Chiasamen – das Superfood – mit Rezept

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Chiasamen sind im Trend. Mit Begriffen wie Superfood oder Wundersamen werden sie beworben. Doch was ist dran an dem kleinen mexikanischen Pseudogetreide?

Hintergründe

Erst seit 2013 dürfen Chiasamen nach Deutschland importiert werden. Bekannt ist die Pflanze allerdings schon seit Jahrtausenden. Sie kommt ursprünglich aus Mexiko und gehört zur Gattung der Salbei “Salvia hispanica”. Übersetzt steht der Begriff „Chia“ für das Wort „Kraft“. Die Azteken und Mayas verwendeten Chiasamen vermutlich schon als wichtige kräftigende Nahrungsquelle, bis sie genau wie beide Kulturen in Vergessenheit geriet. Zur Ernährung wurden die Samen ganz verwendet oder gemahlen, der Samenschleim und das Öl genutzt. Gängig war es, die Samen zu rösten und zu einem Mehl zu mahlen, vergleichbar mit der Verarbeitung von Mais, mit dem Chia auch zusammen verarbeitet wurde.  Nach 1600 wurde Chiasamen praktisch wiederentdeckt und die Beliebtheit eines aus den ganzen Samen gewonnenen Erfrischungsgetränkes nahm zu. Auf dem Höhepunkt seiner Verbreitung im 18. und 19. Jahrhundert wurde es wieder in ganz Mexiko angeboten. Es kam erst 1997 durch einen 52-jährigen Mann, der einen 100-Meilen-Lauf in den USA gewann, wieder ins Bewusstsein der Menschen und konnte so seinen internationalen Siegeszug starten.

Inhaltsstoffe der Chiasamen

Doch warum ist Chia so beliebt? Die wesentlichen  drei Inhaltsstoffe sind Proteine, zu großen Anteilen Ballaststoffe und mehrfach ungesättigte Linolensäuren. Diese kann der Körper beispielsweise in Omega-3-Fettsäuren umwandeln, die sonst nur aus Fisch gewonnen werden können. Zudem sind die Vitamine A, Niacin, Thiamin, Riboflavin und Folsäure enthalten. Außerdem sind die Mineralstoffe Kalzium, Phosphor, Kalium, Zink und Kupfer sowie Antioxidantien zu finden. Genauso wie Leinsamen oder Flohsamen quellen Chiasamen im Magen auf und sind dadurch nachhaltig sättigend. Ein wahres Superfood also oder?

Kritik an Chiasamen

Bei Chiasamen handelt es sich um Importware. Leinsamen erfüllen ähnliche Anforderungen, quellen genauso auf und sättigen, für den Transport werden jedoch viel weniger Ressourcen verbraucht. Der größte Vorteil und Unterschied von Chia Samen gegenüber Leinsamen ist allerdings, dass Leinsamen gemahlen werden müssen, damit unser Körper die guten Nährstoffe verwerten kann. Chia Samen hingegen müssen nicht gemahlen werden. Auch sind Chia Samen reicher an Antioxidantien als Leinsamen und enthalten mehr Omega-3-Fettsäuren. Nun muss also jeder selbst entscheiden, ob er das eine oder das andere Superfood bevorzugt. (Ja auch Leinsamen bezeichne ich als Superfood auch wenn das vielleicht nicht so populär scheint!)

Chiasamen – Superfood – ja oder nein?

Was erwartet man von einem Superfood? Sollen es einzelne, supergesunde Lebensmittel sein, die alle anderen ersetzen? Nein, die gibt es nicht. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung gehört noch immer dazu. Superfoods, davon gibt es mittlerweile viele, wie beispielsweise ein Blick hierauf zeigt. Sie können durch ihre positiven Eigenschaften auf jeden Fall unterstützend wirken, beim Abnehmen helfen oder Defizite im Mineralien- und Vitaminhaushalt ausgleichen. Und betrachtet man die Inhaltsstoffe von Chia, sind so viele positive darin, dass es Sinn macht, diese Samen zu sich zu nehmen. Schaut aber immer genau, was der Körper gerade braucht, ist es beispielsweise Vitamin C, braucht ihr keinen Chia-Samen sondern Hagebutte und so weiter.

Hagebutte enthält viel Vitamin C

Schaut doch zum Beispiel mal diese Kategorie an Superfoods der Shop-Apotheke durch.

Verwendung von Chiasamen

Natürlich lässt sich Chia als eine Art Nahrungsergänzungsmittel ganz pur einnehmen. So ist es beispielsweise üblich, einfach einen Esslöffel früh mit ins Müsli (Wie wäre es beispielsweise mit Knuspermüsli?), den Smoothie, Joghurt oder den Brotaufstrich zu mischen und die Chiasamen so direkt zu essen. Es gibt jedoch noch viel mehr Möglichkeiten der Zubereitung. So kann man unter anderem Smoothies, Desserts, Brot, Salate und Suppen mit Chia Samen zubereiten und verfeinern.  Genauso bilden Chiasamen aufgegossen mit Wasser oder Milch (auch vegane Milch) ein sättigendes Gel, das sich bei Backrezepten statt Eiern verwenden lässt. Klasse oder?

Zu kaufen gibt es Chiasamen beispielsweise hier:

Bio-Chiasamen

Chiasamen-Rezept: Infused Water

Nun habt ihr so viel über Chiasamen gelesen, dass ihr sicherlich sofort anfangen wollt, das Superfood zu testen. Dann habe ich hier ein leckeres Rezept für den Einstieg für euch:

Zutaten

2 EL Chiasamen

1,3 l Wasser

1 Zitrone

einige Scheiben Ingwer

ggf. 1 EL Honig zum Süßen

oder

geschnittenes Obst, je nach Geschmack

Zubereitung

Zuerst werden die Chiasamen eine halbe bis eine Stunde lang in 300 ml Wasser eingeweicht, damit die Samen aufquellen können. Damit dein Infused Water frisch bleibt, solltest du die Mischung zum Quellen im Kühlschrank lagern. In der Zwischenzeit kannst du die Zitrone pressen oder das Obst und den Ingwer schneiden. Nach der erforderlichen Quellzeit, verdünnst du nun die Mischung mit dem restlichen Wasser und fügst die gerade geschnittenen Zutaten hinzu. Deiner Kreativität sind bei der Kombination der Obstsorten keine Grenzen gesetzt. Mit Zitrone und Ingwer wird der Stoffwechsel noch zusätzlich angekurbelt.

Dein Infused Water schmeckt lecker, erfrischt und sättigt langanhaltend. Lecker!

Guten Appetit!

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