Die perfekte Haarbürste finden

Das A und O, damit NoPoo (Was ist das?) funktioniert, ist die Wahl der richtigen Bürste. Aber auch jeder, der konventionell Haare wäscht, kommt irgendwann an den Punkt, an dem er sich eine neue bessere Bürsten kaufen möchte. Diese Suche gestaltet sich (zumindest bei mir) nicht so einfach. Deswegen möchte ich dir hier einen kleinen Überblick darüber geben, welche Arten und Möglichkeiten es gibt und wie du deine richtige Bürste auswählen kannst.

Welche Bürste ist die Richtige?

Allzweckbürsten aus Kunststoff mit Kunststoffborsten

Wahrscheinlich rechnet ihr jetzt damit, dass ich total gegen diese Bürsten wettere aber nein, das stimmt so nicht. Ich mag meinen Tangle Teezer, den ich noch aus meiner “Plastikzeit” habe sehr gerne, um erst einmal grob über die Haare drüber zu kämmen, sie zu entwirren und auch mal zum Schnelldurchkämmen. Mit allen anderen Kunststoffbürsten kann ich nichts anfangen. Sie verteilen weder das Sebum, noch kommen sie richtig durch meine Haare durch. Auch die lustigen Plastiknoppen kommen nicht durch mein dichtes Haar (ja fein, rutschig und dicht^^) bis auf die Kopfhaut und der gewünschte Effekt verpufft ziemlich schnell. Zudem sind Plastikbürsten alles andere als nachhaltig, also wer eine hat, sollte sie zum schnellen Durchkämmen ohne Effekt behalten aber eine neue zu kaufen ist eher sinnlos.

Wildschweinborstenbürste

Das war die erste Alternative, die ich als ich mich mit NoPoo beschäftigt habe, kaufte. Wie der Name schon sagt, bestehen die Borsten der Bürste aus den “Haaren” des Wildschweins. Wildschweinborsten ähneln nämlich den menschlichen Haaren. Sie werden deshalb oft empfohlen, weil sie das Sebum aufnehmen und gut verteilen.

Sebum – Was ist das und wozu soll das gut sein?

Die Talgdrüse die im oberen Teil der Lederhaut liegt, produziert Lipide, das sind wasserunlösliche Naturstoffe bzw. Fette, die als Talg, Hauttalg oder Sebum bezeichnet werden. Diese Stoffe erreichen die Hautoberfläche. Jeder Mensch von uns besitzt also Talg, Sebum ja Fett auf der Hautoberfläche. Nicht nur im Haarbereich, nein auf der ganzen Haut. Diese Produkte schützen die Haut, schaffen das physiologisch saure Hautmilieu und sorgen so für einen Schutz der Haut vor Krankheitserregern. Auch das Haar wird mit Hilfe dieser Produkte weich und geschmeidig gehalten, zudem gibt es einen gesunden Glanz und reinigt sich sozusagen selbst. Sind die Hautdrüsen gesund und würde man keine Einflüsse auf Haut und Haar geben, wäre das Sebum das, was man sieht und was keinem negativ auffallen würde.

In den meisten Fällen wird die natürliche Sebumproduktion jedoch gestört. Man wäscht sich das hauteigene Produkt mit aggressiven Reinigungsmitteln herunter und bringt Haut und Haar so aus dem Gleichgewicht. Mit No Poo wird nun versucht, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. Und zwar trotzdem so, dass unsere Haare so aussehen, wie uns von der Gesellschaft vorgegaukelt wird, dass sie sein müssten. Also glänzend und vollkommen unfettig. (Ein leichter Fettfilm wäre übrigens ganz normal, ähnlich wie das Fell gesunder Tiere leicht glänzt. Aber es möchte sich ja keiner vorwerfen lassen, er hätte fettige Haare…)

Um nun aber trotz verschiedener Reinigungsschritte (ja auch nur Wasser zu verwenden ist ein Reinigungsschritt) die Sebumproduktion zu normalisieren, hilft man mechanisch durch das Bürsten mit der richtigen Bürste (oder sogar den Händen), das Sebum zu verteilen. So wird unserer Kopfhaut signalisiert – produziere mehr oder weniger Sebum, je nachdem wie es notwendigt ist. Sie wird zudem besser durchblutet. Außerdem wird durch das Bürsten auch Staub oder andere Umwelteinflüsse abgetragen. Die Schuppenschicht auf der Kopfhaut kann reguliert und massiert werden und so normalisiert sich Stück für Stück der Prozess, der eigentlich in der Haut sowieso ganz normal stattfinden sollte.

Plastikbürsten können diese Funktion nicht erfüllen, deshalb zurück zur Wildschweinborstenbürste.

Welche Wildschweinborstenbürste ist die Richtige?

Klare Antwort: Das ist super individuell und DIE eine Richtige gibt es nicht. Leider.

Eine Idee wäre, sich erst einmal eine günstige WBB aus DM oder Rossmann o.ä. Drogerie zuzulegen und zu probieren, ob man damit überhaupt klar kommt. Diese Bürsten kommen jedoch leider schnell an ihre Grenzen und sind von den Produktionsbedienungen her auch alles andere als ideal. Aktuell nutzt hier nur noch der Kleine eine schöne verzierte Drogeriebürste, er hat aber auch wenige glatte Haare, durch die alles durchkommt. Für mich ist sie eher ein zartes Stricheln denn wirkliches Bürsten.

Und dann (oder lieber gleich!) kann man sich eine hochwertige Bürste zulegen aber auch da gibt es massig Unterschiede. Sind die Haare lockig, glatt, dicht, fein… jedes Mal braucht es eine andere Bürste. Ich kann empfehlen den Kundendienst der Hersteller zu nutzen. Z.B. bei Doktor Dittmar, dort hab ich mich für meine Schwester und mich beraten lassen. Meine Schwester ist super zufrieden mit ihrer, ich war es leider nicht 100%tig und habe mir dann irgendwann noch eine auf einem Mittelaltermarkt gekauft und die nutze ich zum groben durchbürsten (sehr hart und kommt bis auf die Kopfhaut) während ich die von Dr. Dittmar für den Feinschliff nutze, um Strähnchen für Strähnchen durchzuarbeiten.

Anbieter guter, hochwertiger Bürsten sind z.B.:

Doktor Dittmar

Kent

Kostkamm

Mason Pearson

Scalpmaster

Susanne Kehrbusch

Achten sollte man auf:

  • die Anzahl der Borstenreihen (je dünner und glatter das Haar desto mehr Borstenreihen sind möglich)
  • den Abstand der Borstenbüschel (je dichter das Haar desto größer der Abstand, um gut durchzukommen)
  • evilierte Borsten (unterschiedliche Borstenlänge der Büschel)
  • Borstenverlauf (je gerader die Borsten desto geringer die Auflagefläche)
  • Borstenhärte (je dichter das Haar desto härter braucht man, um durchzukämmen)
  • Borstenspitzen bzw. Art des Schnittes der Borsten (je weicher das Ende desto höher der Schutz der Kopfhaut)
  • Griff (Griffe, die nicht aus Holz sind, sind weniger anfällig)

Dieser Artikel gibt einen super Überblick darüber, für welches Haar welche Borsteneigenschaften passen können. Aber auch hier gilt – Probieren ist das Beste!

Vegane Alternativen

Also vegane Alternative zur WBB gilt die Sisal-Bürste. Sisal ist eine Agaven-Faserpflanze, die Borsten werden damit bestückt. Sie ist und zum trockenen Bürsten von kurzen bis mittellangen, glatten Haaren geeignet, der Griff ist zumeist auch aus Holz.

Eine weitere Alternative ist Fibre. Sie scheint sehr stabil zu sein und kämmt wohl schonend das Haar und die Kopfhaut.

Wie wird gebürstet?

100 Bürstenstriche am Tag. So hat man früher immer gesagt und das würde ich auch heute bejahen! Also sehr intensiv bürsten, bürsten, bürsten… z.B. wenn man abends vorm Fernseher sitzt oder wer früh noch Zeit hat, dann gleich nach dem Aufstehen. Gut zu wissen ist sicherlich, dass direkt nach dem Bürsten das Haare erst einmal etwas fettig aussehen kann, das ist aber nicht schlimm, das Sebum zieht mit der Zeit ein. Deswegen bürste ich immer abends, damit das Sebum früh eingezogen ist, früh werden wenn ich arbeiten muss, die Haare dann nur noch ganz schnell durchgekämmt, damit sie gut liegen. Von der Technik her, bürste ich jede einzelne Strähne Stück für Stück durch. Das kann auch ruhig mal 1/2-1 Std. dauern.

Wer ganz viel Zeit hat, kann sich auch einmal dieses Bürstenvideo anschauen, da erfahrt ihr einfach alles 😉

Reinigung der Bürste

Bürstenreiniger

Hier gibt es verschiedene Varianten. Wichtig ist, dass die starke Reinigung mit Shampoo genauso wenig Sinn macht wie beim Haar, denn die Haarstruktur der Wildschweinbürsten soll genauso wenig beschädigt werden. Ich selbst reinige erst einmal grob mit dem oben abgebildeten Bürstenreiniger. Hier ist auch wichtig, dass es ein sanfter ist, der die Haare nicht zerstört. Haarreiniger aus Metall würde ich also nicht verwenden. Ab und an wasche ich die Bürste dann noch unter fließendem Wasser ab. Das habe ich lange vermieden, weil ich nicht wollte, dass das Holz angegriffen wird. Allerdings wird die Bürste nur mit dem Reiniger nicht richtig sauber, Staub und Dreck sammeln sich.

Ab und an lese ich auch Empfehlungen wie in Essigwasser reinigen o.ä. Das finde ich alles nicht nötig. Einfaches klares Wasser hilft auch bei WBB.

Holzkamm

Wenn man die Haare mit Haarseife oder anderen Reinigungsmitteln behandelt, kann ein Holzkamm auch reichen. Er ist zumindest sinnvoller als die Plastikalternative. Will man allerdings Sebum verteilen, ist der Holzkamm genauso wie die Plastikbürsten nicht sinnvoll und zielführend.

Resümee

Wer seine Haare nur mit Wasser wäscht, über kurz oder lang Sebum verteilen will oder gar nur bürstet, kommt über kurz oder lang nicht an einer guten Bürste vorbei. Manchmal braucht es etwas Zeit, ehe man die richtige gefunden hat aber die Suche lohnt sich, denn mit der richtigen Bürste wird die Reinigungswirkung optimal unterstützt, die Kopfhaut angeregt und die Sebumproduktion reguliert.

Bürsten ist das A und O.
Die perfekte Haarbürste finden
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