Natur erleben: Urlaub im Baumhaus

Nachdem wir Anfang September unsere Kanu-Tour unternommen haben, viel es mir zunächst wirklich schwer, wieder in den normalen Alltag zu finden. Mir fehlte so sehr die Natur, die Ruhe und vor allem natürlich die Bewegung. Ich wollte unbedingt wieder so nah an der Natur sein. Als ich dann ein Geschenk für den Geburtstag meines Freundes suchte, kam mir plötzlich die Idee, das Eine mit dem Anderen zu verbinden. Was würde da besser passen, als ein Wochenende in einem Baumhaus?

Auf der Suche nach einem passenden Baumhaus

Somit fing ich an, im World Wide Web nach einem passenden Baumhaus zu suchen. Meine Bedingung war, dass es für ein Wochenende nicht zu weit weg ist, also maximal 3 Stunden Anreise, besser noch weniger. Nach kurzer Recherche wurde mir außerdem klar, dass das Vorhaben teurer wird, als eigentlich gewollt. Aber es war ein runder Geburtstag. Was ist also besser, als ein schönes Erlebnis zu zweit schenken, als etwas Unnützes?

Meine Wahl fiel dann auf das Baumhaushotel Seemühle (*unbezahlte Werbung*). Mit ca. 250 km Entfernung lag es noch im Toleranzbereich. Außerdem schien mir die Anlage ruhig gelegen. Es ist zwar nicht günstig, aber immerhin ist in dem Preis auch ein richtig gutes Frühstück enthalten und auch die Buchung von 2 Stunden Sauna, die wir ganz allein nutzen durften, war ebenso im Preis inbegriffen.

Da in näherer Zukunft nur noch das Baumhaus Chateau frei war, war also unsere Unternehmung für den 09.-11.11.2018 beschlossene Sache. Dieses Baumhaus ist im übrigen vollständig an einem Baum befestigt und hat keine zusätzlichen Stützpfeiler. Wenn schon ein Baumhaus, dann richtig!

Das auserwählte Baumhaus

Der Aufenthalt

Wir konnten gar nicht erwarten, dass das Wochenende im Baumhaus kommt. Als es endlich soweit waren, haben wir haben uns Zuhause noch einen Korb gepackt. Dort kam Obst und Verpflegung für den Freitagabend rein. Auch das ein oder andere Getränk war im Korb zu finden.

Die Ankunft

Wir wurden sehr freundlich empfangen und uns wurde die Anlage erklärt. Für die Sauna haben wir auch direkt einen Schlüssen und zusätzlich Handtücher bekommen. Dann wurden wir samt Gepäck mit einem kleinen Wagen, der an so einen Golfwagen erinnert, zu unserem Baumhaus gefahren.

Die Baumhaus-Anlage – Autos sind tabu und werden vor der Anlage abgestellt

Das Baumhaus

Das Baumhaus selbst war sehr schön eingerichtet. Jedes hat seinen eigenen Stil. Außerdem sind alle Baumhäuser so weit entfernt, dass wir genug Privatsphäre hatten. Es war alles sehr sauber, insbesondere das Bad bot alles, was man braucht.
Das Bett fand ich sehr bequem. Ein kleiner Wasserkocher, Tassen und Gläser aus Plastik waren auch vor Ort. Jetzt mag der ein oder andere vielleicht denken, Gläser aus Plastik – das soll nachhaltig sein? Und da muss ich ganz eindeutig sagen, ja! Ich denke, die Gläser werden gespült und wieder verwertet.
Und das ist das Entscheidende: Wir sind in einem Baumhaus.
Das Baumhaus, welches wir gewählt haben, ist, wie schon gesagt, vollständig und ausschließlich an einem Baum befestigt und hat keine Stützpfeiler oder so. Damit wackelt das Haus auch ein wenig. Das ist ein wenig seltsam. Besonders, wenn einer im Bett liegt und der andere durch das kleine Häuschen läuft. Das war aber gleichzeitig schön. Die Natur ist halt einfach nicht steif und fest.
Nun ja, um zu den Gläsern zurück zu kommen, das ganze Wackeln begünstigt natürlich, dass etwas herunter fällt. Und niemand möchte am Ende Glas im Bett haben, daher fand ich die Lösung gelungen. So fand ich, dass viele solcher kleinen Details sehr gut bedacht und umgesetzt waren.

Mein Highlight im Baumhaus

Mein persönliches Highlight in unserem Baumhaus war aber der Baum selbst. Denn mitten durch die Terrasse ging der Baumstamm. In dem Haus sind auch viele Fenster, mit direktem Blick in die Baumkrone. Somit waren wir mitten in dem Baum und das hat mir ganz viel Leichtigkeit gegeben. So muss sich wohl ein Vogel fühlen :-D.

Der Baum des Baumhauses

Die Anlage

Wie schon angedeutet, haben wir am Freitag direkt die Sauna besucht und hatten diese 2 Stunden ganz für uns allein. Endlich mal keine anderen Gäste, die das mit dem Mund halten einfach nicht verstehen . 😉 Der Wagen war auch sehr sauber und übertraf unsere Erwartungen.
Darüber hinaus gab es noch ein Haus, die Seemühle, zur Gemeinschaftsnutzung. Dort konnten wir noch verweilen und uns gemütlich Hinsetzen. Wir nutzten den schönen Tisch am Freitag noch für, wie sollte es bei uns anders sein, ein schönes mitgebrachtes Brettspiel. Auch Gläser, Tassen und einen Wasserkocher konnten wir nutzen, sodass es ein sehr gemütlicher Abend wurde.

Nachts in der Baumkrone

In der Nacht vom Freitag zu Samstag war es mir leider zunächst etwas zu hell. Irgendwann ging das Licht überall aus, aber erst recht spät. Es gibt wohl auch Schlafbrillen, die man sich hätte leihen können, aber das habe ich nicht mitbekommen.

Dafür war es sehr schön, mit Blick auf die Baumkronen und wundervollen Holzduft in der Nase einzuschlafen.

In der Nacht vom Samstag zum Sonntag hat es viel geregnet. Das war nicht gerade leise. Gleichzeitig wollte ich aber keine Ohropacks nehmen, da es so schön war, wie wir mitten im Regen trocken auf dem Bett lagen. Wir konnten quasi sehen, wie der Regen direkt auf uns tropft, natürlich ohne nass zu werden.

Am Samstag – raus und Wandern

Am Samstag haben wir uns dann direkt entschieden, dass wir durch den Wald wandern wollten. An der Rezeption konnten wir noch eine Karte dafür erwerben und wir haben gute Vorschläge bekommen. Am Ende haben wir uns für eine ca. 17 km lange Stecke durch das Schondratal entschieden. Der Vorteil der Strecke lag darin, dass wir die Option hatten, die Strecke an zwei Stellen abzukürzen. Da das Wetter nicht ganz vielversprechend aussah, sehr beruhigend. Dennoch war in jedem Fall ein Rundweg möglich.

Raus in die Natur

Verpflegung für den Weg

Wir haben uns entschlossen, direkt in der Unterkunft zwei Lunch-Paket zu bestellen und mitzunehmen. Der Inhalt war ok, nichts Besonderes. Dafür war der Preis echt ordentlich. Nachdem wir den Inhalt erkundet haben, schlicht und einfach zu teuer. Allerdings war die Anlage etwas außerhalb und wir hatten keine Lust, uns noch damit zu stressen, etwas einzukaufen. Daher war es irgendwie auch ok.

Die Wanderung

So starteten wir also unsere Tour und es blieb glücklicherweise trocken. Die Strecke ist schön. Leider ist der Weg jedoch eher am Waldrand und asphaltiert. Wir hätten einen schönen Waldboden favorisiert. Dafür ist der Ausblick auf die Schondra wunderschön. Und viel mehr muss ich nicht sagen. Wir genossen einfach die Ruhe, die Natur und den Ausblick.

Als wir von der einen Seite des Schondra-Tals auf die andere wechselten, kamen wir zu einer recht abenteuerlichen Brücke. Aber der Blick auf die Schondra und das laufende Gewässer war sehr schön.

Immer an der Schondra entlang – oder eben drüber

So ein Spaziergang in der Natur entspannt einfach ungemein und das setzt ganz viele Glücksgefühle frei. Gleichzeitig bekommt der Körper einfach die Bewegung, die er braucht.

Zum Schluss …

Alles in allem war der Besuch in einem Baumhaus etwas sehr Besonderes – Natur zum direkten Anfassen. Alles war sehr sorgsam hergerichtet und das Nachhaltigkeitskonzept der Anlage gefällt mir sehr. Den Preis für die Übernachtungen im Verhältnis zu dem, was geboten wird und wie nun mal der Aufbau solch einer Anlage kostet, fand ich gerechtfertigt. Dennoch liegt er im gehoben Bereich. Daher gehört das Wochenende für mich zu den ganz besonderen Erfahrungen, die wohl eher einmalig sind.

Am Ende haben wir uns dann (mal wieder) den Vorsatz gefasst, öfter einen Waldspaziergang zu unternehmen. Wer macht mit?