Upcycling: Stühle selbst aufarbeiten

by Ann: Dieser Artikel stammt aus der Feder von meiner Schwester, ihr habt von ihr schon hier gelesen und werdet auf meinem Blog ab und an von ihr lesen/ hören, da sie mittlerweile einen eigenen Autorenzugang zum Blog hat. Darüber freue ich mich ganz besonders! 🙂

Schritt 1: Finde ein paar alte Stühle zum Upcyclen

Als ich mit dem Studium im letzten Jahr endlich fertig war und angefangen habe zu arbeiten, bin ich mit meinem Freund in eine Dreiraumwohnung gezogen.

Das Ding ist, wir hatten endlich eine schöne große gemeinsame Wohnung, aber kaum Möbel, die man in die Wohnung stellen konnte: Eine unbequeme Bettcouch, 2 Schreibtische, ein Ikea-Regal und einen neuen Kleiderschrank. Mehr Geld war auch nicht da. Durch ganz viel Glück hat sich unsere Wohnung dann doch mit dem ein oder anderen Möbelstück gefüllt.: Ein Tisch, eine Couch, ein Couchtisch und eine 1,90m langes Doppelbett.

Es fehlten nur noch Stühle für den Tisch. Und wie es der Zufall will, sind die uns quasi auch zugefallen

Wir sind also am Wochenende nichtsahnend mit den Inline Skatern raus und haben nach ungefährt 5 Minuten Fahrt plötzlich vier Echoholzstühle am Straßenrand gefunden. Nachdem uns die Besitzer versichert haben, dass wir die Stühle auch aufsammeln dürfen, hatten wir plötzlich auch noch vier Stühle. Allerdings sahen die schon sehr abgenutzt aus. Der Bezug war sehr staubig und hatte sicher schon den ein oder anderen Saft aufgesaugt. Die sind also nicht ganz ohne Grund der Entsorgung nur knapp entkommen…
Aber hey, vier siffige Stühle sind doch besser als keine, oder? Außerdem kann dieser Zustand ja sehr schnell geändert werden.

Unsere alten neuen Stühle

Schritt 2: Einkaufen und Familie/Freunde haben, die einem Geräte zum Upcyclen der Stühle ausleihen

Wir hatten also unsere Wochenendbeschäftigung gefunden: Die Stühle müssen geschliffen und neu bezogen werden.

Gesagt getan. So sind wir in die Stadt gefahren, haben uns neuen Schaumstoff für die Polsterung und einen schönen Stoff zum Beziehen der Sitze gekauft. Außerdem haben wir uns Sandpapier zum Abschleifen (eine Schleifmaschine hatten wir glücklicherweise vor Ort zur Verfügung gehabt) und Öl für die Holzpflege besorgt. Normalerweise nehmen wir für Holz einfach nur Leinenöl oder für Olivenholz Olivenöl. Für die Stühle haben wir dann aber eine extra Ölmischung im Baumarkt gekauft. Eine reine Ölmischung reicht aber vollkommen aus. Wachszusätze und was es noch alles an Zusätzen gibt sind meiner Meinung nach völlig überflüssig. Einen Tackern zum Antackern des Stoffes konnten wir uns auch noch ausleihen.

Schritt 3: Schleifen, schleifen, schleifen & Co

Zunächst haben wir die Stühle auseinander geschraubt. Mein Freund hat angefangen die Stühle zu schleifen. Insgesamt haben wir Sie drei mal geschliffen: Grob, feiner und noch feiner – damit sich die Stühle auch ganz glatt anfühlen. Das Schleifen macht Spaß – zumindest die erste Stunde. Irgendwann wurden die Arme halb taub von der Vibration, aber in der Sonne arbeiten gleicht die Anstrengung wieder aus. Ich hab mich dran gemacht, die alten Bezüge zu entfernen und siehe da: unter der Schicht der Bezüge offenbarte sich sofort noch eine zweite, noch dreckigere Schicht. Als beide Schichten nach mühevoller Arbeit entfernt waren, wurde über die neue Schaumstoffschicht also ein neuer Bezug angetackert. Spätestens da habe ich mich in unsere neuen Stühle verliebt.

Schleifmaschine: Go!
Bezüge: Weg!

 

Schritt 4: Stühle ölen und zusammenbauen

Nachdem wir den Samstag und Sonntag mit Schleifen verbracht haben, war die Arbeit auch irgendwann erledigt und wir konnten die Stühle ölen. Insgesamt haben wir zweimal geölt. Dann kamen die Sitze wieder drauf und seht selbst, das Ergebnis lässt sich sehen. Die meisten Dellen konnte weggeschliffen werden, ebenso Buntstiftbemalungen. Durch das Öl kommt außerdem die Maserung des Holzes wieder schön zu Geltung. Der selbst gewählte Stoff macht aus den Stühlen individuelle Lieblingsstücke.

Unsere aufgearbeiteten neuen Stühle

Schritt 5: Sich darüber freuen, etwas geschafft zu haben

Es war zwar einiges an Arbeit, aber es ist auch ein wundervolles Gefühl zu sehen, was man geschafft hat und das man selbst etwas dafür gemacht hat.
Und am Ende haben wir vielleicht ungefähr 30 € investiert und haben nun 4 wundervolle Echoholzstühle, die super in unsere Wohnung passen. Und noch schöner ist, dass die Stühle eine zweite Chance bekommen haben, nicht entsorgt wurden sondern mit ein wenig Arbeit (hoffentlich) noch viele Jahre genutzt werden können. Es wäre wirklich schade gewesen, wenn die im Müll gelandet wären.

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