Wie man nachhaltig gesunde Zähne zaubern kann

Wir tun es – jeden Morgen und jeden Abend – Zähne putzen. Gründlich. Schon als Kleinkind lernen wir, diese kleinen bösen Männchen können uns, wenn wir nicht ordentlich putzen, die Zähne zerstören. Und das ist vollkommen richtig. Karies, Parodontose und Zahnstein… keiner mag diese Krankheiten haben. Auch ich nicht, natürlich bin ich auch absolut dafür, auf die richtige Zahnpflege zu achten aber es gibt meiner Meinung nach große Unterschiede zwischen den Produkten und Alternativen zur traditionellen Zahnpflege.

Die Zahnbürste

Beginnen wir bei dem ersten und wichtigsten “Gerät” zur Zahnpflege, der Zahnbürste.

Sie ist im Normalfall einer unserer größten “Müllfaktoren”. Meistens besteht sie aus Plastik und wird alle drei Monate gewechselt. Stellt man sich nun die vier Zahnbürsten im Jahr vor, sind das auf 10 Jahre 40, auf 20 Jahre 80 Zahnbürsten, die wir einfach so wegwerfen. Das spricht gegen meine Prinzipien. Ich nutze deshalb mittlerweile größtenteils Holzzahnbürsten aus Bambus. Aktuell z.B. vom Hydrophil. Der Griff der Zahnbürste ist biologisch abbaubar, die Borsten bestehen aus Nylon und sind BPA-frei. Zudem ist Bambus ein schnell nachwachsender Rohstoff, der praktisch unbegrenzt verfügbar ist.Also eine nachhaltige Alternative zu Plastik. Ab und an mag ich mich noch nicht von meiner elektrischen Zahnbürste trennen, werde allerdings keine Wechselpackungen mehr nachkaufen. Zur elektrischen Zahnbürste konnte ich leider noch keine Alternativen finden.
Auch Miswak-Zweige sollen eine Alternative zur traditionellen Zahnbürste darstellen. Weitere Informationen dazu hier.
Habt ihr noch andere Alternativen? Dann kommentiert diese gerne darunter.

Zahncreme – ein Muss für die Zähne oder?

Das zweite Element zum Zähneputzen ist natürlich die Zahncreme oder?
Ja, ich verwende auch die meiste Zeit Zahncreme und zwar das Weleda Pflanzen Zahngel. Der Hersteller verspricht:

“Putzkörper auf Kieselbasis reinigt die Zähne gründlich und schonend, ohne den Zahnschmelz anzugreifen.”

Doch warum gerade diese Zahncreme, geht denn nicht auch die aus dem Supermarkt?

Vielleicht ein paar Worte zur meinen Zähnen. Ich war immer super schmerzempfindlich. Kaltes Wasser – stechender Schmerz, heißes Wasser – schlimmer, stechender Schmerz. Eis im Sommer, ein Graus. Erfrischungsgetränke mit Eiswürfeln, dann lieber nichts trinken. Schon seit ich denken kann habe ich Angst vorm Zahnarzt. Ständig wurde gebohrt und geplomt. Und dann habe ich irgendwann etwas über Fluorid gelesen. Natürlich ist die These, dass Flourid schädlich sei, stark umstritten und ich gehöre definiv nicht zu den Verschwörungstheoretikern, die sich sofort durch so etwas beeinflussen lassen. Aber sei es das Fluorid oder andere Substanzen (Triclosan, Natriumlaurylsulfat…) die alle  in der konventionellen Zahnpasta umstritten sind, seit ich die weglasse, geht es meinen Zähnen sehr gut, ich kann theoretisch von Eis abbeißen, kalte Getränke sind kein Problem und seitdem hat auch noch nie wieder ein Zahnarzt gebohrt. Im Studium habe ich dann mal eine Zahnreinigung machen lassen und ca. 2 Wochen Schmerzen davon getragen. Als ich nach längere Zeit aufgrund des Vergessens der eigenen Zahnpasta einmal konventionelle nahm, brannte mir die Zunge und der ganze Mundraum so stark davon, dass ich noch am nächsten Tag Schmerzen davon hatte. Ich weiß also nicht genau, woran es lag aber konventionelle Produkte kommen mir nicht mehr ins Haus! Warum ich die Weleda nehme, hat den einfachen Grund, dass sie mir schmeckt. Alternative gute Zahncremes lassen sich aber auch noch hier finden.

Alternative: Zahnputztabs

Auf der Suche nach weiteren Alternativen, sind mir in meinem Bio-Markt um die Ecke, die Zahnputztabs von Denttabs in die Hände gefallen. Es gab davon eine Probierpackung, die ich mitnahm und natürlich gleich ausprobierte. Natürlich wählte ich die fluoridfreie Variante und probierte zu Hause gleich aus. Man nimmt eine Tablette in den Mund, zerkaut sie und bürstet dann mit einer feuchten Zahnbürste wie gewohnt zu Ende. Ich fand die Anwendung super simpel, die kleinen Tabs halten sich ewig und sind in dieser praktischen Probiergröße toll für das Unterwegsset. Der Geschmack war sehr minzig (für mich eher ungewohnt) und der Reinigungseffekt war vom Gefühl her überzeugend und angenehm.

Doch was ist der Vorteil der Tabs? Dadurch sie in Festform sind, kommen sie mit unheimlich wenigen Inhaltsstoffen aus: Mikrofeine Zellulose-Fasern (polieren die Zähne), Natriumhydrogencarbonat (“Natron”) stellt zusammen mit Ascorbic Acid bzw. Citric Acid den pH-Wert der Tablette ein. Kieselerde dient als Putzkörper und Amisoft ist ein Tensid, was den leichten Schaum erzeugt. Das sind die Grundstoffe, es gibt noch einige andere, die in geringen Mengen zugesetzt werden, allerdings allesamt sehr gut verträglich und “harmlos”.

Einziger und größter Negativpunkt: Originalverpackt sind die Tabs in Plastikdosen. Das ist ein sehr starker Kritikpunkt, weshalb ich die Tabs wohl wirklich nur für die Reise mitnehmen und nicht im Dauergebrauch haben werde. Im Unverpacktladen kann man einen Großteil des Plastiks wohl vermeiden aber so etwas gibt es hier leider nicht. Also bleibt zur Vermeidung der großen Müllmengen für mich wohl nur die Variante online bestellen – z.B. hier.

Weitere Alternative: Zahnkreide

Wer komplett auf Tenside (Schaumbildner) verzichten kann und will, dem kann ich Zahnkreide ans Herz legen. Ich habe die von Birkengold getestet. Die Anwendung ist auch super simpel: Die leicht feuchte Zahnbürste einfach in die Zahnkreide drücken und das Pulver bleibt an der Zahnbürste kleben. Damit kann man wie gewohnt die Zähne putzen. Ich fand die Zahnkreide im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig. Sie ergibt komplett keinen Schaum und fühlt sich etwas grisselig im Mund an. Aber nach mehrfacher Benutzung habe ich mich daran gewöhnt. Ich mag den dezent minzigen Geschmack, der nicht so stark wie bei den Tabs ist sondern wirklich ein angenehmes Gefühl im Mundraum hinterlässt. Das Gefäß ist aus Glas, auch ein klarer Vorteil für die Kreide.
Die Inhaltsstoffe sind hier: Calciumcarbonat, Xylit und Kräutern, diese sollen schonend die Zähne reinigen. Und ich kann im Test bestätigen, dass sich die Zähne schön sauber anfühlen. Im Moment ist das neben der Weleda-Zahncreme meine Lieblingsabwechslung beim Zähne putzen.

Dritte Alternative: Selber herstellen

Ich gebe zu, daran bin ich anfangs noch kläglich gescheitert. Ich habe versucht, mit Kräutern und Lavaerde zu arbeiten, absolut nicht empfehlenswert. (Außer man hat kein Problem damit, dass sich der Mund nach Erde anfühlt oder Kräuter zwischen den Zahnzwischenräumen stecken, nunja… geht sicherlich auch cleverer^^)

Eines der wenigen Rezepte, das ich empfehlen kann ist dieses hier:

Die Elemente sind alle super kombinierbar, die Zahncreme schmeckt und wer Lust und Nerven hat, kann dies auch regelmäßig selber herstellen. Ich gebe zu, dass ich doch sehr oft zu den vorher vorgestellten Alternativen greife aber vielleicht ändert sich das auch in nächster Zeit wieder, mal sehen…

Einzelelemente wie nur mit Backpulver oder Salz putzen, kann ich für den Dauergebrauch nicht empfehlen, denn der Abrieb ist ziemlich stark kann gerade für Menschen mit empfindlichen Zähnen (also auch für mich) sehr unangenehm sein.

Zusätzliche Zahnpflegeelemente

Natürlich kann und sollte man zusätzlich seine Mundhygiene auch über das Zähne putzen hinaus betreiben. So hilft Zahnseide die Zwischenräume zu reinigen aber auch hier gibt es Unterschiede zwischen Plastikfasern oder Produkten mit z.B. Bienenwachs. Auch ein Zungenschaber ist eine sinnvolle Ergänzung, genau wie das sogenannte “Ölziehen”. Aber diesem ganzen Zubehör werde ich noch einmal einen Extraartikel widmen.

Wie man nachhaltig gesunde Zähne zaubern kann
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8 Gedanken zu „Wie man nachhaltig gesunde Zähne zaubern kann

  • 15. September 2017 um 15:45
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    Ich find das super interessant. Gerade im Bad kann man einfach sooo viel Plastik einsparen und so viele Chemikalien umgehen. Wobei ich das Gefühl von der Bambuszahnbürste echt gewöhnungsbedürftig finde..
    Aber was “Mundwasser” angeht hätte ich echt einen Tipp. Ich nutze zum Nachspülen Xylit (Birkenzucker, beim Kauf drauf achten, dass es auch wirklich Birkenzucker ist und kein billiges Ersatzprodukt). Seitdem hab ich null Probleme mehr (zuvor häufig Zahnentzündungen gehabt) und so gut wie nie mehr Mundgeruch xD

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  • 28. Juli 2017 um 20:37
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    Zahnkreide. Echt spannend was es nicht so alles gibt. Danke für deinen tollen Artikel.

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  • 18. Juli 2017 um 9:37
    Permalink

    Hallo 🙂 Bambuszahnbürsten sind leider nicht so nachhaltig wie ihr Ruf. Ich habe hier sehr viel recherchiert und bei den Herstellern nachgefragt. Die Borsten werden längst nicht mehr auch Nylon4 hergestellt (dem biologisch abbaubaren Kunststoff) sondern wieder aus Nylon6. Welchen Sinn macht es nun? Man muss vor dem Entsorgen die Bürste entfernen – für mich sehr umständlich. Schau doch mal bei mir vorbei. Ich habe sehr viel zum Thema verbloggt 🙂
    Alles Liebe, Nadine

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    • 18. Juli 2017 um 19:36
      Permalink

      Oh danke für den Hinweis. Ich habe es gerade auf deinem Blog nachgelesen. Ich werde also auch weiter testen und das dann natürlich mitteilen und aktualisieren.
      Viele Grüße
      Juli

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  • Pingback: Diese Naturkosmetikprodukte gehören in die Urlaubsbadetasche ⋆ Zufallsmoment

  • 20. Juni 2017 um 23:30
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    Super interessantes Thema. Bambuszahnbürsten habe ich vor einiger Zeit sogar im Drogeriemarkt gefunden und Zahnputztabs habe ich unter anderem schon bei LUSH gesehen. Schön, dass sich der Nachhaltigkeitsgedanke auch in diesem Bereich immer weiter entwickelt.

    Liebe Grüße
    Jana

    Antworten
  • 20. Juni 2017 um 22:14
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    Irgendwie traue ich mich an selbstgemachte Alternativprodukte nicht ran. Ich habe immer das Gefühl, dass ich mir im Zweifelsfall dann den Zahnschmelz runter rubble. :/

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  • 20. Juni 2017 um 20:01
    Permalink

    Wie interessant! Ich habe mir ehrlich gesagt noch nie so großartig Gedanken gemacht über nachhaltiges Zähneputzen und bin begeistert!

    Besonders die Tabs finde ich cool!

    Liebe Grüße
    Birgit

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