• Warum tragen?

    Warum tragen? Ereichterung im Alltag!

    Warum tragen? Genau so wie auf dem Bild habe ich mit beiden Kindern die ersten Wochen und Monate verbracht. Egal, was ich gemacht habe: kochen, aufräumen, föhnen… mein Baby war immer dabei und immer an mir dran.

    Es soll ja Kinder geben, die sich ablegen lassen, meine waren es nicht. Abgelegt-Geschrei…

    Natürlich hatte ich meinen Mann, der mich in der Anfangszeit unterstützte, aber da ich die Elternzeit genommen hatte, war er natürlich nicht immer da. Zudem hat es mich nicht gestört. Ganz im Gegenteil, ich wurde unruhig, wenn meine Kinder nicht in meiner Nähe waren.

    Warum ein Tragetuch oder eine Babytrage auf allen Erstausstattungs-Listen zu finden ist?

     Wenn Eltern (endlich) schwanger werden, stehen sie vor der Entscheidung: Was brauche ich alles für die Erstausstattung und laden sich ganz viele Listen herunter. Auf diesen Listen steht nun oft ein Tragetuch oder einen Babytrage (oder Tragesack, Tragegurt…). Das ist der Punkt, an dem sie oft das erste Mal mit dem Trage in Berührung kommen und sich fragen:

    Warum sollte ich überhaupt mein Baby tragen?

    Die meisten Eltern, die ich gefragt habe, warum sie sich für das Tragen entschieden haben, nannten neben praktischen Gründen für das Tragen als größten Auslöser dafür, dass sie tragen ihre eigenen Babys. Diese ließen sich genauso wie mein Baby nicht ablegen, wollten immer nah am Körper bleiben und schliefen nur im Tuch oder in der Tragehilfe ein. Legte man sie ab, schrien sie.

    Das ist ganz normal! Klicke dich einmal durch die Slides durch und erfahre warum:

    Das Menschenbaby ist ein aktiver tragling!

     Menschen sind also Traglinge: biologisch, evolutionsgeschichtlich, anatomisch und kulturell gesehen!

    Mitte des 19. Jahrhunderts ging in Deutschland die erste Kinderwagenfabrik in Betrieb. Dabei wurde das Tragen hier in Europa zurückgedrängt und erst in den 1970er Jahren wiederentdeckt. Verglichen mit der gesamten Entwicklung der Menschheit ist das aber nicht einmal ein Wimpernschlag. Deshalb noch einmal: Wir Menschen sind von unseren Instinkten aus darauf trainiert, getragen zu werden. Tragen Eltern also ihre Babys erfüllen sie schlicht und einfach deren angeborenen natürlichen Bedürfnisse. So einfach ist es – also DESHALB TRAGEN!

    Warum tragen? Das Baby ist entspannt

    Aber verwöhne ich mein Baby damit nicht zu sehr?

     Wenn du dein Baby ständig hochnimmst, verwöhnst du es.“
    „Du kannst dein Baby doch nicht im Tuch einschlafen lassen, da gewöhnt es sich doch dran.“
    „Immer dieses Rumgeschleppe, das Baby wird doch komplett verwöhnt und tanzt dir später auf der Nase rum.“

     Du hast solche Aussagen schon gehört?

    Woher kommt diese panische Angst vorm Verwöhnen? In den Slides findest du die „Quelle“ – ein Buch aus der Nazi-Zeit: „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Johanna Haarer (1934) – du kannst auch einen Auszug davon lesen:

     Hier gibt es noch mehr gruselige Zitate aus dem benannten Buch:

    “Wenn du ihn immer rausnimmst und trägst, wird er nie im Kinderwagen liegen bleiben. Man darf die Kinder nicht so verziehen.“

    “Man muss ein Kind auch mal schreien lassen, das kräftigt die Lungen.”

    “Versagt auch der Schnuller, dann liebe Mutter, werde hart! Fange nur nicht an, das Kind aus dem Bett herauszunehmen, es zu tragen, zu wiegen, zu fahren oder es auf dem Schoß zu halten, es gar zu stillen.”


    Ursprung der Angst vorm Verwöhnen

     Das ist also der Ursprung: Die Angst davor, dass das Baby zu „weich“ wird, zu wenig „unterwürfig“, gar noch einen eigenen Willen entwickelt. Kinder, die gebrochen werden, lassen sich besser kontrollieren und zu Soldaten erziehen. Zudem werden Kinder, wenn sie eine enge Bindung zu den Eltern haben möglicherweise nicht in das lebensgefährliche Kriegsgebiet gesendet.

    Das ist Quatsch und wir leben nun bald 100 Jahre später.

    Wir wissen zum Beispiel, dass bereits der erste Schrei nach der Entbindung die Lunge frei setzt und sie sich selbstständig weiterentwickelt. Hinzu kommt, dass Babys in den ersten Lebensmonaten nicht grundlos weinen und psychologisch nicht in der Lage sind, Weinen als Manipulationsmittel einzusetzen.

    Warum ist das Denken also noch in den Köpfen vieler (vor allem älterer) Menschen, oder noch schlimmer in den Köpfen von Fachpersonal, wie einigen Hebammen und sogar Kinderärzten. Warum müssen Eltern, die ihre Kinder liebevoll begleiten, so verunsichert werden?

    Es macht mich wütend und traurig zugleich und ich hoffe, dass wir es schaffen, in der nächsten Generation etwas zu bewegen. Wenn du dein Baby begleitest, stillst, trägst, liebkost, tröstest… dann liebe Mama, lieber Papa habe NIEMALS ein schlechtes Gewissen!

    Du verwöhnst dein Baby nicht, du erfüllst nur Bedürfnisse und sorgst dafür, dass Oxytocin ausgeschüttet wird. Somit wird das Vertrauen deines Kindes in dich und die Welt gestärkt. Die psychologische Entwicklung verläuft insgesamt positiver und zwar nicht nur in den ersten Jahren, sondern das gesamte Leben! Wenn das kein Grund zum Tragen ist, dann weiß ich auch nicht!

    Warum tragen? Generell

    Warum sollte ich mein Baby tragen? Weitere Gründe

    Tragen ist Liebe

    Tragen ist Liebe

     Ganze 9 Monate (+/-) hat das Baby nun im Bauch verbracht. Es ist warm und kuschelig. Dein Baby wird mit Nahrung versorgt, schwimmt scheinbar schwerelos hin und her. Gut am Ende wird es etwas eng, jedoch ist nichts ungewohnt. Das Baby hört den Herzschlag der Mama, alles ist vertraut. Und plötzlich wird es geboren. Es wird laut, grell, das Baby muss lernen, wie es Nahrung aufnimmt, muss sich in der Welt orientieren und ankommen. Hier unterstützt das Tragen. Wir stellen zu einem Teil den Zustand im Bauch wieder her. Das Baby ist vom Tuch und der Tragehilfe eng umhüllt, es hört wieder den Herzschlag der Mama, kann sich zurückziehen und fühlt sich ruhig und warm umhüllt.

    Es spürt die Liebe der Trageperson.

     Ein Baby zu bekommen ist für Eltern eine extrem große Umstellung. Waren sie vorher unabhängig in allem, was sie taten, ist es nun eine große Aufgabe, sich um dieses kleine Wesen zu kümmern. Natürlich machen die meisten Eltern das gerne, trotzdem kann es auch als zusätzliche Belastung empfunden werden, gerade wenn das Baby viel weint und unglaublich viel Nähe braucht. Hier gibt das Tragen ein Stück Freiheit zurück. Eltern haben die Hände frei für Aktivitäten im Alltag, sei es Wäsche waschen, Haare föhnen (siehe mein Bild oben) oder auch einfach nur einen Kaffee trinken, ja sogar ein Restaurant- oder Kinobesuch (mit Hörschutz natürlich) wird plötzlich wieder möglich. Das Baby ist gut beschützt immer dabei, die Eltern bekommen aber ihre Unabhängigkeit ein Stück weit zurück.

    Tragen ist Freiheit

    Tragen ist Freiheit

    Tragen ist bequem

    Tragen ist toll!

     Manche Eltern denken anfangs, dass das Tragen etwas ist, das den Rücken zusätzlich belastet. Auch haben sie Angst, dass das fürs Baby unbequem sein könnte. Diese Angst ist unbegründet. Zum einen trägst du dein Baby ja sowieso, wenn nicht im Tuch/ Trage dann auf dem Arm. Du wirst merken, dass du dabei recht schräg stehst. Hast du dagegen nun eine Trage/ ein Tragetuch und musst dein Baby nicht mit der Hand stützen, dann kannst du viel gerader stehen und dein Rücken bzw. die Wirbelsäule wird entlastet. Der Beckenboden wird geschont. Zum anderen ist dein Baby in der richtigen Trageweise auch in einer optimalen Position. Die sogenannte Anhock-Spreiz-Haltung kann beim Tragen eingenommen werden, diese Position ist für die Hüftentwicklung ausgezeichnet. Das Tuch bzw. die Tragehilfe passt sich im Idealfall zudem immer dem aktuellen Stand der Wirbelsäulenentwicklung an. Somit wird der Babyrücken einwandfrei gestützt.

    Und stell dir einmal vor, entspannt in einer Hängematte zu relaxen. So fühlt sich das Tragen für Babys an. Das kann nur bequem sein!

    OK, wenn das Tragen so toll ist, warum tragen dann nicht alle?

     Leider ist das Wissen darüber, wie man die Babys am besten trägt, durch die beschriebenen historischen Entwicklungen leider verloren gegangen. Vor der Zeit der Industrialisierung lebten wir Menschen in einem Dorf. Da wusste die Oma, große Schwester, Tante (ja, es waren vorrangig die Frauen), wie man die Babys trägt und haben das von Generation zu Generation weitergegeben und immer wieder optimiert und verbessert.

    Leider ist das heute nicht mehr so. So kaufen viele Eltern irgendeine X-beliebige Trage, finden das unbequem oder kommen nicht wirklich mit einem Tuch klar und kommunizieren, dass Tragen eben nichts sei.

    Den Einstieg erleichtern

     Doch so muss es nicht sein! Mittlerweile gibt es viele sehr gut ausgebildete Trageberater:innen, die dich auf deinem Weg unterstützen können. So lernst du ganz genau, wie du dein Baby einbindest, ohne dass du Angst davor haben musst, dass du Fehler machst, oder gar dein Baby fallen lässt.

    Das war auch der Grund dafür, dass ich einen Tragekurs entwickelt habe, in dem du die kompletten Basics zum Tragen erfährst. So können du und dein Baby die vielen Vorzüge des Tragens, die hier in dem Artikel zusammengefasst sind, direkt genießen, ohne ewig viel Zeit in Recherchearbeit zu stecken, oder unnötige Fehlkäufe zu tätigen, die dann im schlimmsten Fall zu einer unbequemen und ungesunde Trage führen.

    ➡️ Informiere dich hier genauer darüber.

  • Tragetuch oder Tragehilfe – Wo fange ich an?

    In diesem Artikel hast du dich darüber informiert, warum es sinnvoll ist, sein Baby zu tragen. Nun möchtest du dein Baby tragen, super! Aber nun stellst du dir sicherlich die Frage: Wo fange ich da überhaupt an? Es gibt so unglaublich viele Möglichkeiten und du möchtest Orientierung im Trage-Dschungel?

    Schauen wir uns dafür erste einmal die Definitionen an. Was ist überhaupt ein Tragetuch und was ist eine Tragehilfe?

     Das Tragetuch ist ein etwa 3 -5 m langes Stück Stoff. Es besitzt die Form eines Parallelogramms. Der Stoff kann sowohl gestrickt werden (elastisches Tragetuch) als auch gewebt (gewebtes Tragetuch). Im Gegensatz zur Tragehilfe muss das Tuch gebunden werden. Das hat Vor- und Nachteile.

    •  Der größte Vorteil ist, dass sich das Tuch absolut flexibel an jede Körperform des Babys und des Trägers anpasst. Man kann es sowohl an das kleine Neugeborene als auch an den großen Toddler anpassen. Jede Mama, jeder Papa kann es egal wie groß oder klein er oder sie ist, binden.
    • Meistens ist es auch günstiger als eine Tragehilfe, es gibt gebraucht gute Tücher für 20-30€, aber auch neuwertige Schnäppchen.
    • Zudem ist das Tragetuch unglaublich langlebig. Muss man eine Tragehilfe nach einer Zeit austauschen, weil sie dem Baby zu klein geworden ist, reicht das Tragetuch die gesamte Tragzeit.
    • Es passt in jede Wickeltasche und lässt sich auch später für das Tragen auf dem Rücken problemlos verwenden.
    • Gerade für kleine Babys gibt es kaum etwas Gemütlicheres als so ein kuscheliges Tragetuch.

     Wo ist denn nun der Haken? Nun wir erinnern uns an die Definition, so ein Tragetuch sieht so garnicht fertig aus. Das heißt, um darin ein Baby tragen zu können, muss man es erst binden. Und das schreckt Eltern oft ab. Erwischt?
    Aber keine Panik, mit guter Anleitung und etwas Übung ist das kein Problem. Jede neue Herausforderung hört sich erst einmal schwer an, denkt zum Beispiel an das erste Mal Fahrrad fahren, und jetzt denkt wahrscheinlich keiner mehr darüber nach und radelt einfach und so kann es euch auch bald mit dem Tragetuch gehen.

    Eine ausgebildete Trageberaterin kann dir deinen Einstieg erleichtern. Gerade für den Einstieg eignet sich mein Onlinetragekurs: „Tragemomente2Go!“ perfekt, um die erste Bindeweise mit den Tragetuch zu erlernen. So kannst du auch innerhalb kürzester Zeit zum Bindeexperten werden.

    Du möchtest mehr über Tragetücher und ihre Unterschiede erfahren? Schau dir doch einmal diesen Beitrag an.

     Tragesack, Manduca, Tragegurt, Tragehilfe, Kraxe… es gibt unglaublich viele Bezeichnungen für Tragehilfen. Manche Tragehilfen haben einen breiten Hüftgurt, manche einen schmalen, einige weisen geschwungene Schulterpolster auf, andere gerade, es gibt sogar Tragehilfen mit tuchähnlichen Schultersträngen. Sprich der Markt ist unglaublich vielfältig. Diese Vielfalt lässt Eltern gerade am Anfang erste einmal vor einem unlösbaren Entscheidungsproblem stehen, allerdings ist so auch garantiert für jedes Tragepaar etwas dabei. Du musst nur herausfinden, welche Tragehilfe für dich und dein Baby geeignet sind.

    So gibt es Tragen, die komplett gebunden werden oder mit Schnallen geschlossen werden.

    Hier kannst du dich genauer mit den Systemen vertraut machen.

    • Der große Vorteil der Tragehilfe ist, dass sie sich einfach schneller anlegen lässt. Außerdem fühlen sich viele Trageeltern sicherer, wenn sie eine Tragehilfe nutzen, denn diese hat meist einen Hüftgurt, der zuerst geschlossen wird, danach kann das Baby ganz sicher nicht mehr herausrutschen.
    • Allerdings gibt es unglaublich viele Tragehilfenmodelle. Hier ist es nicht immer ganz leicht, das ideale System zu finden.
    • Zudem ist eine Tragehilfe auch teurer als ein Tragetuch.
    • Außerdem passt sie auch nicht so lange. Es gibt unterschiedliche Größen und wenn das Baby das Maximum erreicht hat, muss man die Tragehilfe auswechseln, damit sie wieder passt.

     

    Tuch oder Tragehilfe - wofür soll ich mich nun entscheiden?

     

    Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Auch ich war am Anfang völlig erschlagen von den vielen Systeme und hatte keine Ahnung, wofür ich mich entscheiden soll. Ich habe unglaublich viel Zeit und Geld ins Testen gesteckt. Ausprobiert, verworfen, neu gekauft…. das alles kannst du dir ersparen!

    Deshalb gibt es den Tragemomente 2GO! – Onlinetragekurs, in dem ich dir in anschaulichen Videos alle Unterschiede genau erkläre und du eine fundierte Entscheidung für das richtige System treffen kannst.

  • Trageberatung

    Trageberatung: Was ist das eigentlich?

     Trageberatung ist eine Dienstleistung, bei der eine von einer Trageschule ausgebildete Fachperson theoretisches und praktisches Wissen über das Tragen von Babys und Kleinkindern vermittelt.

    Tragenetzwerk

    Mittlerweile ist der Begriff „Berater“ oft nicht mehr positiv besetzt. Ein Berater ist jemand, der einem anderen etwas aufquatschen möchte, weil er oder sie Geld dafür bekommt.

    Doch das ist bei einem Trageberater oder einer Trageberaterin nicht der Fall. Trageberater und Trageberaterinnen arbeiten herstellerunabhängig und bekommen kein Geld dafür, bestimmte Marken, Tragen, Tücher o.ä. an Eltern zu vermitteln. Viele Trageberater verkaufen auch keine Tücher und Tragen, sondern bieten die reine Beratungs-Dienstleistung an. Ganz im Gegenteil. Die meisten Trageberater und Trageberaterinnen geben Unsummen an Geld aus, um sich für ihre Beratungseltern ein großes Sortiment aufzubauen: verschiedene Tücher aus unterschiedlichen Materialien, mit unterschiedlichen Webarten, Flächengewichten und Farben… Tragehilfen vieler Hersteller mit unterschiedlichen Hüftgurten, Schultergurten, Rückenteilen… und hier ergibt sich aus der Aufzählung schon die Notwendigkeit von Trageberatern und Trageberaterinnen. Der Markt an unterschiedlichen Tüchern und Babytragen ist mittlerweile undurchschaubar und riesig geworden.

    Trageberatung - Tuchstapel

    Was ist eine Trageberaterin?

     Eine Trageberaterin hat in ihrer Ausbildung in einer Trageschule ein fundiertes Wissen rund um das Thema Babytragen erworben.

    Auf der praktischen Ebene gehört dazu das Beherrschen von unterschiedlichen Bindeweisen fürs Tragetuch sowie ein Überblick über gängige Fertigtragen auf dem Markt.

    Zum theoretischen Wissen gehört beispielsweise die Anatomie von Säuglingen, insbesondere die trage-relevanten Aspekte der Hüftreifung und Wirbelsäulenentwicklung im ersten Lebensjahr.

    Zusätzlich ist sie geschult in Kommunikationstechniken und Beratungsstrategien, denn der Kernaspekt einer Trageberatung ist es schließlich, herauszufinden, was die Eltern brauchen. Dazu bedarf es einiges an Kompetenz, Fingerspitzengefühl und, ja, Erfahrung.

    Allerdings ist der Begriff „Trageberater:in“ nicht geschützt. Jede*r, darf sich so nennen, auch wenn er oder sie keine speziell Ausbildung hat. Deshalb gibt es in Babyfachmärkten oft Trageberater:innen, die ihr Sortiment kenne, aber vom ergonomischen Tragen keine Ahnung haben. Achte deshalb bei der Auswahl der Beraterin darauf, dass sie an einer speziellen Trageschule ausgebildet wurde. Ich habe meine Ausbildung zum Beispiel 2016 bei Clauwi absolviert.

    trageberatung - ringsling

    Wozu braucht man eine Trageberatung?

     Stell dir vor, du suchst das erste Mal in deinem Leben eine Hose aus und gehst in ein riesiges Bekleidungsgeschäft. Du siehst rechts unten schwarze Jeans, drüber Leggins, gegenüber hängen grüne Stoffhosen, darunter liegen blaue Cargo. Du probierst die erste Hose an und sie geht nicht einmal über die Oberschenkel. Die nächste Hose sitzt viel zu locker und rutscht wieder herunter. Vollkommen genervt möchtest du schon das Geschäft verlassen und da kommt eine Verkäuferin auf dich zu. Sie erzählt dir von den Eigenschaften der verschiedenen Materialien, misst deine Größe, zeigt dir einige tolle Exemplare. Du schlüpfst in die empfohlene Hose und sie passt. Die Beine sind noch etwas lang, aber da zeigt dir die Verkäuferin, dass man die einfach umkrempeln kann. Du bist glücklich und erleichtert. Hosen sind toll.

    Auch wenn der Vergleich hinkt, funktioniert eine Trageberatung ähnlich. Viele schwangere Mamas sind beim ersten Besuch im Babygeschäft von der Tragetuch und Tragehilfenauswahl völlig überrascht und erschlagen, hängen dort im Laden doch schon etliche Tragen. Im zweiten Geschäft gibt es noch einmal ganz andere Modelle, die Freundin wiederum empfiehlt noch eine ganz andere Trage und das mit dem Binden, das sieht doch auch super kompliziert aus. Im Internet stößt du nun auf einen Trageshop und siehst, es gibt ja noch viel mehr! Vielleicht denkst du sogar, ach dann lass ich es lieber. Ich will ja nichts falsch machen.

    Und hier kommt eine Trageberaterin oder ein Trageberater ins Spiel. In einer Trageberatung erfährst du viel über die Vorteile und Hintergründe des Tragens. Auch berichtet dir eine ausgebildete Fachkraft darüber, welche Kriterien es für ergonomisches, gesundes Tragen gibt. Zudem stellt diese dir die unterschiedlichen Tragehilfenmodelle vor oder zeigt dir die Bindeweise mit dem Tragetuch. Du siehst die unterschiedlichen Modelle und suchst dir das angenehmste aus.

    Dann wird es spannend. Der erste Moment des Einbindens mit deinem eigenen Baby. Du hast endlich wieder deine Hände frei. Dein Rücken und dein Beckenboden werden entlastet und dein Baby, das spürt deinen Herzschlag, deinen Atem, deine Wärme. Es schläft entspannt ein.

    Natürlich kann es auch passieren, dass sich dein Baby erst einmal an das Tragen gewöhnen muss, manchmal ist es mit Mama oder Papa aufgeregt oder es passt etwas noch nicht. Auch hier findet eine Trageberaterin oder ein Trageberater mit dir eine Lösung.

    Warum tragen? Das Baby ist entspannt

    Wie kann eine Online-Trageberatung aussehen?

     Ich biete als Form der Trageberatung Onlinetragekurse mit Live-Termin an:

    Onlinetragekurs: "Tragemomente2Go!"

     Ein Onlinetragekurs ist eine Trageberatung, die viele verschiedene Elemente enthält. Es handelt sich hierbei um ein komplettes Trageprogramm, das dich beim Start mit deinem Baby begleiten wird. Der Kurs ist aus meinem über 8-jährigen Erfahrungsschatz als Tragemama und mit der Expertise aus über 250 Beratungen zusammengestellt. So erfährst du ganz genau, worauf es ankommt. Egal, ob du dein Baby lieber im Tragetuch oder in der Tragehilfe tragen wirst, hier findest du alles, was du brachst, um dein Baby von Anfang an sicher zu begleiten.

    Im ersten Teil des Kurses erfährst du in kompakter Form alles Hintergrundwissen, das du benötigst, um sicher und fehlerfrei mit dem Tragen zu starten: Ab wann darfst du tragen? Welche Systeme gibt es? Welche Vor- bzw. Nachteile hat das Tuch, die Tragehilfe. Danach entscheidest du dich kompetent für ein System. Wenn du dir unsicher bist, kannst du auch ein Testpaket buchen und dich zu Hause ganz in Ruhe durchprobieren.

    Im zweiten Teil erkläre ich dir ganz genau, wie du das jeweilige System auf dich und dein Baby perfekt einstellst. Was machst du, damit das Rückenteil passt, wie ziehst du richtig fest, dass dein Baby auch nicht herausfällt, wo musst du halten… Danach bist du in der Lage sofort mit dem Tragen loszulegen. Deshalb heißt mein Onlinetragekurs auch „Tragemomente 2GO!“

    Zu jedem Kursplatz gehört dann mit letzten Teil noch eine Live-Einzelberatung dazu.

    Live-Termin

     Eine individuelle Beratung könnte so aussehen:

    Wir vereinbaren direkt im Kurs per Klick einen Beratungstermin. Den Zoomlink bekommst du sofort per Mail zugesendet und gehst dann einfach zu deinem Wunschtermin online. Dann treffen wir uns 1:1 und klären erst einmal vorab, ob du schon Fragen hast.

    Danach entscheidest du, was du brauchst. Diese Möglichkeiten gibt es:

    Du bindest dein Baby ins Tragetuch und stellst dabei deine Fragen, bzw. ich schaue, ob alles passt.

    ODER:

    Du legst deine Tragehilfe an und wir schauen gemeinsam, ob der Sitz zu 100% perfekt ist.

    Außerdem kannst du alle Fragen, die noch offen sind, loswerden.

    Nach dem Live-Termin kannst du dir absolut sicher sein, dass alles passt – ein gutes Gefühl, das unbezahlbar ist.

     Zusätzlich zum Onlinetragekurs gibt es Online-Workshops, in denen ein Spezialthema im Vordergrund steht. Hier wird genausten auf eine Besonderheit, wie zum Beispiel das Tragen auf der Hüfte, in einem Kanga-Tragetuch o.ä. besprochen.

     Du hast eine Frage oder einen besonderen Workshop-Wunsch? Dann schreib mir einfach eine Nachricht an: info@zufallsmoment.de

  • „Mein Baby will nicht getragen werden…“

    Den Satz „Mein Baby will nicht getragen werden…“ höre ich leider ab und zu von Eltern. Und ich bin mir sicher, dass das so stimmt, wie sie es erzählen. Ich meine damit nicht, dass ein Baby mal weint oder meckert beim Einbinden, das kann passieren. Meistens beruhigt es sich kurz danach wieder. Ich denke an Babys, die wirklich ununterbrochen weinen und sich erst durchs Ausbinden beruhigen lassen. Ja auch das gibt es, leider.
    ⁣Aber ich bin der Meinung, dass die meisten der Babys ein Problem hatten, das man hätte lösen können. Mein 2. Kind war dank starker Blockaden und KiSS auch kein Tragebaby, aber kaum war es eingerenkt, war das Tragen kein Problem mehr. Wenn euer Start also schwierig war oder ist, klickt euch durch, was die Ursache sein könnte:

    Was kann ich tun, wenn mein Baby nicht getragen werden will?

    1. Babys haben oft ganz feine Antennen dafür, wie sich ihre Eltern fühlen. Ist ihnen etwas unangenehm, kann sich das auf das Baby übertragen und es will nicht getragen werden. Die Lösungsidee: Übe die Bindeweise ganz in Ruhe mit einer Puppe. Erst wenn du dich sicher fühlst, bindest du dein Baby zügig ein.
    2. Ich werde schlecht gelaunt, wenn ich Hunger oder Durst habe. Dein Baby auch. Binde es am Anfang frisch gestillt oder gefüttert ein. Es kann natürlich auch sein, dass ein ganz voller Bauch drückt, in diesem Fall solltest du etwas abwarten, ehe du dein Baby einbindest. Probiere einfach verschiedene Momente aus.
    3. Auch wenn sich dein Baby sonst unwohl fühlt, es krank ist oder mal muss, kann es sein, dass es das Tragen als unangenehm empfindet. Hier könntest du es erst einmal abhalten oder die Windel wechseln. Je nach Symptomen lohnt sich das Tragen bei Krankheit trotzdem. So wird beispielsweise Fieber nachweislich gesenkt. Allerdings solltest du dein Baby nicht dauerhaft in eine unangenehme Situation bringen. Das Ziel ist, zu vermeiden, dass Kinder etwas Unangenehmes mit dem Tragen verbinden.
    4. Die Tageszeit kann Einfluss darauf haben, ob dein Baby getragen werden möchte. Ist es hellwach, dann kannst du es einfach später noch einmal probieren. Ist es vollkommen übermüdet, lohnt es sich auszuprobieren, eine Runde (draußen) zu laufen. Dann kann es sein, dass dein Baby trotzdem sehr schnell einschläft.
    5. Zu Blockaden bzw. KiSS habe ich schon meine Erfahrungen verlinkt. Hier lohnt sich ein Besuch beim Spezialisten. Dieser kann dir sicherlich weiterhelfen. Beobachte, ob dein Kind auch in anderen Situationen mit weinen reagiert. Vielleicht hat es eine Lieblingsseite, mag keine Mützen, hockt beim Hochnehmen nicht richtig an, streckt ein Bein immer ab… hier lohnt sich die Rücksprache mit deiner Hebamme. Teile ihr deine Beobachtungen mit, sie weiß bestimmt die richtigen Ansprechpartner in deiner Region. Und lass dich nicht verunsichern: du bist die Mama bzw. der Papa. Wenn du das Gefühl hast, etwas stimmt nicht, dann gehe dem nach und lass dich nicht abweisen!
    6. Ein Grund kann natürlich die Trage/ das Tuch/ die Bindeweise selbst sein. Mein großes Kind mochte zum Beispiel keine elastischen Tragetücher. Die waren ihm zu wenig stabil und gaben ihm zu viel Spielraum, er brauchte es eng und wollte Widerstand bzw. sich selbst richtig spüren. Hier gilt es herauszufinden, was dein Baby mag. Probiere verschiedene Bindeweisen oder Tragehilfen aus. Eine Trageberatung wird dir dabei helfen, das für dich passende Tragesystem zu finden.

    Möchte dein Baby nicht getragen werden, kann es sein, dass einer der Gründe zutrifft, es gibt allerdings noch weit mehr und komplexere Zusammenhänge, vom Geburtstrauma beim Baby bis hin zur postnatalen Depression bei der Mama.

    Wichtig ist: Setze dich und dein Baby nicht unter Druck. Du kannst jederzeit mit dem Tragen anfangen, lass dir Zeit, kommt erst einmal in der neuen Situation an, probiert es später erneut. Hole dir ggf. Unterstützung. Manche Babys müssen sich auch erst einmal an die neue Situation gewöhnen. Hier können schon 5 Minuten am Tag genug sein und ihr baut ganz langsam, in Ruhe und in der Kommunikation miteinander (weinen ist nämlich die Art der Kommunikation deines Babys) eine Tragebeziehung auf.

    Baby will nicht getragen werden - Lösungen

    Übrigens haben wir dem Thema „Tragen und Weinen“ auch eine ganze Podcastfolge mit Experteninterview gewidmet. Höre gerne einmal rein:

  • DIY: Tragepuppe selber machen

    Gerade am Anfang sind Eltern oft unsicher beim Binden. Sie wollen nichts falsch machen und sich richtig vorbereiten.

    Dafür eignen sich sogenannte „Tragepuppen“. Diese sind so schwer wie ein echtes Kind, haben weiche Arme und Beine und…. sind unglaublich teuer.

  • Wie du den Ringsling lieben lernst! Die Ringsling-Tipps!

    Wer kennt es nicht? Das Kind läuft und möchte nur mal kurz wieder auf den Arm und dann wieder runter und wieder hoch. Ein Tuch lohnt sich nicht, eine Tragehilfe auch nicht. Eine Übergangsphase für Laufanfänger… hier schafft der Ringsling Abhilfe.

     

    Ich finde, der Ringsling ist die am meisten unterschätzte Tragehilfe! Deshalb habe ich hier Tipps für dich vorbereitet, mit denen du den Ringsling lieben lernen wirst.

     

    Doch zunächst einmal wollen wir klären, was ein Sling genau ist und für wen er sich eignet.

    Was ist ein Ringsling?

    Ein Ringsling ist ein kurzes Tragetuch, meist mit einer Länge von 1,80 bis 2,20 Metern. An einem Ende des Tuches befinden sich zwei übereinanderliegende Metallringe. Die Ringe sind festgenäht und können in ihrer Position nicht verändert werden. Mit dem Ringsling kannst du vor dem Bauch, auf der Hüfte und auch auf dem Rücken tragen.

    Vorteile: Für wen eignet sich ein Ringsling?

     Ein Ringsling ist sowohl für Frühchen, für Babys, als auch für Laufkinder geeignet.

    Schon früh- und neugeborene Kinder können prima im Ringsling transportiert werden. Durch die Diagonalelastizität des Tragetuchs werden die Frühchen optimal gestützt und das Einbinden geht mit etwas Übung recht flink. Außerdem können auch die Kleinsten bereits auf der Hüfte getragen werden. Und da deine Hüfte schmaler ist als dein Bauch, werden die Beine deines Babys nicht unnötig weit geöffnet.

     

    Babys werden im Alter von drei bis vier Monaten meist merklich neugieriger. Eltern beklagen sich während dieser Entwicklungsstufe oft, dass ihre Kinder sich nicht mehr tragen lassen wollen und sich stark wegbiegen. Wir interpretieren dieses Verhalten so, dass die Babys mehr sehen möchten und empfehlen deshalb das Tragen auf dem Rücken oder auf der Hüfte.

     

    Bei Laufkindern ist der Ringsling eine leichte und platzsparende Möglichkeit, immer eine Trage für “Notfälle” dabei zu haben. Denn auch ältere Kinder werden mal müde oder quengelig und wollen auf den Arm. Da kann der Sling Abhilfe schaffen und auch die Größeren für kurze Strecken transportieren.

     

    Zudem ist er sehr klein und leicht, perfekt für die Handtasche. Hier liegt auch dauerhaft ein Ringsling im Auto und wartet auf die kleineren und größeren Notfälle.

    Nachteile des Ringslings

     Der Ringsling ist jedoch eine asymmetrische Tragehilfe. Das heißt, dass das Gewicht nur auf einer Schulter-/Rückenseite lastet. Je schwerer dein Kind ist, umso kürzer wirst du es im Ringsling tragen wollen. Wo deine persönliche Schmerzgrenze liegt, findest du am besten selbst heraus. Manche Eltern empfinden schon 10kg zu schwer, andere tragen 12kg noch mühelos.

    Den Sling trägt man also in der Grundtrageweise auf nur einer Schulter. Das bedeutet alles Gewicht lagert auch auf einer Schulter. Es kann sogar sein, dass man etwas schief läuft. Da muss man sich selbst kontrollieren.

     

    Ich empfehle deshalb die Schulter zu wechseln, also beispielsweise am nächsten Tag die rechte statt der linken Schulter zu verwenden.

     

    Und wie ich mittlerweile weiß, ist der Ringsling nichts für Durchstreckerkinder. Oft haben Kinder zwischenzeitlich Phasen, in denen sie gerne ihre Beine durchstrecken, in dem Fall ist eine Tragevariante mit Sicherungskreuz praktischer.

    Jetzt kommen sie aber endlich, die Ringsling-Tipps:

    1. Wie finde ich meine passende Slinglänge heraus?

     Um deine Slinglänge herauszufinden, nimmst du ein Maßband und misst den Abstand von deiner Schulter zur gegenüberliegenden Hüfte, dann verdoppelst du den den Wert und fügst 20 cm hinzu. Das ist dann deine Mindestgröße. Längere Slings sind kein Problem, mit Longslings kannst du noch Extrabindeweisen zaubern.

    Beim Kauf eines Ringslings musst du aufpassen, dass die Slinglänge zks gemessen wurde. Das bedeutet „zur kurzen Seite“, denn in der Regel hat ein Ringsling eine abgeschrägte Kante und damit das Slingstück reicht, müssen deine Maße bis zur kurzen Seite passen.

    2. Raffung vs. Scherenfaltung

    Es gibt verschiedene “Typen” von Ringslings. Die Unterschiede beziehen sich darauf, wie die Ringe am Tuch angebracht sind. Hier siehst du beide Varianten im Vergleich:

     geraffter Sling (Storchenwiege)

     Sling mit Scherenfaltung (Didymos)

    Mit welchem “Typ” Ringsling du besser zurecht kommst, findest du am besten selbst heraus. Die überwiegende Mehrheit der Eltern aus meinem Beratungsalltag bevorzugen jedoch den gerafft genähten Sling.

    3. Sortierung des Tuches in den Ringen

     Um den Ringsling wirklich bequem zu binden, erfordert es viel Übung und einiges an Präzision.

    Nachdem du den Tuchstoff durch die Ringe gezogen hast, empfehle ich, den Stoff zu sortieren. Achte darauf, dass sich die obere und die untere Tuchkante auch jeweils oben und unten im Ring befinden und dass sie nicht verdeckt werden. Es sollten sich keine Wülste bilden, der Stoff ist optimalerweise gleichmäßig im Ring verteilt. Das wird dir die Arbeit beim Festziehen ungemein erleichtern.

    4. Position der Ringe

    Bevor du dein Kind aufnimmst, achte auf die Position der Ringe. Sie sollten sich jetzt noch auf oder gar hinter deiner Schulter befinden. Wo genau, wirst du mit der Zeit herausfinden. Die Position ist abhängig davon, wie groß dein Tuchbeutel vor dem Festziehen ist: Je lockerer der Beutel (und je kleiner dein Kind), umso mehr rutschen die Ringe beim Festziehen nach unten. Viele finden es angenehm, wenn die Ringe nach dem Straffen des Tuches direkt unter dem Schlüsselbein liegen.

    5. Position deines Kindes

    Entscheide schon beim Hereingleitenlassen deines Kindes in den Beutel über die gewünschte Position. Das heißt im Klartext: wenn du dein Baby vor dem Bauch tragen möchtest, lasse es von deiner Schulter vor den Bauch gleiten. Möchtest du dein Baby lieber auf der Hüfte tragen, lasse es von der Schulter auf deine Hüfte gleiten. Wenn dir dein Tuch doch verrutscht, heb dein Kind unter dem Po kurz an und schieb dir das Tuch wieder zurecht. Die Ringe sollten sich zu diesem Zeitpunkt immernoch auf deiner Schulter befinden!

    6. Das Tuch auf deiner Schulter

     Damit der Sling wirklich bequem sitzt, sollte das Tuch gut über deiner Schulter verteilt sein. Achte schon vor dem Festziehen darauf, dir das Tuch hinunter auf deinen Oberarm zu ziehen. Du kannst dir merken, die Hälfte des Tuchs sollte auf der Schulter liegen, die andere Hälfte auf dem oberen Teil deines Oberarms. Nichts ist unangenehmer, als wenn das gesamte Tuch auf deiner Schulter liegt und dir in die Halsmuskeln einschneidet.

    7. Festziehen des Ringslings

     Der Ringsling sollte strähnchenweise festgezogen werden. Beginne mit der Kopfkante und arbeite dich dann einmal durch das gesamte Tuch.

    Achte besonders darauf, die Pokante ordentlich zu straffen, denn beim Ringsling gibt es kein Sicherheitskreuz oder Knoten unter dem Po des Kindes wie beim den meisten Bindeweisen mit dem Tragetuch.

     

    Wichtig ist, dass du immer in die Richtung ziehst, aus der das Tuch kommt. Nur dann verwurschtelt sich der Stoff nicht in den Ringen.

    Deine andere Hand kann bei jedem Festziehen dein Kind ein wenig anheben. Das erleichtert dir deine Arbeit erheblich.

    8. Die Kopfkante beim Ringsling

     Ziehe ganz zum Schluss nochmals die Kopfkante fest. Du kannst sie entweder in den Nacken deines Kindes schieben, wenn es gerade wach ist. Oder du kannst sie bis über die Ohren ziehen, um den Kopf zu stützen. Straffe die Kante einfach nach, falls sie sich gelockert hat. Die Atemwege müssen immer frei bleiben.

    9. Die Kippung des Ringsling

     Ich empfehle, den Ringsling gekippt zu tragen. Das bedeutet, dass das Tuch vor dem Einfädeln in die Ringe auf dem Rücken einmal umgeschlagen wird.

    Die Kippung bewirkt eine straffere Kopfkante und insgesamt einen symmetrischeren und stabileren Sitz deines Kindes. Deshalb empfinden viele Eltern den gekippten Sling als angenehmer. Probier am besten selbst aus, ob für dich die gekippte oder die ungekippte Version die bequemere ist.

    Hinweis: Slings mit Scherenfaltung können nicht gekippt getragen werden!

    10. Arm(e) raus beim Ringsling

    Ältere Kinder mögen es oft nicht so gern, wenn sich ihre Arme im Tuch befinden. Wenn du dein Kind jedoch nur bis unter die Achsel einbindest, wird es schnell schwer – vor allem, wenn es sich mit Vorliebe nach hinten lehnt. Probier doch einmal aus, nur den hinteren Arm aus dem Tuch zu nehmen. Die meisten Kinder sind mit der hinzugewonnen Freiheit zufrieden. Für dich ist das Gewicht dann angenehmer zu tragen und du hast keine “helfenden Hände” im Weg.

    11. Stillen beim Ringsling

     Das großartigste am Ringsling ist, dass das Stillen darin so einfach ist. Kipp einfach die Ringe an, lass dein Kind ein wenig nach unten sinken, mach deine Brust frei und leg dein Kind an, und zieh danach wieder strähnchenweise fest. Wenn du magst, kannst du den restlichen Tuchstoff über den Kopf deines Kindes legen, um dein Dekolleté zu verdecken und dein Kind vor Licht und Geräuschen zu schützen. Wichtig ist auch hierbei natürlich, dass alle Aufmerksamkeit beim Baby bleibt, damit es sich nicht verschluckt.

    12. Herausnehmen deines Kindes aus dem Ringsling

     Wenn du dein Kind aus dem Sling nehmen möchtest, kipp die Ringe nach oben und zieh den Tuchbeutel etwas auf. Achte darauf, den Beutel nur so weit zu öffnen, wie nötig. Idealerweise greifst du dir den Stoff unter dem Po des Kindes, ziehst ihn nach oben Richtung Kopf und nimmst das Kind unten aus dem Tuch heraus. Je weniger du deinen Beutel jetzt öffnest, umso weniger musst du beim nächsten Mal festziehen und umso weniger rutschen dabei auch deine Ringe nach unten. Mit etwas Übung weißt du ganz genau, wo du die Ringe platzieren musst, damit sie nach dem Straffen angenehm liegen.

    Wie lerne ich den Ringsling zu binden?

     Als erfahrene Trageberaterin helfe ich dir gerne weiter, deinen Ringsling zu binden. Buche dir dafür einfach deinen Ringsling-Workshop. Du kannst dir auch einen Ringsling ausleihen und erst einmal testen, ob das was für dich ist. Klicke einfach auf den Button für mehr Informationen.

  • Schön, dass du trägst, aber…

    Seit ich mein erstes Kind habe, weiß ich, dass alles, was ich tue von anderen Menschen kritisch beäugt wird.


    Das Kind hat keine Mütze auf? Furchtbar!
    Es hat zu viel an? Katastrophe!
    Und selbst Tragebilder in Mamigruppen – großes Fettnäpfchen!

    Das Kind muss mehr gebeutelt werden… die Beine müssen bis zur Kinnoberkante gezogen werden… du musst fester binden… also diese Trage ist wirklich nicht empfehlenswert… unaufgeforderte Tipps. Danke auch. Für nichts!

    Was wenn das Kind zB nicht anhocken kann? (Wie mein 2. am Anfang – KiSS sei Dank 🙄) Was wenn die Mama gerade mit postnatalen Depressionen kämpft? Ihr es Überwindung gekostet hat, das Kind überhaupt in ihre Nähe zu lassen?


    Und sie stolz und überglücklich dieses Bild teilt und als Kommentar liest, was sie alles falsch macht… denk doch bitte darüber nach!

  • DIY Maske aus Tragetuchstoff

    Seit Donnerstag gilt in Sachsen-Anhalt Maskenpflicht beim Einkaufen und im ÖPNV. So war meine Beschäftigung der letzten Tage, (zusätzlich zur Unterrichtsvorbereitung und zur Kinderbetreuung selbstverständlich…) Masken zu nähen. Natürlich habe ich mich ganz stilecht für Tragetuchstoff entschieden.

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