• Nachhaltige Geschenkideen

    Nun ist es fast da, das Fest der Liebe und Besinnung. Ich hoffe mit unserem Adventskalender konnten und können wir euch in dieser Zeit zum Nachdenken bringen. Dem ein oder anderen fehlt vielleicht doch noch das letzte Geschenk oder die letzte Idee.

    Zwar gibt es schon zwölfundrölfzig Ideen und Anregung zum Thema “Weihnachtsgeschenke” und ich möchte auch nicht sagen, konsumiert noch mehr und noch mehr. In diesem Beitrag sollen Ideen und Anregungen zum nachhaltigen Schenken gegeben werden, zu Sachen die von den Inhaltsstoffen her hochwertig und unbedenklich sind und Dinge, die die Umwelt nicht belasten.

    Etwas Selbstgemachtes

    Schokocreme

    Wie wäre es mit selbstgemachter Schokocreme, verziert mit selbst gebastelten Sternen verpackt in eigenem Geschenkpapier. Die Möglichkeiten sind riesig und der Beschenkte freut sich über etwas wirklich eigens für ihn Angefertigtes.

    Wir haben in diesem Jahr Einmachgläser geupcycelt und tolle Weihnachtsdeko selbst gestaltet. Die Anleitung dazu findet ihr hier.

    DIY-Weihnachtsdeko: Upcycling Einmachgläser
    DIY-Weihnachtsdeko: Upcycling Einmachgläser

    Naschereien

    Wie oft habe ich es selber schon gemacht. Einfach schnell noch in den Supermarkt gehen und einen Pralinenkasten kaufen oder noch eine Tafel Schokolade mitnehmen. Das meine ich mit Naschereien NICHT! Diese Geschenke enthalten viel Zucker, sind lieblos und der Beschenkte freut sich nicht wirklich darüber. Man hat eben etwas geschenkt, um den Zweck des Schenkens zu bedienen. Seit Sonntag werden hier im Rahmen des Adventskalenders zwei Naschereien verlost, die ich auch hier noch einmal als Alternative vorstellen möchte:

    Xukkolade

    Der Zucker dieser Schokolade wurde vollständig durch Xylit ersetzt. Dieser Ersatzsstoff beeinflusst den Blutzuckerspiegel viel weniger als Zucker und schont die Zähne.  Hergestellt wird die Xucker-Schokolade in Deutschland. Dabei kommen nur Kakaobestandteile zum Einsatz, die UTZ-zertifiziert sind. Außerdem ist die Schokolade hefefrei, stärkefrei und vegetarisch und mit einem kompostierbaren Kunststoff anstatt mit Aluminium verpackt. Heiße Schokolade gibt es auch noch von der Firma – somit sind die Verschenkemöglichkeiten sehr groß.

    Schokolade

    Marmelade

    Dieser leckerer Fruchtaufstrich besteht aus mindestens 70% Früchten und ist ausschließlich mit Xylit gesüßt. Er ist frei von Hefe, Gluten, Getreide, Stärke und Laktose und auch vegetarisch und vegan. Mittlerweile wurde dieser Aufstrich Bestandteil der meisten meiner Frühstücke und ich bin begeistert. Er schmeckt zwar etwas säuerlicher aber sehr lecker und man kann ihn ohne schlechtes Gewissen genießen.

    Fruchtaufstrich
    Fruchtaufstrich

    Sowohl die Schokolade als auch die Marmelade sind beispielsweise hier erhältlich.

    Gemeinsame Zeit und Spiele

    Ich liebe es, gemeinsam mit Freunden am Tisch zu sitzen und zu spielen. In der Studentenzeit haben wir ewig lange und ausdauernde Spieleabende gemacht und auch jetzt noch spiele ich sehr gerne. Und vor kurzem bekam ich ein ganz tolles Spiel zum Testen geschickt*, was ich euch hier gerne vorstellen möchte:

    Evergreen Ideas
    Evergreen Ideas

    Evergreen Ideas – Grünes Gedächtnis

    Das Spiel ist ein nachhaltiges Memoryspiel, das aus 32 Kartenpaaren besteht. Jedes einzelne Kartenpaar stellt eine eher umweltschädliche einer nachhaltigen Alternative gegenüber. So finden sich Paare wie: Plastiktüte und Stoffbeutel, konventionelle Bank und Ökobank oder Monokultur und Permakultur… Alle Begriffe werden auch noch einmal über die Anleitung erklärt. Zusätzlich sind alle Begriffe in vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch abgedruckt. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Lerneffekt sowie die Möglichkeit für Menschen verschiedener Muttersprachen, an einem Spieltisch zusammenzukommen.

    Ich habe das Spiel mit meiner 5. Klasse ausprobiert. In einem der letzten Blöcke vor Weihnachten zeige ich gerne den Film Wall-E, der auf anschauliche Weise zeigt, was mit unserer Erde passiert, wenn wir sie weiter zumüllen. Schon im letzten Jahr sind dabei interessante Diskussionen aufgekommen darüber, was eigentlich in einigen Produkten drin ist. (Mikroplastik, Erdöl…) Gerade die Fünftklässler sind da noch sehr interessiert und aufgeschlossen. In diesem Jahr habe ich dann noch das Kartenspiel angeschlossen und auch hier sind super Gespräche und Gedankenaustausch zu Stande gekommen.

    Ich kann dieses Spiel also Eltern mit Kindern im Alter von etwa 7-14 Jahren sehr empfehlen. Voraussetzung ist meiner Meinung nach, dass die Kinder schon lesen können, deshalb würde ich die Altersangabe von den empfohlenen 6 auf eben 7 Jahre hochsetzen.

    Das Spiel findet ihr hier.

    Aber nicht nur auf gemeinsamen Spieleabenden kann man eine schöne Zeit miteinander verbringen. Auch ein gemeinsamer Ausflug, Schlittschuh fahren gehen… sind eine tolle Geschenkidee. Gemeinsam verbrachte Zeit ist meiner Meinung nach, eine der nachhaltigsten Geschenkideen. Zu diesem Thema empfehle ich auch noch einmal Pias Blogartikel.


    *Ich bekam das Spiel kostenlos und ohne Vorgaben zur Verfügung gestellt. Der Testbericht spiegelt komplett meine eigene Meinung wieder.

    Bücher

    Für die Leseratten unter den Freunden eignen sich Bücher am besten. Mittlerweile gibt es auch viele, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und DIY-Ideen beschäftigen. Ich mag z.B. die Bücher von Smarticular. Smarticular ist schon seit langem einer meiner liebsten Nachschlagwerke im Netz. Hier findet man alles für ein einfaches und nachhaltiges Leben. Viele meiner Artikel sind von diesem Blog inspiriert und etliche der Ideen dieser Seite habe ich schon umgesetzt.

    Bisher besitze ich im Buchformat nur “Selber machen statt kaufen“. Ein Buch, das Alternativen zu den meist mit unnützen mit synthetischen Zusatzstoffen überschütteten Fertigprodukten aufzeigt. Ich bin der Meinung, dass das für jede Küche eine Bereicherung wäre – einer der Geschenketipps überhaupt auch für Menschen, die man nicht so gut kennt, denn es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

    Selber machen statt kaufen

    Auf meinem Wunschzettel selber stehen noch die anderen beiden Bücher dieser Firma: “Geh raus! Deine Stadt ist essbar” und “Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“. Ersteres wünsche ich mir vor allem, weil ich ab Mitte des kommenden Jahres einen eigenen Garten besitzen werde. Zudem achte ich, wie meine Saisonkalender zeigen auf regionale und saisonale Produkte und stelle manchmal selber fest, ich kenne mich zu wenig aus. Dieses Wissen kann nun das eine Buch erweitern.

    Geh raus! Deine Stadt ist essbar

    Dass ich mir das zur Küche ergänzende Buch fürs Bad wünsche, dürfte auch jedem, der meine Kategorien durchklickt klar werden. 😉 Mit nur fünf Hausmitteln: Natron, Soda, Essig, Zitronensäure und Kernseife sämtliche Drogeriemittel zu ersetzen, das sollte eine tolle Anregung für jeden Beschenkten geben. Wie meinte eine Freundin vor einiger Zeit zu mir: “Seit ich dich kenne, hat die Drogerie ihren Zauber und Glanz verloren.” Vielleicht kann ja eure Geschenkidee den Beschenkten auch zum Nachdenken und Nachmachen anregen.

    Aktuell lese ich noch ein spannendes Buch “Nachhaltig leben für alle” von Georg Schweisfurth

    Nachhaltig leben für alle

    Zum Rezensieren kam ich leider noch nicht, nur so viel: Ich kann es auf jeden Fall für den Einstieg in das Thema weiterempfehlen.

    Zeitschriften-Abo

    Vor Kurzem habe ich auf Instagram von einer Zeitschrift berichtet, die ich nun schon seit einiger Zeit lese. Sie beschäftigt sich mit Themen wie Mode und Stil, Beauty, Wohnen, Technologie, Food und Reisen aber alles unter dem Gesichtspunkt nachhaltige und bewusste Lebensweise. Ich selbst finde die Artikel spannend und super aufbereitet und kann diese sehr weiterempfehlen. Der ein oder andere Beschenkte freut sich sicherlich auch über ein Abo das greenLifestyle-Magazins.

    Uhren und Schmuck

    Wer meinen Instagram-Account verfolgt, weiß, dass ich ein Fan von 2nd Liar bin. Und zuvorderst: Nein ich habe keine Verträge oder Kooperationen mit der Firma. Ich mag die Produkte und die Intention dahinter persönlich nur sehr gerne!

    Es handelt sich sowohl bei den Uhren als auch beim Schmuck um handgefertigt Produkte, die direkt vom Hersteller, einem Studenten, vertrieben werden. Die Produkte sind alle aus Holz und durch die individuelle Maserung des Holzes ein echtes Unikat. Mit jedem erworbenen 2nd Liar Artikel pflanzt man in Kooperation mit I PLANT A TREE® einen Baum. Für den Schmuck der Firma wird als Rohstoff recyceltes Holz verwendet, dass als Verschnitt bei der Möbelproduktion anfällt. Aber die Produkte sind nicht nur extrem nachhaltig sondern auch noch wunderschön – aber seht selbst:

    Kosmetik

    Diese Geschenkidee wird oft als Antigeschenk oder schlechtes Geschenk verworfen. Man weiß nie, was passt, kauft das Falsche und am Ende freut sich der Beschenkte nicht. Deshalb gilt es hier ganz genau darüber nachzudenken, ob und in wie weit das zu dem Beschenkten passt. Und es gilt zuvor, zu recherchieren, welche Produkte hochwertig und umweltverträglich sind. Ich denke, geht man einfach in die Drogerie um die Ecke und kauft das erstbeste Döschen, dann ist das die schlechteste Geschenkidee überhaupt. Merkt aber der Beschenkte, dass man sich zuvor damit beschäftigt hat, kann vielleicht noch erklären, welche Inhaltsstoffe (nicht) verwendet wurden und warum, man sich gerade für dieses Produkt entschieden hat, dann ist die Freude auf beiden Seiten sehr groß.

    Dekorative Kosmetik

    Aber bitte nur Naturkosmetik. Schaut euch aber zuvor an, welche Lippenstiftfarben eure Beschenkte sonst nutzt, ob sie Unverträglichkeiten hat oder ob sie sich überhaupt schminkt. Dekorative Kosmetik finde ich immer riskant. Wer aber sonst gerne und oft Farbe nutzt, freut sich sicherlich über ein tolles besonders hochwertiges Produkt. Einige Ideen findet ihr hier.

    Zum Beispiel: Lippenstift von Lakshmi

    Pflegeprodukte

    Pflegeprodukte finde ich im Kosmetikbereich schon wesentlich einfacher. Eine gute und dezent duftende hochwertige Creme mit unbedenklichen Inhaltsstoffen, darüber freuen sich sicherlich Mann und Frau. Erdölfrei, ohne Tierversuche, vegan, zertifiziert, das sind Kriterien, über die man beim Kauf nachdenken sollte. Ich selber bin übrigens großer Fan der Marke mysalifree und darf jetzt auch wieder eine neue Sorte der Pflegelinie testen: Gesichtspflege mit Kokos.

    Mysalifree Tages- und Nachtcreme

    Naturparfüme

    Darüber habe ich in meinem letzten Artikel berichtet. Konventionelle Parfüme sind voller schädlicher Inhaltsstoffe und wer seiner Liebsten oder seinem Liebsten gerne ein schönes Parfüm schenken möchte, der sollte auf Naturparfüm zurück greifen – ich finde die Idee mit den kleinen Testpröbchen als Geschenketipp übrigens auch sehr toll, denn man weiß ja nie, ob dem Beschenkten gerade dieser Duft passt und wir wollen ja auf keinen Fall, dass das Geschenk am Ende im Müll landet.

    Farafalla
    Farafalla

     

    Noch immer keine Idee?

    Es war noch nicht das Richtige dabei? Du weißt noch immer nicht, was du verschenken sollst? Dann frag einfach nach! Ich habe mir angewöhnt auch offensichtlich bei meinen liebsten Menschen nachzufragen. Ich möchte nicht, dass der dritte Kalender, egal wie schön er ist, im Müll landet. Mein Ziel ist es, etwas zu schenken, was wirklich gebraucht wird, etwas bei dem der Beschenkte lange Freude hat, was voller positiver Inhaltsstoffe ist und niemanden ausgebeutet hat, um produziert zu werden.

  • Rezension: Vegetarisch mit Liebe

    Kennt ihr das? Man hat einen Stapel auf dem Schreibtisch und kommt einfach nicht dazu, ihn abzuarbeiten? So ging es mir jetzt schon ziemlich lange mit dem Buch “Vegetarisch mit Liebe” von Jeanine Donofrio. Schon seit Wochen liegt es auf meinem Schreibtisch und ich wollte einen Review darüber schreiben. Lange habe ich überlegt, wie fange ich am besten eine Einleitung an? Wie beschreibe ich ein Kochbuch am besten? Wie erfahren meine Leser am besten, was dieses Buch kann oder nicht? Bei diesem Kochbuch fiel es mir aus den verschiedensten Gründen ziemlich schwer.

    Inhalt

    Natürlich enthält ein Kochbuch Rezepte, das ist jedem klar. Dieses Kochbuch unterscheidet sich in dem Punkt nicht von anderen. Es wurde mir von der Verlagsgruppe “Random House” als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt, ich habe es mir allerdings ausgesucht und diese Rezension spiegelt meine eigene persönliche Meinung wieder. Vorsorglich markiere ich den Artikel trotzdem als “WERBUNG”.

    Warum ein vegetarisches Kochbuch? Wie einige von euch wissen, lebe ich unter der Woche ausschließlich vegetarisch. Normalerweise suche ich mir meine Rezepte im Netz zusammen oder probiere einfach drauf los, mit Gemüse zu experimentieren aber manchmal soll es auch etwas Besonderes sein. Und so hoffte ich in diesem Buch etwas Besonderes zu finden und schmökerte sofort nach Erhalt des Buches los.

    Aufbau

    Das Buch ist grob in drei Teile unterteilt. Im ersten Teil beschreibt die Autorin Jeanine Donofrio, welche Absichten sie mit dem Kochbuch verfolgt. Sie ist seit 2011 Bloggerin von “Love & Lemons” und ziemlich erfolgreich Zudem gibt sie im ersten Teil einen Überblick über die Grundsätze des Kochens und eine Grundausstattung der Speisekammer.
    Der zweiten Teil beinhaltet die 120 Rezepte. Diese sind nach Hauptzutaten von Apfel bis Zucchini gegliedert. Insgesamt gibt es drei Obstsorten (Äpfel, Beeren und Zitrusfrüchte), sowie 23 verschiedene Gemüsesorten. Diese Gliederung passt sehr gut zu meinen Saisonkalendern, kann man doch nachschauen, welche Obst- oder Gemüsesorte, wofür verwendet werden kann.
    Im letzten Abschnitt befinden sich noch Grundrezepte zu Guacamole, Salsa, Pesto, Hummus und Smothies aber auch Anleitungen zur Zubereitung verschiedener Getreide und ein Pizzateigrezept.

    Leseprobe

    Mein Eindruck

    Zunächst fällt die optische Darstellung ins Auge. Das Cover und die Bilder sind sehr ansprechend kombiniert und die Gerichte wunderschön abgebildet. Der Fotograf Jack Mathews hat also eine schöne liebevolle Arbeit geliefert und der Betrachter bekommt sofort Lust auf leckeres Essen.

    Auch die Idee, einmal nicht nach dem Rezeptergebnis wie Salat zu suchen sondern nach den Obst- und Gemüsesorten gefällt mir sehr gut. Die Autorin setzt dabei nicht nur auf saisonales Gemüse, sondern auch auf regionales, was natürlich konzeptionell super ist.

    Hier kommt jedoch auch sofort meine Kritik. Bei Gemüse bleibt es nicht. In fast jedem Rezept sind Nudeln, Brot, Mehl oder andere extrem kohlenhydratreiche Getreideprodukte verarbeitet. Selbst für die Suppe werden Croutons empfohlen. Ich lebe zwar nicht “Low Carb”, bin aber der Meinung, dass so eine große Menge Kohlenhydrate nicht gesund sind. Auch ohne diese werde ich pappsatt. Zudem enthalten viele Gemüsesorten genug Kohlenhydrate. Ich kann und möchte also keines der Gerichte so übernehmen, wie es im Buch beschrieben ist. Als Anregung zum Experimentieren und Kombinieren der einzelnen Zutaten sind die Rezepte also eine schöne Idee, komplett daran gehalten habe ich mich bisher bei keinem. Deshalb kann ich auch keine Umsetzungsbilder zeigen, wie ich es ursprünglich vor hatte. Vielleicht auch ein Grund, weshalb dieses Buch so lange auf meinem Schreibtisch lag.

    Auch gibt es etliche süße Rezepte mit Zucker, die für mich auch rausfallen, da ich weitestgehend zuckerfrei lebe.

    Die Autorin schreibt zwar, dass man sich nicht starr an Rezepte halten und variieren soll und in ihrem Blog würde mich das sicherlich nicht so extrem stören. Von einem vegetarischen Kochbuch erwarte ich jedoch, dass die Grundlage des Essens nun mal Gemüse ist. Gerade, weil ich im Verwandtenkreis des Öfteren die Aussage bekomme, dass man wenn man vegetarisch isst, doch eh nur Nudeln zu sich nimmt. Würden also diese Personen in das Buch schauen, könnten sie sich in ihre Aussage bestätigt fühlen. Ich esse jedoch nicht so.

    Die Autorin tätigt zudem auch die Aussage, dass man nicht viele Gewürze oder andere Grundzutaten zu Hause haben muss, aber beim Durchgehen der Zutatenliste ist mir das Gegenteil aufgefallen. Vieles hatte ich nicht da. Für mich ist dies nicht negativ, da ich gerne neue Sachen ausprobiere, wer allerdings sofort nach Erhalt des Buches loslegen möchte, wird enttäuscht, denn man muss erst einmal einkaufen gehen.

  • Buchempfehlung: Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

    Letzte Woche ging es um das Thema “Stressmanagement”. Ein toller Ausgleich in stressigen Zeiten, ist meiner Meinung nach auch das Lesen. Kaum etwas ist entspannender als in fremde Welten einzutauchen, sich an ferne Orte zu träumen und die Geschichten fremder Leute nachzuempfinden, die einen Stück für Stück wie gute Freunde vertraut werden. Deshalb möchte ich dir heute, mein zuletzt gelesenes Buch vorstellen:

    “Es ist verrückt, alle Rosen zu hassen, nur weil eine Rose dich gestochen hat, alle Träume aufzugeben, nur weil einer sich nicht erfüllt hat.”

    Diesen Spruch von Antoine de Saint-Exupéry stellt Salvatore Basile seinem Buch “Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands” vorweg und gibt damit schon den roten Faden seines Romans, den er 2016 in der Verlagsgruppe Random House GmbH veröffentlichte, vor. Das Buch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt, der Review spiegelt trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

    Was würdest du tun, wenn der Mensch, den du am meisten liebst, dich im Stich lässt? Wenn deine Mutter dich schon als Kind verlässt, dein Vater zu trinken beginnt, dein bester Freund wegzieht? Michele Airone, dem italienischen Protagonisten des Werkes ist genau das geschehen. Im Epilog wird beschrieben, wie er das letzte Mal seine Mutter sieht, bevor sie sich mitsamt seinem Tagebuch in einen Zug setzt und für immer verschwindet. Er ist zu diesem Zeitpunkt 9 Jahre alt und hat sie bis zu seinem 30. Lebensjahr, in dem die eigentliche Handlung startet, nie wieder gesehen. Die Verletzung sitzt tief. Sein Vater ist ihm keine große Stütze, er ist verbittert und zerbricht an dem Verlust, trinkt immer mehr und vergnügt sich regelmäßig mit Prostituierten. Das Einzige, was ihm Sicherheit gibt, ist die tägliche Routine und die ihn umgebenden Gegenstände. Als Micheles Vater stirbt, erbt er den Beruf des Zug- und Bahnhofwarts von Miniera di Mare sowie die Wohnung, die ihm deshalb zur Verfügung gestellt wird und kommuniziert schlussendlich so gut wie gar nicht mehr mit anderen Menschen. Er sammelt die Gegenstände, die Menschen im Zug vergessen haben in seiner Stube, sortiert sie säuberlich und erfreut sich an ihnen. Diese Sachen können Michele nicht verletzen, sie geben ihm das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Er unterhält sich mit ihnen und lebt mit ihnen zusammen. Sie werden schon zu Beginn der Handlung personalisiert, denn sie warten auch auf ihn, wenn er von der Arbeit kommt. Diese Routine würde wohl bis an Micheles Lebensende so weitergehen…

    Bis eines Tages Elena in Micheles Lebens tritt. Sie hat im Zug einen Gegenstand verloren, eine Puppe mit Namen Milú, die sie eines abends wieder abholen möchte. Michele ist zunächst vollkommen überfordert, noch nie wurde etwas wieder von ihm abgeholt und zudem hat Elena eine sehr offene fast schon übergriffige Art, sich in sein Leben zu drängen. Er verletzt sich an seinem in der Zwischenzeit verbrannten heißen Essen und Elena verarztet ihn. Am nächsten Morgen scheint er sie zu vermissen und auch sie möchte sich mit ihm wiedertreffen. Zunächst um ihn darüber zu befragen, warum er die Gegenstände nicht im Fundbüro abgibt aber auch, um mit ihm zu essen. Michele jedoch bekommt Panik, zu groß ist seine Angst davor, wieder verletzt zu werden und schließt sie aus. Und plötzlich findet er sein altes Tagebuch in einem seiner Züge wieder. Noch ein Punkt, der sein routiniertes eingeigeltes Weltbild erschüttert und eine massive Veränderung herbeiruft.

    So nimmt Michele doch wieder Kontakt zu Elena auf, um sie zu dem Tagebuch zu befragen. Sie ist zwar zunächst enttäuscht, weil sie sich mehr erhofft hat, unterstützt ihn jedoch und schlägt vor, dass Michele anfängt, seine Mutter zu suchen. Stück für Stück beschleicht dem aufmerksamen Leser auch das Gefühl, dass auch mit Elena etwas nicht stimmt, dass auch sie ein Geheimnis mit sich herum trägt, dass es zu lüften gilt. Und so macht sich Michele entgegen seines jahrelang eingeübten normalen abweisenden Verhaltens auf den Weg, um seine Mutter zu finden. Auf seiner Reise begegnen ihm die verschiedensten Menschen. So begegnet er wunderbar netten Menschen, die ihn einladen, sich seine Geschichte anhören und ihn unterstützen aber auch Gaunern, die es nur auf sein Geld abgesehen hat. Er trifft einen ein blindes Mädchen, dass ihn ganz genau mustert, einen griechischen Ganoven, mit dem er ein Autoabenteuer unternimmt und schließlich einen alten Bekannten, der ihm eine ganz neue Sicht auf das Leben zeigt. Schlussendlich bekommt er einen entscheidenden Hinweis von Elena und macht sich in ein entlegenes Dorf auf, um seine Mutter zu finden. Was er dort findet, überrascht ihn jedoch enorm und lässt sein bisheriges Leben in einem ganz neuem Licht erscheinen.

    Zum Autor

    Salvatore Basile ist ein 1955 in Neapel geborener Drehbuchautor und Regisseur, der heute in Rom lebt und arbeitet. Das vorgestellte Buch ist sein erster Roman, den er mit 59 Jahren zu schreiben begann. In einem Interview mit ihm erfährt man, dass der Anlass zum Werk keine autobiografische Elemente enthält, Basile selber hatte eine sehr glückliche Kindheit, seine Inspiration war ein Artikel über einen im Zug vergessenen Gegenstand. Lediglich Pepe, Micheles Schulfreund wurde von einem der Schulfreunde Basiles inspiriert und die Tatsache, dass Michele erst sehr spät loszieht, seine Mutter zu suchen und sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

    Es wird daher nicht weiter überraschen, dass ich die Geschichte eines Mannes erzähle, der mit seinem Leben spät dran ist, verlorene Gegenstände sammelt und endlich beschließt, auf die Reise zu gehen, um seine Mutter zu suchen, die zwanzig Jahre vorher verschwunden ist.

    Basile ist großer Fan des Autors Haruki Murakami, von dem ich auch schon einige Bücher gelesen habe. Hierbei wurde mir klar, woher Basiles Interesse für idyllische, märchenhafte Elemente und die Suche des Einzelnen nach dem Inhalt des Lebens, herkomm könnte. Jedoch ist der Inhalt des hier vorgestellten Romans nicht so fantastisch und absurd wie der beispielsweise in “Kafka am Strand”, ganz im Gegenteil die Gedankengänge sind logisch und nachvollziehbar, lediglich das Ende mutet dann doch etwas zu blumig an.

    Mein Fazit

    Dieses Buch hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Nicht nur das Cover ist dezent und farblich sehr ansprechend gestaltet. Und auch der Autor malt sprachlich wunderbare Bilder, so wird die Verletzung Micheles mit der eines Kriegers oder das erste Eintretens Micheles in die Welt der anderen Menschen mit dem Bau eines Mosaiks verglichen. An einigen Stellen stoppt er die Handlung und erzeugt Atmosphäre, je nachdem wie sich Michele führt extreme Einsamkeit und Eintönigkeit oder Zugehörigkeit. Auch durch die Synästhetik, die Elena in Micheles Welt bringt, erweckt der Autor eine sinnliche Vorstellung im Leser. So hat mich Micheles Schicksal Stück für Stück immer mehr berührt. Ich fieberte mit und fragte mich, wie ich wohl mit solchen Verlusten umgehen würde, was aus mir werden würde. Auch wenn Elena anfangs etwas aufdringlich und aufgedreht erscheint, schließt man ihre offene Art Stück für Stück immer mehr ins Herz und scheint fast die gleichen Fragen zu stellen wie ihre Schwester Milu, mit der sie regelmäßig Dialoge führt.
    Interessant sind auch die eingeschobenen Tagebuchzitate des jungen Micheles in sehr kindlicher Sprache, die zeigen, wie naiv und verletzlich Micheles Welt war aber auch, mit welchen Dämonen seine Mutter wohl gekämpft hat. Innerlich scheint er ihren Abschied schon geahnt zu haben aber äußerlich wehrt er sich mit allen Mitteln dagegen.
    Und obwohl die eigentliche Romanhandlung nur 10 Tage dauert, scheint man am Ende Micheles ganzes Leben zusammengefasst zu haben. Am Ende bleibt dem Leser nun, ihm fortan ein glückliches weiteres Leben zu wünschen und das von ganzem Herzen.