Inspiration für mehr Nachhaltigkeit im Badezimmer

Das #ecomoment Monatsthema lautet „Nachhaltigkeit im Badezimmer“. Jetzt ist der Monat schon wieder fast um, und ich hatte ausgiebig Zeit, mal zu schauen, was für kleine Nachhaltigkeitsmomente ich in meinem Badezimmer gefunden habe.

Also, lasst euch inspirieren und versucht das nächste Mal, wenn ihr was für eurer Badezimmer kauft, eine kurze Pause zu machen und euch selbst zu fragen: Brauch ich das wirklich? Gibt es vielleicht umweltfreundlichere Alternativen? Ist das Produkt langlebig und alltagstauglich?

Nun also eine kurze Vorstellung meiner Nachhaltigkeits-Schätze im Badezimmer.

Nachhaltige Seifenbehälter

Als ich auf Naturseife umgestiegen bin, stellte ich schnell fest, dass ich für die Seife auch ein entsprechendes Gefäß brauchte. Zunächst habe ich auch schöne Seifenschalen aus Holz gekauft. Die ersten zwei Versuche waren jedoch (leider) nicht für das Bad alltagstauglich. Das eine Schälchen war zu weich und zog zu viel Wasser, bei dem zweiten gab es nicht genug Abflussmöglichkeiten.

Als wir dann auf einen dieser kleinen schönen Märkte waren, hat uns ein sehr netter Mann erklärt, dass wir Olivenholz nehmen soll. Das sei das einzige Holz, dass kein Wasser zieht und damit auch nicht schimmelt. Und bisher bin ich mit dieser Wahl sehr zufrieden.

Unser Seifenschälchen aus Olivenholz

Das Schälchen hat 3 Löcher, damit das Wasser abfließen kann und nach ca. 1 1/2 Jahren sieht es noch sehr gut aus.

Ein wenig Pflege benötigt Holz aber, daher wird es 1-2 mal im Monat geölt – mit Olivenöl versteht sich.

Handbürste – ist nachhaltig überhaupt möglich?

Bei der Handbürste ist uns leider auch direkt der selbe Fehler wie bei den Seifenschälchen passiert. Ich wollte zwar auf Nachhaltigkeit achten, aber das Holz und Feuchtigkeit in Kombination problematisch sind, daran hätte ich auch einfach mal vorher denken können. Die erste gekaufte Bürste war nach einer Woche so verschimmelt, dass sie weggeschmissen werden musste.

Das hat mich echt geärgert. Also ich habe mich hauptsächlich über mich selbst geärgert. Holz und Staunässe führt zu Schimmel. Aber ich wollte ja unbedingt eine umweltfreundliche Bürste. Die dann nach einer Woche im Müll landete. Super. Aber ich wollte immer noch keine Plastikbürste kaufen.

Dann kam der Tipp mit dem Olivenholz und wir haben es einfach getestet. Unsere Bürste ist jetzt schon bestimmt 1,5 Jahre im Einsatz und ist schimmelfrei wie am ersten Tag.

Dusche – Nachhaltigkeit ohne Müll

Ganz ehrlich, ich war nie der Typ von sehr vielen Duschgels. Trotzdem, so übersichtlich wie heute sah meine Dusche früher auch nicht aus. Aber mir gefällt es so viel besser.

Es ist so erschreckend, was in den „normalen“ Produkten alles für Inhaltsstoffe drin sind und was sie für Nebeneffekte auslösen können. Nachdem ich angefangen habe, mich damit auch nur oberflächlich damit zu beschäftigen, war es schon ein zwanghaftes Bedürfnis, alle Duschgels und was sonst so herum stand zu verbannen – die Nachhaltigkeit kam dann ganz von allein.

Mein Waschsammelsurium

Ein sehr schöner Nebeneffekt von haut- und umweltfreundlichen Waschalternativen ist, dass sie viel weniger Verpackungen brauchen und gleichzeitig bis zum letzten Rest aufgebraucht werden können.

Haarpflege – was brauchen wir wirklich?

Wie ich meine Haare pflege, findet ihr hier. Kein Shampoo mehr zu nutzen war wohl eine meiner krassesten Veränderungen zu einem „grünen Lifestyle“ und das eher aus puren Eigeninteresse. Dennoch war es irgendwie der Beginn, gesellschaftliche Normen in Frage zu stellen und eigene Muster kritisch zu hinterfragen und nach umweltfreundlicheren Alternativen zu suchen.

Die ersten Wochen saß ich zum Teil ständig da und habe an meinen Haaren gerochen, ob sie stinken. Ich war unsicher und habe gehofft, dass mich bloß niemand darauf anspricht. Ich hatte Angst, dass mich andere in eine Schublade stecken, durch die ich isoliert werde.

Mittlerweile stehe ich zu meiner Art, wie ich meinen Alltag gestalte. Ich bin sogar stolz drauf, nicht von irgendwelchen Kosmetikprodukten abhängig zu sein und damit die Welt ein wenig zu verbessern.

Aber zurück zur Haarpflege. Was benötigt der Körper für externe Einflüsse? Mir reicht eine Bürste zum Pflegen. Einmal gekauft hält diese echt lange. Ein Highlight im Sinne der Nachhaltigkeit also. Meine Bürsten habe ich von Dr. Dittmar (*unbezahlte Werbung*), diese sind klasse und ich bin sehr zufrieden. Wir beide (ich und mein Freund) nutzen sie oft und nach über einem Jahr im Einsatz sehen sie immer noch gut aus und die Borsten sind nicht abgenutzt (wie ich das schon von anderen Bürsten gehört habe).

Wie viel regelmäßigen Müll ich für meine Haarpflege produziere? Gar keinen.

Mittlerweile ist das so normal. Alltäglich. Und ich fühle mich sehr wohl.

Rasur – Nachhaltigkeit ohne Plastik

Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich auf die Idee kam, mir einen Rasierhobel zuzulegen. Es war wohl eine Mischung aus Ärger, dass herkömmliche Produkte so viel kosten und ich über die Alternative was gehört/gelesen habe. Den Wunsch umzusteigen, trug ich lange in mir. Aber irgendwie war ich doch zu träge, mir einfach einen zu bestellen.

Daher hat meine liebe Schwester mir meinen Geburtstagswunsch vor 2 Jahren erfüllt. Und ich bin so zufrieden. Er tut, was er tun soll und produziert nur mit den Klingen Müll. Diese kann man aber viel besser reinigen und drehen und halten damit länger.

Ja ich bin ehrlich, zu Beginn ist Blut geflossen 😀 Aber nur ein wenig und nur, weil man ein wenig vorsichtiger sein muss. Nachdem ich aber die Panik vor den Klingen verloren habe, habe ich nach der Rasur weniger Hautprobleme als mit herkömmlichen Rasierern.

Zähne – weniger ist manchmal mehr

In unserem Haushalt gibt es kein Mundwasser mehr. Es wurde durch Xylit (Birkenzucker) ersetzt. Schaut mal auf Zahnpflegeprodukte. Dort ist das auch immer enthalten.

Unser Xylit-Döschen

Gerade in stressigen Studienzeiten hatte ich immer wieder mit Zahnentzündungen zu kämpfen. Ich bin bei bestimmten Wärmeempfindungen fast an die Decke gegangen. Und dann hat mich mein Freund fast schon gezwungen, mit Xylit zu spülen. Ich fand das komisch und war sehr skeptisch. Aber seitdem ich das regelmäßig mache, hatte ich keine Probleme mehr. Ich weiß, das klingt wie in einem schlechten Werbespot, ist aber nun einmal meine Erfahrung.

Wir nehmen das jetzt seit bestimmt 3 oder 4 Jahren und beim letzten Zahnarztbesuch war die, die den Zahnstein immer entfernt fast schon ratlos, da war einfach nichts, was sie wegmachen konnte. Ok, das liegt vielleicht noch an anderen Faktoren, aber für mich ist Xylit einfach eine natürliche gute Alternative.

Und, ich hab fast nie mehr Mundgeruch 😀 Bei aggressiven Mundwassern hatte ich da so ein ganz anderes Gefühl…

Gedanken zum Schluss

Meine Analyse im Bad hat mir aufgezeigt, was und wie schnell sich alle möglichen Dinge im Badezimmer ansammeln können. Aber, gerade in den Alltagsgegenständen finde ich auch viele schöne Sachen. „Schön“ im Sinne von: Sie sehen schön aus, sie fühlen sich gut an, sie tun was sie tun sollen – zum Teil viel besser als herkömmliche Produkte und sie schaden der Umwelt weniger.

Ja, im Vorfeld muss man erkennen, wo es Verbesserungsbedarf gibt. Aber nein, sonst war es eigentlich gar nicht aufwendig. Viele Dinge haben sich im Laufe der Zeit wie von selbst ersetzt und fertig. Ja, es ist so einfach. Also lasst uns mit so kleinen Dinge die Welt ein Stückchen besser machen. 🙂

Ann ist Julis Schwester. Selbst begeistert von DIY, No Poo und nachhaltigem Reisen und Leben, bereichert sie seit November 2018 diesen Blog mit ihren kreativen Ideen.