Nachhaltig Kaffee trinken

Ich gebe zu, eine der wenigen “Laster”, die mich noch begleiten ist der Kaffee. Früh am Morgen eine Tasse zum Wachwerden, auf Arbeit, um einen kleinen Plausch mit Kollegen zu halten, am Nachmittag zu einem Keks oder am Abend, um länger wach zu bleiben. Ich mag den schwarzen Koffeein-Saft einfach. Das klingt jetzt dramatischer als es ist. Ich trinke nicht jeden Tag so viel Kaffee, es gibt sogar Tage, an denen ich überhaupt keinen trinke aber seit ich Jugendliche bin, gehört dieses Getränk für mich ab und an einfach dazu. Grund genug, sich einmal Gedanken darüber zu machen, wie und unter welchen Bedingungen der Kaffee hergestellt wird und welche nachhaltigen und ressourcenschonenden Varianten es gibt.

Blätter einer Kaffeeplanze

Kaffee – ja aber bitteschön fair!

Seit einigen Jahren schon, trinke ich nur noch Fair Trade-Kaffee. Auslöser dafür war eine der vielen Dokus, die ich im Zusammenhang mit Kinderarbeit für (Schokolade und) Kaffee gesehen habe. Ein Beispiel davon verlinke ich euch hier, schaut aber bei den auf Youtube empfohlenen Videos weiter. Es ist wirklich erschreckend! Fair Trade-Kaffee sollte für jeden ein Muss sein!

Nachteile konventionellen Kaffeeanbaus sind:

  • Kinderarbeit
  • Kaffeebauern erhalten viel zu wenig Lohn
  • Pestizide im Anbau der Pflanzen
  • Raubbau/ Zerstörung der Nutzflächen
  • Profitgier einzelner Unternehmen

Fairtrade oder Fair Trade?

Bisher habe ich immer das Wort Fair Trade verwendet, weil ich allgemein von Kaffee aus hinreichend fairem Handel gesprochen habe. Diese Fair Trade-Produkte tragen meist verschiedene Siegel, beispielsweise das Fairtrade-Siegel. Dieses ist ein eingetragenes Markenzeichen und kennzeichnet Kaffee, der ganz besondere Kriterien erfüllen muss. Kaffee mit dem “Fairtrade-Siegel” muss soziale, ökologische und ökonomische Kriterien erfüllen. Erkennungszeichen ist dieses Siegel:

Fairtrade-Siegel

Vorteile von Fairtrade-Kaffee sind:

  • keine Kinderarbeit
  • Bezahlung eines Fairtrade-Mindestpreises und einer Prämie
  • Verbot gefährlicher Pestizide
  • umweltschonender Anbau
  • transparenter Waren- und Geldfluss

Zum Weiterlesen

In den allermeisten Fällen achte ich auf das gerade vorgestellte Siegel. Es gibt natürlich noch weitere Fair Trade-Siegel. Naturland Fair und GEPA gehen beispielsweise oft noch über das Fairtrade-Siegel hinaus. UTZ und Rainforest Alliance dagegen sind in meinen Augen dagegen eher keine vertrauenswürdigen Siegel. Genauer nachlesen könnt ihr die Gründe dafür hier.

Nun weiß ich, worauf ich beim Kaffee achten soll und was ist mit der Maschine?

Auch hier kann man verschwenderisch oder auch nachhaltig und ressourcenschonend Kaffee trinken.

Wenn viele Gäste da sind, koche ich ganz “normal” in der Kaffeemaschine. Allerdings bin ich gerade dabei auf wiederverwendbare Filter umzustellen. Der Kaffee selbst wird gesammelt und entweder zum Haarewaschen oder als Dünger für die Pflanzen verwendet. Damit ist der erzeugt Müll gleich 0. Einzig die verbrauchte Energie könnte man durch den Einsatz von beispielsweise Instandkaffeekochern verringern aber das schmeckt mir einfach nicht, so dass ich den doch sehr geringen Energieverbrauch in Kauf nehme.

In der Familie trinke ich alleine, also brauche ich zusätzlich noch eine Ein-Tassen-Lösung. Nehmen wir also die verschiedenen Varianten unter die Lupe:

Kapsel-Maschinen:

Ein No-Go für mich. Eine durchschnittliche Kapsel besteht aus zwei bis drei Gramm Verpackung und sechs bis sieben Gramm Kaffee. 20.600 Tonnen Kapselmüll wurden so im letzten Jahr erzeugt. Ein kleiner Tipp für die, die schon eine der Maschine bei sich stehen haben, es gibt wiederbefüllbare Kapseln, die zumindest etwas den Müll verringern:

Nespresso

Dolce Gusto

Pad-Maschine:

Diese habe ich vor Jahren einmal geschenkt bekommen. Sie ist schnell, erzeugt weniger Müll und ist energiesparender als die Kapsel-Maschine. Lange habe ich sie ohne schlechtes Gewissen benutzt, dank wiederbefüllbarer Pads, ist der Müllverbrauch auch da gegen 0 gesunken.

Was sieht besser aus? Padmaschine oder Kaffeebereiter?

Aber wenn ich ehrlich bin, der Geschmack unterscheidet sich schon deutlich vom Filterkaffee. Also muss es doch noch eine andere Lösung geben. Diese habe ich vor Kurzem gefunden:

Kaffeebereiter:

Genauer gesagt, durfte ich aktuell den Kaffeebereiter im Industriestil von Leanback Industries testen. Das Gerät wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Tobias Luksch, Maschinenbautechniker und Michael Schiekofer, BWL-Student sind die Gründer von Leanback Industries. Beide entwickeln regelmäßig Ideen, Prototypen und schließlich fertige Artikel. Die Produkte sind echte Liebhaberstücke, meist handgefertigt aus Metall und Holz. Dabei überzeugt das Design durch Minimalismus, Eleganz und die Auswahl hochwertiger Materialien.

Der Kaffeebereiter ist eines dieser Stücke. Er ist handmade, es wurden ausschließlich nachhaltige Materialien verwendet und das Stück ist ein echter Hingucker. Schon als ich ihn das erste Mal in den Händen hielt, fiel mir auf wie robust der Kaffeebereiter ist.

Er ist folgendermaßen aufgebaut: Auf einer Holzplatte aus Nussbaum-Holz, ist ein Kupferrohr befestigt. An diesem ist ein Glastrichter aus Borosilikatglas, der sowohl hitzebeständig als auch spülmaschinengeeignet ist. Da dieses ursprünglich aus dem Laborbedarf stammt ist es etwas bruchsicherer als herkömmliches Glas. Möchte man nun Kaffee trinken, muss man mit einem Wasserkocher die erforderliche Menge Wasser kochen, dieses über den Kaffee im Filter im Trichter gießen und dann kurz abwarten bis der Kaffee durchgelaufen ist. Schon kann man diesen genießen – einen klassischen Filterkaffee für eine oder zwei Personen.

Zu kaufen gibt es den Kaffeebereiter hier.

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