Stressmanagement – Entspannungsstrategien für extrem stressige Zeiten

In den letzten Wochen und Monaten ist mein Stresspegel extrem hoch (gewesen), zum einen mussten wir innerhalb von 2 Monaten umziehen und zum anderen ging dabei auch noch einiges schief.
Schon am zweiten Tag hatten wir einen riesen Wasserschaden, unser alter Vermieter will uns die Kaution nicht zurück geben (Rechtsstreit folgt noch..) und der Abschied vom geliebten Leipzig fiel auch nicht leicht. Im Februar beruhigte sich dann in den Ferien die Lage etwas, einfach mal eine Woche abschalten…

     
So sah unsere Wohnung dank der Trocknung aus…
Aber auch danach wurde es nicht einfacher. Bedingt durch den Ausfall zweier Kollegen arbeite ich aktuell fast 100% anstatt meiner eigentlichen 60%, dazu diese nervigen Trockner in der Wohnung und aktuell nur 3 statt 4 Räume, kurzum der Stresspegel ist nach wie vor extrem hoch.
Bei mir zeigt sich das dann eigentlich immer körperlich. Der Magen-Darm-Trakt macht was er will und nicht was er soll und nun auch noch eine Mandelentzündung.

Was soll ich nun über Stressstrategien erzählen?

Ich habe ja scheinbar keine…
Das stimmt so nicht. Eigentlich wollte ich erst einen Artikel darüber schreiben, wenn ich wieder entstresster bin aber durch den Kontakt mit Sophie, einer tollen Bloggerin, die die Idee hatte, zusammen etwas zu verfassen, praktisch als Dialogpost, wurde mir klar, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist. Warum sollte man nur über etwas schreiben, was man schon erledigt hat, warum nicht über etwas, das einen akut belastet? In den folgenden Absätzen möchte ich euch nun also meine Strategien vorstellen, die ich nutze und auch wo aktuell meine Grenzen liegen.
Vielleicht kann mein Post zusammen mit dem Text von Sophie noch bessere Strategien zeigen, um die aktuelle akute Situation ins Positive zu verändern. Vielleicht erkennt sich sogar der eine oder andere wieder und kann seinen funktionierenden Ansatz verraten. Möglicherweise helfen aber auch meine Strategien schon weiter, um sich zu selbst zu entstressen.

1. Strategie: Sich Zeitfenster für sich verschaffen

Das ist eine der wichtigsten Punkte, wie ich finde. Die Arbeit, der Alltag, die Familie alles ist mir zumindest super wichtig. Manche Tage habe ich das Gefühl, ich stehe früh auf, arbeite, hole den Kleinen aus der Kita, räume zu Hause ein bisschen auf, korrigiere noch Arbeiten und bereite den Unterricht für den nächsten Tag vor und falle ins Bett, um am nächsten Morgen wieder aufzustehen und das gleiche Spiel von vorne zu beginnen. So ist es nunmal, wenn man arbeitet und ein Kind hat, würde meine Mama jetzt sagen. 😉 Und das stimmt auch!

Geh einfach mal spazieren und genieße die Zeit draußen…

Trotzdem ist es wichtig, sich zwischendurch auch Zeit für sich zu nehmen, um sich nicht selbst zu verlieren. Vorher hatte ich ab und an einen Abend frei, um mich mit Freunden zu treffen (mein Mann natürlich auch – das ist nur gerecht!) oder ich lasse einfach mal die Wohnung Wohnung sein und ignoriere das Chaos, um mich einfach mal hinzusetzen und mit dem Kleinen zu spielen oder zu lesen oder raus in die Natur zu gehen. Das ist OK, eine Wohnung muss nicht immer super aussehen. Wichtiger ist, dass du dich gut fühlst.

Und noch ein zusätzlicher Punkt zum Zeit verschaffen: Kenne deine Grenzen!
Wenn man krank ist, ist man krank. Letzte Woche habe ich auf Grund von 20 Elterngesprächen weitergearbeitet obwohl ich mich alles andere als wohl gefühlt habe, ich war dann beim Arzt, um ein Medikament zu bekommen, dass mich durchhalten lässt, obwohl ich normalerweise nicht der Typ dafür bin. Das Ergebnis ist nun eine nervige Mandelentzündung, die sich sicherlich vermeiden ließe, hätte ich nicht über meine Grenzen hinweg gearbeitet.

2. Strategie: Einen Ausgleich schaffen

Du bist in dem oben genannten Hamsterrad gefangen? Dann such dir einen Ausgleich. Du wolltest schon immer Musik machen, malen, einen Kurs besuchen: fotografieren, nähen… dann mach es! Gerade in den stressigen Zeiten braucht man das. Ich gehe z.B. ins Fitnessstudio. (OK, aktuell schaff ich es bedingt durch Krankheit und einem Überpensum nicht – aber das ist genau der Fehler!) Jeder Mensch braucht etwas, was einem Spaß macht und die Arbeit, so toll sie ist, ist es nicht immer. Zudem ist der Job Pflicht. Ein Beispiel: Ich mache gerne Musik, zu Schulzeiten war das mein Ausgleich zum Lernen und zur Schule. Ich habe mich zu Haus hingesetzt und geübt bzw. einfach nur drauf losgespielt. Mittlerweile ist Musik mein Job. Ich muss üben, üben, üben… um die Schüler ordentlich begleiten zu können und einen guten Vortrag einzustudieren, suche neue Lieder raus… sprich mein Ausgleich ist zur Pflicht geworden, das heißt jetzt nicht, dass es mir automatisch keinen Spaß mehr macht aber die Wichtung hat sich verschoben. Das heißt, ich brauche nun etwas anderes. Deshalb der Sport und ja unter anderem deshalb auch der Blog – schreiben und mich mitteilen war auch schon immer ein Mittel für mich, um einen Ausgleich zu schaffen.
Eine weitere Möglichkeit wäre, sich einfach bei Youtube ein Entspannungsvideo anzusehen, probiert es mal aus – 10 Minuten beruhigende Klänge und Worte und ihr fühlt euch schon viel besser.

Auch hier ein wichtiger Punkt:
Kenne deine Grenzen! Du kannst nicht einen Nähkurs und einen Fotokurs besuchen und 3 Mal die Woche ins Fitnessstudio gehen. OK, du könntest vielleicht aber dann ist es wohl kein Ausgleich mehr. Wichtig ist, dass dieser Spaß macht und keinesfalls wieder zur Pflicht wird und du danach das Gefühl hast, dich besser zu fühlen.

3. Strategie: Gesunde Ernährung

Vielleicht geht es dem ein oder anderen so wie mir. Man hat Stress und schafft es nicht auch noch, sich etwas zu kochen, eine Portion Nudeln reicht, eine 5-Minuten-Terrine schnell aufgegossen für zwischendurch… Das ist aber genau falsch! Unser Körper arbeitet auf Hochtouren. Wir brauchen nun gesunde und positive Energie. Gerade zu viel Zucker putscht auf und hinterlässt uns danach noch viel Gestresster. Das Beste ist also, sich einfach die Zeit am Abend vorher oder früh zu nehmen und noch etwas Gemüse zu schneiden, sich ein Brot zu schmieren oder ein gesundes Mittagessen zu kochen. Auch ist es toll, sich einfach einen Smoothie mit auf die Arbeit zu nehmen. Auf keinen Fall solltest du komplett aufs Essen verzichten aber genauso auch nicht auf Fastfood zurück greifen. Probiere das in der stressigen Zeit einmal aus, es kostet zwar wieder Zeit aber dafür fühlst du dich besser und dein Körper kann effektiver mit Stress umgehen.

4. Strategie: Schlafen

Ja ich weiß, du schläfst natürlich in der Nacht – aber wie lange und wie gut? Etwa 6-8 Stunden Schlaf sind „normal“. Jeder Mensch braucht eine andere Schlafdauer aber 3 oder 4 Stunden sind eindeutig zu wenig. Wenn dann auch noch diese Zeit durch Kindergeschrei gestört wird oder man aufschreckt, weil man wieder über den Tag nachgedacht hat, dann fühlt man sich am nächsten Tag wie gerädert.

Was also tun?
Sorge für eine optimale Schlafumgebung. Arbeitsunterlagen haben im Schlafzimmer nichts zu suchen – dieser Ort ist zum Schlafen da! Am besten du fährst schon im Wohnzimmer runter und gehst nicht direkt nach dem Bearbeiten der letzten Unterlagen ins Bett. Vielleicht machst du dir noch ein paar Minuten Musik an, schaust noch eine kurze Serie oder liest noch ein Kapitel in einem Buch, das du nur zum Vergnügen liest.

Die ideale Schlaftemperatur beträgt 16-18 Grad, wichtiger ist aber, dass du dich wohl fühlst. Wähle dir eine schöne Bettwäsche und schlage das Bett auf, so dass du das Gefühl hast, in ein kuschliges Nest zu gelangen. Verdunkle den Raum und lass alle elektronischen Geräte in einem anderen Raum. Lediglich der Wecker darf mit rein.

Und noch ein Tipp für die Eltern von Kleinkindern: Mama arbeitet wieder – also hat sie auch das gleiche Recht auf Schlaf wie der Partner. Teilt euch demnach rein. Euer Kind ist krank oder braucht die Nacht noch etwas mehr Fürsorge, dann gebt ihm das aber dafür ist der Papa genauso zuständig wie die Mama. Euer Kind schläft im Familienbett – Super! Das ist optimal für die Entwicklung aller aber es kann auch zu extrem unruhigem Schlaf führen. Ich konnte z.B. zwischenzeitlich nicht mehr schlafen, obwohl mein Kind fast durchgeschlafen habt. Redet und entscheidet gemeinsam, ob und wie ihr das lösen könnt. Auch Eltern haben Bedürfnisse und ohne die des Kindes zu gefährden, könnt ihr versuchen, ob es auch im eigenen Zimmer schläft. Bei uns war der Wechsel z.B. ohne Tränen und Kampf möglich, gegen 5 kommt der Kleine einfach rüber und alle schlafen besser. Auch ist es möglich, dass Mama oder Papa eine Nacht auf der Couch verbringen, wenn ihr nicht gleich alles umkrempeln wollt, damit schadet ihr eurem Kind nicht, nein, ihr sorgt nur für euch und könnt dann am Tag auch viel besser für eure Lieben (und natürlich die Arbeit) da sein.

5. Strategie: Darüber reden

Ich rede jetzt nicht, von mal einem stressigen Tag, nein ich denke an stressige Wochen und Monate, so stressig, dass man sich nur noch erschöpft und ausgelaugt fühlt. Rede darüber.

Als erstes mit nahestehenden Personen, von denen ihr euch Tipps erwartet, dem Partner, den Eltern, Freunden… oder auch mit dem Arbeitgeber, wenn ihr über euer Pensum arbeitet. Es ist kein Eingeständnis von Schwäche, wenn man sagt, so kann es nicht weitergehen. Besser jetzt die Notbremse ziehen als wenn es komplett zu spät ist. Gestehe dir ein, wenn du keine Vollzeitstelle schaffst, das ist OK, dann stelle einen Antrag auf Teilzeit, gerade mit Kind(ern) ist es kaum möglich alles 100% zu schaffen. Finanziell wird es irgendwie eine Lösung geben, es ist doch viel schlimmer, wenn du ganz ausfällst und ja das musste ich im Bekanntenkreis gerade erleben, dann dauert es viel mehr Zeit und Mühe, wieder reinzukommen als wenn du vorher die Reißleine ziehst. Versuche nicht alles alleine für dich zu lösen sondern rede mit Vertrauenspersonen darüber und lass dir helfen – ggf. sogar professionell, das ist keine Schande sondern zeigt, dass du dich und deine Grenzen erkannt hast.

Alles in allem, ist mit Stress nicht zu spaßen. Natürlich gibt es auch positiven, antreibenden Stress, das ist richtig. Aber genauso kann negativer Stress auch krank machen. Er führt zu Verspannungen, zu körperlichen Krankheitssymptomen und auch eine starke psychische Überbelastung kann hervorgerufen werden bis hin zum Burnout. Also pass auf dich und deine Gesundheit auf!


Wer jetzt noch nicht genug Tipps zum Entspannen bekommen hat oder einfach ein neugieriger Blogger ist, sollte jetzt ganz schnell den Weg zu Sophies Blog finden und auch ihren Artikel zu diesem Thema lesen, den findet ihr hier:

Sophie Leben: https://sophieleben.wordpress.com/

Und ihre Instagram- und Facebook-Seite findet ihr hier:

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Stressmanagement – Entspannungsstrategien für extrem stressige Zeiten

20 Gedanken zu „Stressmanagement – Entspannungsstrategien für extrem stressige Zeiten

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  • 26. Mai 2017 um 1:29
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    Vielen Dank für Deine Anregungen. Nur fällt es mir persönlich leider immer sehr schwer, mich an diese Strategien zu erinnern, WENN ich gestresst bin.

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  • 10. Mai 2017 um 21:22
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    Boah das mit dem Wasserschaden tut mir sehr leid! Ich hoffe das sich das bei dir alles wieder einpendelt!
    Wir hatten damals genauso ärger mit unserem Vermieter. Und wenn ich dran denke, hier irgendwann mal auszuziehen, was der uns alles ankreiden will und kann einfach nur so um uns das Leben schwer zu machen! 🙁

    xxx
    Aimée

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    • 12. Mai 2017 um 22:00
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      Ja, bei uns wird es sich auch noch ziemlich lange hinziehen… naja irgendwann kann man zurück blicken und darüber lächeln. Irgendwann! Ich wünsche dir auch alles Gute liebe Aimeé!

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  • 9. Mai 2017 um 12:14
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    Ein sehr schöner Beitrag!
    Kann dir in allen Punkten zustimmen!
    Entspannung und ein gesunder Ausgleich ist so unfassbar wichtig!
    Liebe Grüße Sarah <3

    Antworten
  • 9. Mai 2017 um 2:53
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    Toller Beitrag, jeder muss mal ein wenig abspannen…einfach mal Handy und Internet weg für ein paar Stunden und einfach mal die Seele baumeln lassen.
    LG Frank

    Antworten
    • 12. Mai 2017 um 22:06
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      Ja das stimmt, einfach mal AUSschalten – vielen Dank, Frank!

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  • 8. Mai 2017 um 23:04
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    Liebe Juli,

    ein schöner Blogpost! Ich bin gerade selbst mega gestresst und spüre dass mein Körper schön langsam streikt. Deine Tipps kommen wie gerufen. Vielen Dank dafür :-)!

    Liebe Grüße und schönen Abend!
    Verena

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    • 12. Mai 2017 um 22:01
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      Vielen Dank! Dann wünsche ich dir auch, dass du zur Ruhe kommen kannst!

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  • 8. Mai 2017 um 22:15
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    Der Stress ist unser ständiger Begleiter. Mal ist es mehr, mal weniger. Jeder hat eine eigene Strategie um sie wieder zu minimieren. Für mich trifft Tipp Nr.2 zu (Einen Ausgleich schaffen). Sobald ich am Wochenende das Spiel meines Lieblingsvereins gucke, vergesse ich alles um mich herum 🙂

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  • 8. Mai 2017 um 21:35
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    Oje, das ist aber blöd, dass bei dir so viele chief gelaufen ist! 🙁 Was bei mir ganz gut gegen Stress hilft ist mal kurz abschalten und laut mit Kopfhörern mein derzeitiges Lieblingslied zu hören. Oder einfach schlafen gehen, das hilft immer! Haha 🙂

    Alles Liebe,
    Laura von http://www.lauratopa.com 🙂

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    • 12. Mai 2017 um 22:02
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      Das stimmt, Musik hören ist auch ein schöner Ausgleich. Ja – eine Mütze voll Schlaf und man fühlt sich neu geboren. 🙂

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  • 8. Mai 2017 um 18:34
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    Also Tipp 1-3 kann ich gerade 100% bestätigen. Habe vor ca 1 1/2 Wochen meinen Master beendet und vor 2 1/2 Wochen meine Masterarbeit abgeben. So ganz ohne Stress gehts dann doch nicht auch wenn er bei mir eher mental war und nicht, dass ich zu wenig Zeit hatte.
    Dann hab ich mit einer Freundin spontan beschlossen, Koffein und Süßigkeiten zu fasten (genau das also, was ich mir in stressigen Zeiten quasi nonstop reinstopfe) und hinter bemerkt, dass das quasi genau die Abgabezeit betrifft. Aber beim Durchziehen hab ich bemerkt, wie viel besser das Arbeiten ging und wie mein ganzer Körper viel fitter war. Gleichzeitig hab ich es durchgezogen 3-5 mal die Wiche Sport zu machen- ein super Ausgleich. Und die Zeit die ich dadurch „verloren“ habe, wurde durch viel produktiveres Arbeiten, Wohlbefinden und störungsfreien Schlaf (den ich sonst in solchen Phasen nie hatte) allemal ausgeglichen.
    Lg 🙂

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    • 12. Mai 2017 um 22:03
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      Ja, ich kann das super nachvollziehen, wenn ich in solchen Zeiten Fastfood zu mir nehme, bin ich nur noch schlapper, bei Gemüse fühle ich mich richtig gut. Das ist bloß nicht immer leicht, es stehen auf Arbeit immer Kekse herum XD

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