• Die „böse“ Manduca. Oder wie man die Manduca sinnvoll einsetzen kann

    Oft lese ich in den verschiedenen Foren, „Oh nein, du kannst doch keine Manduca für einen Säugling nehmen…“ „Oh nein, Manduca ist doch erst ab Sitzalter…“ Meistens entbrennt daraufhin ein großer Streit darüber, ob Manduca toll oder nicht toll ist.

    Hier ein paar Fakten:

    Die Manduca hat im Gegensatz zu anderen Tragen den Nachteil, dass der Steg nicht verstellbar ist, das heißt, das Stück, was von Kniekehle zu Kniekehle geht, ist nicht regulierbar. Andere Tragehilfenhersteller haben dort Kordeln, Bänder, Klett Riemen o.ä. angebracht, um die Trage optimal an die Kinder anzupassen. Dies muss bei der Manduca durch Abbinden z.B. mit einem Schnürsenkel oder dem Size-It geschehen, ist also möglich. Das heißt, dieses Kriterium ist kein Ausschlussgrund, die Trage nicht zu nutzen. Säuglinge ohne Verkleinerung in die Trage zu setzen wäre wirklich nicht gut, da die Kinder dabei extrem überspreizt sitzen würden. Den Neugeboreneneinsatz empfehlen wir nicht. Hierbei wird das Baby „eingeklemmt“ und der Rücken platt gedrückt. Abgebunden kann die Trage jedoch auch vom Steg her gut angepasst werden. Bei ganz kleinen Winzlingen gibt es da allerdings auch Grenzen.

    Weiterer Kritikpunkt: Die Trage ist nicht aus „Tragetuchstoff“. Was genau heißt das? Fakt ist erstmal: Es gibt keinen Tragetuchstoff. Was ist also das „Problem“ beim Rückteil der Manduca, das in den Gruppen immer wieder angesprochen wird? Das Rückteil der Manduca ist einfach dicker und starrer als die Webware aus denen Tücher bestehen. Dieser Fakt ist nicht wegzuleugnen, jedoch ist der Unterschied nicht so gravierend, dass es wirklich schädliche Auswirkungen auf den Kindsrücken hat. Tragen aus Stoffen, die zur Tragetuchherstellung verwendet werden, passen sich besser an, jedoch ist auch das Rückteil der Manduca anpassungsfähig und nicht mit Plastik o.ä. verstärkt, wie das bei manchen Gruseltragen der Fall ist.

    Der größte Kritikpunkt, den ich persönlich sehe, ist dass die Schnallen im Bereich des Rücken angebracht sind, damit hat man immer einen gewissen Zug auf den Rücken des Kindes, optimaler ist es, wenn diese bis zum Sitzalter unter den Beinen des Babys eingesteckt werden können.

    Doch die Manduca hat auch einige Vorteile:

    So ist das Rückenteil durch einen Reißverschluss und möglichen einfügbaren Ellipsen gut verstellbar, die Träger können rechts und links über die Schultern geführt oder überkreuzt werden und mit 2 Handgriffen ist die Trage angelegt und festgezogen. Viele Eltern würden ohne diese Trage überhaupt nicht tragen. Leider trauen sie sich aber auch oft nicht, die wenigen Einstellungen auszuprobieren und ihr Kind ganz nah am Körper zu tragen, das sehe ich beispielsweise regelmäßig in Kanga-Kursen, wo den Mamas ein Licht aufgeht, wenn wir ihnen helfen, die Manduca optimal einzustellen.

    Wie also geht man am besten mit dieser Trage um? Wir haben die Manduca in unserem Sortiment – ganz einfach, weil sie eine der bekanntesten Tragen ist und oft danach gefragt wird. Dann zähle ich ohne Wertung die Vor- und Nachteile auf und lass die Eltern probieren.
    Ich würde sie bei kleinen Säuglingen aus den genannten Gründen nicht empfehlen, jedoch sind ganz oft schon Manducas vorhanden, was ich toll finde. Oft kommen Argumente, wie: „Die Hebamme hat gesagt, ich soll diese Trage kaufen…“ dann zeige ich den Eltern, wie sie die Trage an das Kind anpassen können ggf. auch für später. Meist wollen die Eltern dann mit etwas Anpassungsfähigerem anfangen und die Manduca einfach nutzen, wenn sie besser passt oder nur der Papa trägt in der Manduca.
    Und wenn Eltern ihre Säuglinge ab und an mal gelegentlich tragen, brauchen sie sich auch keine neue Trage kaufen. Eltern, die täglich mehrere Stunden tragen (das sind zu 98% die, die auch in die Beratung kommen) suchen sich erfahrungsgemäß eine andere Trage aus, die sich eben komplett auf das Kind einstellen lässt.

    Alles in allem ist die Manduca eine solide Trage. Auch ich habe mit einer Komforttrage angefangen zu tragen, weil es eben im „normalen“ Babymarkt auch keine Alternativen gibt und ohne die Möglichkeit schnell an- und ab zu schnallen, hätte ich vermutlich das Tragen ganz aufgegeben. Wenn die Trage also den Eltern erst einmal ein gutes Gefühl gibt, sie im Idealfall noch abgebunden und gut eingestellt ist, dann sollen sie diese Trage auch auf jeden Fall verwenden!

    Begriffsabgrenzungen

    Noch eine Ergänzung zum Artikel, weil es doch einige Diskussionen gab: Manduca ist eine Firma, die zu Wickelkinder gehört, die verschiedene Dinge herstellt. Die Trage „Manduca“ ist eine davon.

    Nicht jede Trage und vor allem die sogenannten Gruseltragen sind keine Manducas! Oft wird das Wort synonym verwendet, was schlichtweg falsch ist.

    Neben der Manduca gehören zu Wickelkinder auch noch die Marsupi, BabyLegs, manduca by MaM und Kangatraining/ DVD sowie auch das elastische Tragetuch: Manduca-Sling und einige weitere variierte Tragehilfen wie die Duo.

    Der Manduca-Trage am ähnlichsten ist die Ergobaby-Trage, wobei auch hier die Firma so heißt, die aktuell vollkommen unabhängig von Manduca ist. Auch Ergobaby stellt noch andere Produkte her wie z.B. Stilkissen. Der Ergobaby Original, der am ehesten vergleichbar ist, hat im Gegensatz zur Manduca ein anderes Neugeborenen-System (mit Einsatz, den wir auch nicht empfehlen) sowie kein verstellbares Rückenteil. Dafür ist eine kleine Tasche angenäht. Zudem sind die Träger anders gebaut und gepolstert.
    Mit dem Adapt hat die Firma eine flexible und im Steg verstellbare Trage produziert, wohingegen wir den 360 Grad, der ziemlich steif ist und die Möglichkeit zum Faceout-Tragen bietet, nicht empfehlen.

     

    Manduca pimpen

    Am Ende möchte ich dir noch im Schnelldurchlauf zeigen, welche Möglichkeiten du hast, die Manduca sinnvoll einzustellen. Zuerst verkleinere ich den Steg und reguliere das Rückenteil für ein kleineres Baby und danach verbreitere ich den Steg, indem ich den Extend verwende.

  • DIY: Eier färben mit Naturmaterialien

    Es sind endlich Osterferien! 🙂
    Zeit für uns nun die Eier für den Ostersonntag zu färben… Doch ab diesem Jahr kaufe ich nicht wie sonst vorher diese typischen Eier-Tabletten sondern färbe mit Naturmaterialien. Eiertabletten enthalten im Übrigen nur für Lebensmittel zugelassene Farbstoffe und sind somit nicht giftig o.ä. aber die künstlichen Farben sind bekannt als Auslöser für allergische Reaktionen also sollte jeder darüber nachdenken, auf Naturmaterialien umzusteigen, denn allzu oft gelangen die Farben auch unter die Schale.

    Ich habe auf etlichen Seiten im Netz geschaut, welche Naturmaterialien überhaupt passen und mit letztendlich für drei Färbedurchgänge man ganz verschiedenen Materialien entschieden.
    Die Vorbereitung Durchführung war jedoch in allen drei Fällen gleich.

    Vorbereitung und Durchführung

    1. Zunächst wird Wasser in einem Topf zum Kochen gebracht.
    2. Zusätzlich gibt man einen Schuss Essig ins Wasser.
    3. Die Eier werden nun etwa 9-10 Minuten hart gekocht.
    4. Anschließend reibt man die Eier mit Essig ab, um den Stempel zu entfernen und die Farben länger anhaften zu lassen.
    5. Parallel dazu bereitet man die einzelnen Farbgläser vor.
    6. Dazu erhitzt man Wasser im Wasserkochen und kippt dieses auf die jeweiligen Naturmaterialien (außer die Beeren).
    7. Jetzt fügt man das Ei mit einem Esslöffel in die Mischung hinzu und lässt es so lange im Sud liegen bis der gewünschte Färbegrad erreicht ist.
    8. Nun holt man die Eier wieder heraus und lässt sie direkt auf einem Küchenpapier trocknen. Die gefärbten Eier dürfen nicht abgespült oder -gerieben werden, da sich sonst die Farbe wieder ablöst.
    9. Im nächsten Schritt können die Eier noch verziert werden. Dies ist aber nicht zwingend notwendig. Gefallen die Eier auch einfach nur gefärbt kann man das Verzieren gerne weglassen.
    10. Abschließend können die Eier noch mit Speiseöl abgerieben werden, um einen tollen Glanz zu erzeugen.

    1. Färbedurchgang mit Naturmaterialien

    Für den ersten Färbedurchgang mit Naturmaterialien entschied ich mich für Materialien, die ich sowieso zu Hause hatte. Das waren zum einen Matcha-Tee (der schmeckt mit leider überhaupt nicht und musste nun als Versuchsmaterial für grünen Tee herhalten) und Holunderbeerensaftkonzentrat (den nehme ich immer mal, wenn ich Wasser mit Geschmack haben möchte) und zum anderen noch Kurkumapulver (von der Knolle hatte ich nach meinem letzten Erfahrungen erst einmal die Nase voll, ich wollte nicht schon wieder komplett gelb sein) Wer mit der Knolle färben mag, dem empfehle ich dringend Handschuhe!

    Nach etwa 2 Stunden in dem Sud erhielt ich folgende Ergebnisse:

    Matcha-Tee färbt leider nur ganz zart grün und bekommt nach dem Trocknen sogar einen leichten Braunstich. Das gefällt mir nicht so gut. Dass grün kompliziert werden würde, hatte ich allerdings vorher schon gelesen und mich aus den Erfahrungen anderer Blogger schon gar nicht mit Spinat oder Brennnessel beschäftigt. Im 3. Durchgang gibt es dann noch eine zweite Variante für grün.

    Holunderbeersaftkonzentrat brachte ein sehr intensives Ergebnis. Ich erhielt ein sehr dunkles Lila, was schon fast ins Schwarz ging. Hätte ich das Ei weniger lang drinnen gelassen, wäre die Farbe sicherlich weniger dunkel geworden aber ich mag es so auch sehr gerne.

    Kurkumapulver war das letzte Naturmaterial im ersten Durchgang. Es färbte wie erwartet gelb allerdings gar nicht so intensiv wie ich dachte. Die echte geriebene Wurzel hätte sicherlich noch einen kräftigeren Farbton zur Folge gehabt. Aber auch hier gefällt mir die Farbe sehr gut.

    2. Färbedurchgang mit Beeren

    Beim zweiten Färbedurchgang am nächsten Tag entschied ich mich für drei verschiedene Beerensorten, die auch alle unterschiedliche Ergebnisse brachten. So fiel die Wahl auf Heidelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren. Da ich im März natürlich keine der Pflanzen im Garten habe, musste ich auf tiefgekühlte Bio-Beeren aus dem Supermarkt zurückgreifen. Allerdings werden diese nach dem Färben bitte nicht weggeschmissen sondern weiterverwertet.

    Alle Beeren ließ ich in einer Schale auftauen und legte dann die gekochten Eier direkt in den angetauten Saft hinein.

    Nach nur 10 Minuten, holte ich das Ei schon aus den Heidelbeeren. Da war es schon tief lila. Eigentlich hätte ich einen bläulicheren Ton erwartet aber lila ist auch OK, das hatte ich nun doppelt, was aber nicht so schlimm ist, denn das Lila im 1. Durchgang war wesentlich dunkler.

    Bei den beiden anderen Beeren musste ich länger auf das Ergebnis warten, hier ließ ich auch wieder etwa 2 Stunden vergehen:

    Erdbeeren: Hier war ich lange wirklich skeptisch, ob die Eier die Farben wirklich annehmen und habe vor dem Rausnehmen noch einmal Erdbeerwasser über das Ei gegossen und es auch so trocknen lassen. Das Ergebnis war ein zarter wirklich schöner Rotton, der auch beim späteren Putzen erhalten blieb. Ich bin begeistert!

    Himbeeren: Der Rotton der Himbeeren ähnelt dem der Erdbeeren, er ist einen Hauch pinker, was man aber nur sieht, wenn man sie direkt nebeneinander legt. Alle drei Beeren haben eine Maserung, was daran liegt, dass ich die Früchte mit drin liegen ließ. Das war mir bewusst, wer keine Maserung mag, der muss das Obstwasser durch ein Sieb gewinnen und die Eier dann nur dort reinlegen.

    3. Färbedurchgang mit Naturmaterialien

    Um noch einmal andere Farbnuancen zu erzeugen und weil ich neugierig darauf war, welche Farben ich noch erhalten könnte, entschied ich mich noch zu einem dritten Durchgang mit drei anderen Naturmaterialien.

    Hier boten sich Kaffee (eh im Haus), Petersilie (bekomme ich nicht doch noch einen Grünton?) und Kamille (das hatte ich für die Kosmetikherstellung vor längerer Zeit gekauft) an.

    Da diese Materialien auch nicht so intensiv färbten, wartete ich wieder etwa 2 Stunden, um das Ergebnis zu bestaunen:

    Kaffee: Diesen dosierte ich relativ hoch und hier zeigte sich auch am schnellsten das Ergebnis – ein zarter Braunton, der mich an die „normalen“ braunen Eier erinnerte. Dadurch ich das Pulver in der Mischung ließ, war aber eine schöne Maserung zu erkennen, die aus den Eiern etwas besonderes machte.

    Petersilie: Obwohl die Mischung eindeutig grün war und die Eier auch die ganze Zeit direkt unten im Grünen lagen, war dieses Naturmaterial wohl der größte Flop. Wenn man will, konnte man vielleicht einen Hauch erkennen aber eigentlich blieb das Ei weiß. Im nächsten Jahr muss ich mich noch genauer erkundigen, wie ich vielleicht doch noch einen Grünton erzeugen kann, in diesem Jahr war das eher nichts.

    Kamille: Man erkennt im Vergleich zum Kaffee sicherlich den größten Unterschied. Das Ergebnis könnte man als cremefarben bis gelb bezeichen, etwas heller als mit Kaffee und etwas weniger gelb als mit Kurkuma. Insgesamt war der dritte Durchgang der mit den wenigsten Überraschungen und den natürlichsten Ergebnissen

    Fazit

    Alle Naturmaterialien hinterließen eine mehr oder weniger intensive Farbe. Konnte man lila ganz leicht erreichen so gestaltete es sich bei grün sehr schwierig und ich konnte nur einen zarten Farbton hinbekommen. Den Spaß am Färben hat es aber nur vergrößert, da mein Kind sowieso noch extra bemalen bzw. sogar bestempeln wollte (Die Farben dafür hatten wir schon im Voraus von der Oma bekommen, vielleicht probiere ich da auch im nächsten Jahr ein DIY-Rezept aus…)

    Und auch wer die Eier nicht weiter gestalten mag, kommt auf seine Kosten, denn mit Öl berieben, erhält man zart glänzende wunderschöne Ostereier – so kann das Suchen am Sonntag kommen!

    Du suchst noch eine Bastelidee, um deine Eier schön herzurichten? Dann schau doch mal hier vorbei.

  • DIY-Osternest aus Kokosnussschalen

    Das Osterfest steht kurz vor der Tür. Somit ist es Zeit für ein neues saisonal passendes DIY-Osternest. 🙂

    Da ich kürzlich eine Kokosnuss gekauft habe und wir alles verwerten wollten, (Kokoswasser ist sehr lecker und gesund und auch das Kokosfleisch war seeehr lecker!) kam mir die Bastelidee für ein DIY-Osternest in den Kopf.

    Materialien

    Kokosschalen

    alter Nagellack

    Schleifpapier

    Tape oder andere bunte Papierreste zum Gestalten der Außenseite

    Heu (ich hatte noch Holzwolle von meiner 2nd Liar-Bestellung übrig)

    kleine Dekoelemente (Eier, Hasen, Küken… was sowieso schon da ist)

    Gestaltung

    1. Zuerst wird die geteilte Kokosnuss gereinigt und getrocknet.

    2. Im nächsten Schritt kann man die Innenseite mit altem Nagellacke (den man, weil man weiß was alles drin ist, nicht mehr auf den Nägeln haben möchte ^^) bepinseln. Damit besteht die Möglichkeit, das DIY-Osternest ohne Heu nach Ostern als hübsche Schmuckschale zu verwenden. Am besten pinselt man in gut belüfteten Räumen und lässt die Kokosnuss dann nach dem Schritt 3 draußen trocknen.

    3. Den Nagellack lässt man kurz antrocknen, danach schleift man während der Trockenzeit die Außenseiten ab. So sehen die Schalen besser aus und lassen sich auch gut gestalten.

    4. Im Anschluss daran, gestaltet man die Außenseite. Dazu eignet sich Tape, alte Papierschnipsel oder Serviettenreste. Ich habe an die Unterseite noch Kieselsteine geklebt, damit das DIY-Osternest von alleine steht.

    5. Im letzten Schritt müsst ihr das Kokosnest nur noch mit Heu und kleinen Dekoelementen befüllen und fertig ist das DIY-Osternest.

  • Zuckerfreie Honig-Zimt-Kekse

    Es ist Keks- und Plätzchenzeit. Da es nun meinen kleinen Zwerg ziemlich langwierig mit einem Virusinfekt erwischt hat, konnten wir in der letzten Woche einige Rezepte ausprobieren. Das vorgestellte Rezept ist etwas Besonderes. Die Kekse sind recht dick und wirklich knusprig und winterlich lecker!

    Zutaten

    450 g Honig

    15 Tropfen Stevia

    200 g Dinkelgrieß

    100 g Butter

    2 Eier

    1 X geriebene Bio-Zitronenschale

    1 TL Zimt

    750 g Dinkelmehl

    150 g Roggenmehl

    100 g Emmermehl

    2 Päckchen Backpulver

    (zuckerfreie) Marmelade zum Verzieren

    Zubereitung

    Zuerst wird die Butter zusammen mit dem Honig und den Stevia-Tropfen sowie dem Dinkelgrieß unter Rühren erhitzt. Es soll eine glatte und cremige Masse hergestellt werden.

    Als nächstes werden die restlichen Zutaten bis auf die Marmelade in eine große Schüssel gegeben und verrührt. Die warme Masse gibt man dann nach dem Vermischen der Zutaten hinzu.

    Im Anschluss daran braucht man viel Geduld und Muskelkraft, um den Teig nun mit der Hand zu kneten und zu kneten… der Teig bleibt etwas krümelig und nicht so weich und geschmeidig wie man es vielleicht sonst von Plätzchenteig gewohnt ist.

    Jetzt wird der Teig Stück für Stück immer dick ausgerollt und ausgestochen. Man kann auch kleine Röllchen formen und dann einzelne Stückchen daraus schneiden und schön platt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Wer mag, kann die kleinen Plätzchen auch noch mit einem Klecks Marmelade verzieren. Wir haben einige Förmchen ausgestochen und einige kleine Taler mit Marmelade bestrichen.

    Die Plätzchen werden nun noch bei 180°C 5-7 Minuten abgebacken. Sie fluffen wunderbar auf, dürfen nicht zu dunkel werden sonst schmecken sie bitter. Nach dem Auskühlen darf man nach Herzenslust knuspern und probieren.

    Guten Appetit!

  • DIY-Weihnachtsdeko- und -geschenketipp

    Wir haben vor Kurzem ein Haus gekauft. Inklusive Keller. Inklusive mindestens 500 leerer Einmachgläser. Dreimal so viele waren übrigens befüllt und beschriftet mit Daten von vor 10-20 Jahren. Dafür hatte ich leider keine Upcycling-Idee mehr, diese sind schubkarrenweise in den Container geraten. Leider. 🙁
    Aber dafür war ich umso motivierter für die leeren Gläser ohne Schraubverschluss eine weitere Verwendung zu finden. Nach einiger Pinterest-Recherche, kombinierte ich verschiedene Ideen, um eine tolle Weihnachtsdeko zu gestalten und kleine nachhaltige Weihnachtsgeschenke herzustellen. Diese teile ich hier gerne, denn jeder, der genauer vor dem Wegschmeißen nachschaut und Gurkengläser etc. retten möchte, kann diese in wunderschöne Weihnachtsdeko verwandeln.

    Materialien

    Neben den Gläsern, die man natürlich braucht, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Deko herzustellen.

    Variante 1: Nur Naturmaterialien

    hierfür eignen sich:

    • Steine
    • Moos
    • getrocknete Orangenscheiben
    • Pfeffer
    • Zimtstangen
    • Nelken
    • Tannenzapfen
    • Tannenzweige

    Variante 2: Konventionelle Materialien

    auch als Ergänzung zur Variante 1 möglich:

    • ausgestanztes Transparentpapier, das mit Hilfe von Bastelkleber zur Verzierung auf die Gläser geklebt werden kann
    • Kerzen (Ich habe keine gekauft, da ich noch so viele zu Hause hatte, z.B. vom Schrottwichteln im letzten Jahr. Nachhaltige Varianten findet man hier.)
    • alte Weihnachtskugeln (wir haben auch unendlich viele im Haus gefunden)
    • Papierband zum Verzieren
    • kleine Streudeko o.ä. (auch hier gab es einen wahrer Mini-Deko-Reichtum im Haus, bitte nichts aus Plastik nachkaufen)

    Gestaltung

    Die Gestaltung ist natürlich ganz einfach, die Materialien müssen nur sinnvoll in die Gläser gegeben werden. Mein Kleiner und ich haben ganz viele Varianten ausprobiert, schließlich wollten wir den Urgroßeltern eine Freude machen. Am meisten Spaß hat dem Spatz natürlich das Bekleben der Gläser gemacht (rummatschen mit Kleber ist toll^^) Anfangs wollten wir allerdings zu viel. Transparentpapier, Kugeln, Kerze… am Ende stellte ich fest, weniger ist mehr. Bewährt hat sich am Grund Steine oder Moos, dann einzelne kleine Dekoobjekte der selben Art und eventuell ein kleines Highlight oder eine bunte Mischung nur aus Naturmaterialien. Toll an dem Bekleben mit neutralem Transparentpapier ist, dass wenn Weihnachten vorbei ist, die Gläser als kleine Kerzenständer zu jeder Jahreszeit weiterverwendet werden können.

    Viel Spaß beim Nachbasteln!

  • So überstehst du lange Zugfahrten mit Kleinkind und hast auch noch Spaß dabei

    Die Urlaubszeit ist da und aus aktuellem Anlass gibt es deshalb mal einen etwas anderen Beitrag von mir. In der letzten Woche bin ich mit Kleinkind über 15 Stunden Zug gefahren. Darunter gab es auch eine Strecke mit 6 Stunden Fahrt am Stück. Thematisch passt das natürlich insofern, dass Zug fahren definitiv ökologischer ist als mit dem Auto in den Urlaub zu fahren. Doch gerade mit Kleinkind kenne ich viele Familien, die davor zurück schrecken. Doch das muss nicht sein. Damit der Kleine und ich die Zugfahrten gut überstehen, habe ich einige Vorkehrungen getroffen, die uns super durch die Zeit gebracht haben. Diese möchte ich hier mit euch teilen.

  • Universalsalbe selber herstellen

    Der erste kosmetische Artikel, den ich selber hergestellt habe, war diese Salbe. Warum? Sie macht weiche Hände, lässt raue Stellen auf der Haut verschwinden, funktioniert als Nasensalbe bei Schnupfnasen und ja beim Kleinkind war es auch unsere Popocreme. 😉
    Eine Universalcreme eben.

    Zutaten

    Das Geniale an dem Grundrezept ist, dass du dafür nur drei Zutaten brauchst, mehr nicht:

    • 3 gr Bienenwachs (vegane Alternative: Carnaubawachs)
    • 60 ml Öl (dazu eignet sich sogar einfaches Sonnenblumenöl, Olivenöl (recht schwer) oder Arganöl, Leinöl… einfach mal ausprobieren, welches Öl deine Haut mag, Kokosöl geht hier z.B. leider gar nicht)
    • 3 gr Lanolin (Ich liebe es einfach! – Kann aber auch weggelassen werden.)

    Je nachdem welches Öl du wählst, können die Mengenangaben etwas abweichen. Bienenwachs hat dabei die Funktion zu festigen, ist die Salbe also zu fest, weniger Bienenwachs wählen oder umgedreht. Auch Lanolin gibt Konsistenz, jedoch nicht so stark wie der Wachs.
    Optional können noch hinzugegeben werden:

    • 2-3 gr Shea- oder Kakaobutter
    • Blütenblätter (z.B. Lavendel, Kamille, Thymian…) Dann muss das flüssige Ergebnis allerdings noch einmal gefiltert werden. Dafür einen Kaffeefilter, Stofftaschentuch o.ä. verwenden.
    • 1-2 Tropfen ätherische Öle (Gibt einen tollen Duft – dann aber eher nicht für den Kleinkinderpopo geeignet!)

    Zubehör

    Zusätzlich benötigst du:

    • eine ziemlich genaue Waage
    • ein (Marmeladen-)glas, in dem du die Masse erhitzt (gut gereinigt und desinfiziert)
    • einen Topf mit Wasserbad
    • einen Herd
    • einen Spatel oder Löffelstiel zum Umrühren (gut gereinigt und desinfiziert)
    • evtl. ein Thermometer, um nicht zu stark zu erhitzen
    • ein Gefäß zum Einfüllen der Creme (z.B. eine leere Dose oder Breigläschen…)

    Herstellung

    Diese Salbe ist super einfach und schnell herzustellen, deshalb wollte ich dieses Rezept unbedingt hier teilen.

    1. Zunächst löst du den Bienenwachs im Marmeladenglas auf, das du in ein Wasserbad auf den Herd stellst.
    2. Kontrolliere, dass die Temperatur etwa 65 Grad beträgt.
    3. Füge dann das Lanolin hinzu bis es sich aufgelöst hat und verrühre die Lösung vorsichtig mit dem Spatel.
    4. Zuletzt fügst du das Öl und ggf. die anderen Zutaten hinzu und wartest bis die Mischung schön durchsichtig ist.
    5. Tropfe mit dem Spatel etwas Salbe auf einen Teller o.ä. und kontrolliere, ob die Konsistenz so ist, wie du sie magst. Füge ggf. etwas mehr Öl, Lanolin oder Bienenwachs hinzu.
    6. Fülle die fertige Salbe in das Endgefäß. (Ich nutze sehr gerne leere Breigläschen.)
    7. Bis du sie benutzt, kannst du die Salbe in den Kühlschrank stellen.

    Im Kühlschrank gelagert, ist die Salbe ziemlich lange haltbar. Man kann sich auch einen kleinen Vorrat anlegen, hier hatte auch die Tagesmutter ein Gläschen für den Zwerg, eins steht im Bad, eins für die Mama… seid auch kreativ bei den optionalen Zutaten, warum nicht auch mal eine Ringelblumensalbe für die Großeltern zum Verschenken?

    Viel Spaß beim Nachmachen!

  • Haare waschen mit Kindern

    Das ewige Leid – Haare waschen mit Kindern. Das Shampoo brennt in den Augen, großes Geschrei und Trara… das gibt es bei uns nicht, denn wir waschen ohne Shampoo – ja genau ganz ohne Shampoo.

    Warum ohne Shampoo?

    Weil die Kopfhaut so eingerichtet ist, dass sie das nicht braucht. Die Talgproduktion ist nämlich abhängig vom Waschen. Shampoo wäscht diesen regulierenden, ganz normalen Talg aus dem Haar und so wird die Kopfhaut dazu angeregt, noch mehr davon zu produzieren, woraufhin die Haare wieder fettig wirken und man das Gefühl hat, wieder waschen zu müssen- ein Teufelskreislauf… und gerade bei kleinen Kindern oder Babys vollkommen unnötig, da die Talgproduktion sowieso noch nicht so stark ist wie bei uns Erwachsenen.

    Zudem ist alles eine Sache der Gewöhnung. Einmalig haben wir ein Geschenk, einen Badezusatz ausprobiert, den ich dann doch nicht wegwerfen wollte und mein Kind hat sich total vor dem Schaum gefürchtet, also hier funktioniert nur reines Wasser am besten.

    Womit waschen wir dann?

    Beim Kind – mit Wasser, ja nur mit Wasser, das reichte bis jetzt immer aus! Erst in der Pubertät, wenn die Hormone zu sprießen beginnen oder wenn es der Wunsch wäre, würden ich das ändern.
    Zusätzlich wird aber ordentlich gebürstet. Der Kleine hat schon seine eigene Wildschweinbürste, die ich für ihn schön bemalt habe und die liebt er. Sie ist zwar nur eine ganz einfache aus DM , hat aber super weiche Borsten für die zarten Kleinkindhaare. Und so ist es auch kein Problem, dass er sich die Haare selber bürstet oder bürsten lässt. (Je nachdem, welche Laune er gerade hat ^^) und das trägt natürlich auch zu einem Reinigungseffekt bei.

    img_5082b

    Weitere Möglichkeiten

    Gerade für Eltern, die gerade erst umstellen, ist die Vorstellung nur mit Wasser zu waschen ungewöhnlich. Hier gibt es auch andere Möglichkeiten. So kann man erst einmal mit Roggenmehl waschen (1 EL auf eine kleine Schüssel Wasser) oder mit Eigelb (auch hier 1 Eigelb auf eine kleine Schüssel Wasser). Einige Seifenhersteller bieten auch spezielle Kinderhaar- und -körperseifen an, allerdings gilt es hier auf die Inhaltsstoffe zu achten, es gibt auch so genannte Shampoobars, also einfaches Shampoo in fester Form, da gibt es kaum Unterschiede zum Shampoo und das gilt es ja zu vermeiden. Auch besteht hier wieder das Problem der brennenden Augen, also ich empfehle immer nur reines Wasser, damit fahren wir nun seit bald 3 Jahren wirklich gut.

    Und wie fange ich nun damit an?

    Aller Anfang ist schwer! Kinder machen ihren Eltern alles nach, nehmen wir Shampoo, möchten sich die Kleinen auch damit einschmieren – für mich eine gruselige Vorstellung, wenn man bedenkt, was da alles drin ist.

    Verzichten wir also darauf und zeigen, wie es auch ohne geht, dann ziehen unsere Kleinen auch mit. Die Haare brauchen meist eine Umstellzeit, auch bei den Kindern, in dieser Zeit kann es sein, dass die Haare etwas klätschig aussehen, dafür gibt es die oben genannten Alternativen aber Stück für Stück passen sich die Haare an und können wieder so arbeiten, wie es für sie vorgesehen ist. Kinderhaare stellen sich dabei viel schneller um als die Haare der Erwachsenen. Also probiert es einfach mal aus und nicht aufgeben, wenn sich der Erfolg nicht sofort einstellt, die Kopfhaut braucht ihre Zeit, sich wieder zu erholen und die Talgproduktion zu normalisieren.

  • Melancholie

    Leipzig

    Vor etwa 2 Monaten bin ich von Leipzig nach (Lutherstadt) Wittenberg gezogen. Das war für mich kein einfacher Schritt. Mit Leipzig verbinde ich 10 wunderbare Jahre. Im Nachhinein ist natürlich immer alles rosig aber ich habe mich versucht an schlechte, traurige Momente zu erinnern und da gibt es nur sehr wenige. In Leipzig habe ich studiert, meine ersten Arbeitserfahrungen gesammelt, die große Liebe gefunden, mein Sohn ist in Leipzig geboren und ich habe dort sehr viele tolle Menschen kennengelernt. Alles tolle einschneidende Erlebnisse. Gerade in der Elternzeit hatte ich viel Zeit, die Gegend zu erkunden. Es gab einen Ort, an den es mich immer wieder zog. Einen kleinen Minisee, mitten in einem Naturschutzgebiet gleich um die Ecke meiner alten Wohnung.

    Tragetuch

    Wittenberg

    Und dann kam ich nach Wittenberg. Eine tolle Stadt, die ich, bevor ich dort arbeitete, einmal als Wochenendausflügler besuchen konnte, eine Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, eine Stadt, die von der Reformation und der Renaissance lebt. 10 Mal weniger Einwohner als Leipzig, keine Straßenbahn, kein großes Zentrum. Nie hätte ich zu dem Zeitpunkt des Urlaubsbesuches jemals gedacht, dort zu wohnen. Doch in dem letzten Jahr, in dem ich täglich nach Wittenberg gependelt bin, verdichteten sich die Anzeichen, dass es mich und meine Familie hierher ziehen könnte.

    Und da saß ich nun schlussendlich in einer chaotischen nassen Wohnung, (Ja es gab einige Umzugskatastrophen aber um die soll es an dieser Stelle nicht gehen…) in einer Stadt, die mir einfach (noch) nichts bedeutete.

    Bis es dann in der letzten Woche diesen einen Zufallsmoment gab. Mein Sohn war ziemlich krank und wollte keinen einzigen Schritt alleine gehen, natürlich nicht. Und da nahm ich ihn ins Tuch und ging, wie ich es so oft in Leipzig tat, als er noch viel kleiner war, einfach drauf los. Diesmal nicht ins Zentrum, das hatte ich innerhalb kürzester Zeit für mich erkundet sondern einfach in die andere Richtung, einfach so ohne Ziel. Bis ich versteckt hinter Häusern, in einer kleinen Gartenanlage diesen Platz erblickte – ein kleiner Minisee, eher ein Tümpel aber wunderschön! Mein Weltbild ist nun wieder ein bisschen gerader, die Sehnsucht und die Wehmut etwas kleiner. Es gibt diesen einen Platz zu dem ich gehen kann wann ich möchte…

    Melancholie

    Dieser Platz erinnert mich nun wie der zuvor an diesen Text von Felix Mendelssohn – Bartholdy:

    Wisst ihr, wo ich gerne weil‘ in der Abend kühle?
    In dem stillen Tale geht eine kleine Mühle,
    und ein kleiner Bach dabei, rings umher stehn Bäume.
    Oft sitz ich da stundenlang, schau umher und träume.

    Er bedeutet für mich ankommen, staunen, genießen und ein Stück weit auch Heimat – ja vielleicht kann ich die hier auch irgendwann finden und Wittenberg meine Heimat, mein Zuhause nennen.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner