Tragehilfen

Du kommst mit dem Tragetuch nicht gut zurecht oder möchtest nicht binden bzw. hast empfohlen bekommen, eine Tragehilfe zu nutzen? Aber was gibt es eigentlich für Tragehilfen? Der folgende Artikel wird dir dabei helfen, dich zu orientieren.

Überblick über die Tragehilfen

Es gibt erst einmal grob 3 verschiedene Arten von Tragehilfen: Mei Tais (Meh Dais), Halfbuckle und Fullbuckle.

> Eine Mei Tai (Meh Dai) wird komplett gebunden, allerdings anders als ein Tragetuch mit 4 bzw. 6 Bändern. (Spezialfall: Wrap Conversion = Mei Tai komplett aus Tragetuchstoff)
> Ein Halfbuckle hat einen Hüftgurt, wird allerdings mit 2 Bändern im Schulterbereich gebunden.
> Ein Fullbuckle wird nicht gebunden, sondern hat nur Schnallen. Um zu entscheiden, welche Tragehilfe du brauchst, solltest du alle Varianten zum Beispiel mit Hilfe eines Testpakets ausprobieren.

– Auf Onbus/ Onbuhimos und Slings, die auch zu den Tragehilfen gehören, gehe ich an anderer Stelle noch einmal ein.

– Selten gibt es auch Podaegis = Tragehilfe ohne Hüftgurt wird mit den auffächerbaren Schultergurten gebunden.

Hier einmal ein Überblich über die Tragehilfen-Systeme

Checkliste

Achte bei der Auswahl einer Tragehilfe auf eine ergonomisch korrekte Haltung – die Anhock-Spreiz-Haltung. Hängen die Beine in der Tragehilfe nach unten, ist die Haltung nicht korrekt!

Die Tragehilfe sollten sich an den Rücken des Kindes anpassen und nicht umgedreht. Dafür eignen sich Tragehilfen aus Material, das dem eines Tragetuchs ähnelt besonders. Einige Firmen stellen auch direkt aus ihren Tragetüchern Tragehilfen her.

Die bekanntesten Tragehilfen der Firmen Manduca und Ergobaby sind ein Kompromiss und oft nur eine kurze Zeit einsetzbar. (ab Größe 74 bis die Beine des Kindes den Steg überragen) Die jeweiligen Neugeborneneinsätze sind sehr umstritten und werden von Trageberatern meist nicht empfohlen.

Merkmale guter Tragehilfen

> Das Kind wird aufrecht und zum Träger gerichtet getragen.

> Das Rückenteil passt sich dem Kindsrücken an (vom Material her aber auch von der Höhe und im Nacken – auch hier ist ein verstellbares Rückenteil das Optimum)

> Die Tragehilfe ist für vorne und hinten geeignet (im Idealfall kann zwischen 2 Befestigungsmöglichkeiten – am Hüftgurt und unter am Rückenteil umgesteckt werden bzw. Träger zum Knoten gewählt werden, so lässt sich die Trage vorne und hinten optimal einstellen)

> Eine Kopfstütze ist gerade für kleiner Babys oder Kinder, die in der Trage schlafen sehr gut, so dass der Kopf optimal gehalten wird. Ziehe sie aber bitte nicht über das Gesicht deines Kindes.

> Ein stufenlos verstellbarer Steg (die Tragehilfe sollte immer von Kniekehle zu Kniekehle gehen) ist Voraussetzung für die Anhock-Spreiz-Haltung.

– Fast alle Hersteller toller Tragehilfe bieten für unterschiedliche Kleinkindgrößen unterschiedliche Tragen an: Babysize, Medium/ Standard und Toddlersizes. Danach werden auch oft XL und XXL-Sizes angeboten. Um festzustellen von wann bis wann die jeweilige Trage geht, sollte ein Blick auf die Herstellerseite geworfen werden, die Größen sind nicht einheitlich.

– Tragehilfen mit zu schmalen Steg und festem Rückenteil, wie z.B. Babybjörn, Chicco, Hauck o.ä. werden von uns ausdrücklich NICHT empfohlen, da sie weder eine korrekte Haltung der Füße noch die des Rückens gewährleisten!

– In Ausnahmesituationen und nach ausführlicher Beratung durch eine ausgebildete Trageberaterin gibt es Situationen, in denen solche Tragehilfen empfohlen werden können.

Und noch 3 kleine Hinweise am Ende:

Trage NIE das Kind mit dem Gesicht nach vorne! Die Reizüberflutung überfordert Kleinkinder und Babys. Zudem ist auch hier keine korrekte Haltung möglich.

– Achte immer auf freie Atemwege achten, egal mit welcher Trage du trägst.

Teste eine Tragehilfe bevor du sie kaufst. Nicht jede Tragehilfe passt zu jedem Tragepaar und sie soll dir und deinem Baby wirklich bequem sein. Am besten schaust du dir einmal mein Sortiment an Tragehilfen durch und buchst dir deinen Testtermin.

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