nicht zu mir. Ich empfand ihn als sehr unangenehm. Laut Beschreibung handelt es sich um frische Zitrusfrüchte und Neroli, dazu grünherbe Noten von Angelikawurzel, Veilchenblatt und rosa Pfeffer, sanft eingehüllt in Sandelholz, Iris und Benzoe. Ich empfand ihn als herb, viel zu würzig und zu maskulin.

Essence Divine

Bestandteile:

Alcohol*, Parfum (Natural Essential Oils), Limonene**, Linalool**, Citral**, Geraniol**, Coumarine**, Anis Alcohol, Benzyl Benzoate**, Citronellol**, Farnesol**, Benzyl Cinnamate**, Benzyl Salicylate**, Eugenol**, Iso-Eugenol**, Benzyl Alcohol**. * Certified organic, ** part of natural essential oils

Im Test:

Der letzte der vier Tester überrascht mich am meisten. Normalerweise mag ich keine süßen Düfte, Vanille o.ä. löst bei mir nur Ablehnung aus. Allerdings war es dieses Mal anders. Im ersten Eindruck riecht man einen sehr süßlichen Duft, der aber überhaupt nicht unangenehm wirkt. Zwar findet man auch Vanille vor aber Dank der Blütennoten von Nachthyazinthe, Champaca, Neroli, Jasmin und Osmanthus sowie Rosen-Attar, Iris und Ambernoten ist der Duft gar nicht übertrieben süßlich sondern eher wie ein sanfter Schleier, der jetzt gerade in dieser Jahreszeit passt. Er beruhigt und gibt eine positive Grundstimmung. Ein wirklich angenehmes Weihnachts- und Winterparfüm.

Du möchtest noch weitere Infos haben und Firmen kennen lernen?

Dann schau dir den nächsten Artikel dazu an!

Warum Naturparfüm? + Testbericht – Farafalla (1)
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