NoPoo: Der Überblick

Nopoo, so heißt der Menüpunkt hier und einige Leser werden sich sicherlich fragen, was soll denn das sein? Eine neue Shampoomarke, ein neuer Trend? Ersteres nein, zweiteres hoffentlich! 😉

NoPoo setzt sich aus den englischen Begriffen „No“ für „Nein“ und „Poo“ für „Shampoo“ zusammen – heißt also ohne Shampoo. Das bedeutet wirklich, dass man die Haare ohne traditionelles Shampoo wäscht. Also nur mit Wasser? Jaein. Es ist möglich seine Haare nur mit Wasser zu waschen (ja sogar gar nicht ist möglich) aber das muss nicht sein, NoPoo bedeutet viel mehr, es gibt unheimlich viele Möglichkeiten seine Haare alternativ zu waschen. Einige werde ich in dem folgenden Artikel vorstellen.

Warum ohne Shampoo?

Weil die Kopfhaut so eingerichtet ist, dass sie das nicht braucht. Die Talgproduktion ist nämlich abhängig vom Waschen. Shampoo wäscht diesen regulierenden, ganz normalen Talg aus dem Haar und so wird die Kopfhaut dazu angeregt, noch mehr davon zu produzieren, woraufhin die Haare wieder fettig wirken und man das Gefühl hat, wieder waschen zu müssen – ein Teufelskreislauf… – NoPoo hilft da raus!

Meine Erfahrungen

Ich wasche aktuell im Wechsel mit Lavaerde, Roggenmehl oder Haarseife, also auch schon lange Zeit ohne traditionelles Shampoo. (3 Jahre dürften es mittlerweile sein, mit einer kleinen Unterbrechungen durch Naturshampoos.) Für mich war der Auslöser privater Natur, was zur Folge hatte, dass ich alle krebserregenden Stoffe aus meinem Kosmetikschrank verbannt habe. Zudem sind Silikone und Co. vollkommen unnötig, der Glanz sollte aus meinem Haar selber kommen. Auch haben sich durch die Umstellung die Waschabstände positiv verlängert.

Doch, das Shampoo einfach nur wegzulassen, ist keine gute Idee und schnell werdet ihr das auch aufgeben, da die Haare daran gewöhnt sind und danach nur noch klatschig wirken. Deshalb braucht es einen Plan.

Natronwäsche für den Einstieg

Zunächst: Alle Ablagerungen müssen erst einmal runter auch für Nutzer von Naturshampoos – Das heißt, die Haare erst einmal 2-3 Mal mit Natron waschen. (Achtung wirklich nur das Natron aus der Drogerie verwenden – also Speisenatron!) Danach seht ihr übrigens den wahren Zustand der Haare – das wirkt stumpf und spröde? Das Haar IST stumpf und spröde! Es wird nicht mehr künstlich aufgeputscht. Aber kein Grund zu verzweifeln. Es braucht Zeit, aber das Haar wird sich wieder erholen, gebt dem Experiment 1-2 Monate und ihr werdet die Veränderung spüren und sehen.
Danach entscheidet ihr, welchen Weg ihr gehen wollt. Hier stelle ich euch einige Varianten vor.

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NoPoo – Waschalternativen

1.) Nur Wasser? Die Haare werden nur mit Wasser gewaschen. Dazu braucht ihr Durchhaltekraft (und eine gute Bürste, gebürstet wird nämlich trotzdem) – übrigens jeder Shampoo-Rückfall sorgt dafür, dass ihr praktisch von vorne anfangen müsst, probiert also, wenn ihr es nicht mehr aushaltet, erst die anderen Varianten aus.

(„Sebum only“ klammere ich an dieser Stelle aus, bei dieser Variante wird das Haar komplett nicht gewaschen, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Wen das trotzdem interessiert, dem empfehle ich diesen tollen Blog. Ich folge ihm auch regelmäßig.)

2.) Lavaerde? Das war meine persönliche Einstiegsvariante. Lavaerde ist Wascherde, die Haare werden durch die Reibung damit gereinigt. Zudem nimmt die Erde das Fett auf. Die Haare werden nicht chemisch, sondern physikalisch gereinigt. Einfach 1-2 El in Wasser auflösen und in die Haare geben. Die Reinigung funktioniert super, die Haare werden leicht entfettet und sehen toll aus. Mit der Zeit, hat sich bei mir jedoch das Schuppenproblem verstärkt, deshalb kann ich diese Variante leider nicht mehr ausschließlich verwenden.
Gut zu wissen ist auch noch, dass ihr trotz oder gerade wegen der Lavaerde nicht fettig ausseht, gerade für berufstätige Menschen ist das ganz wichtig.

3.) Haarseife? Die „Kuschelvariante“, die z.B. auch mein Mann macht. 😉 Achtung! Seifen aus Lush und Co. sind nur harte Shampoos – Echte Haarseifen haben keine zusätzlichen Tenside. Es handelt sich hierbei um Naturseifen mit besonderer Überfettung, die sich deshalb für Haut und Haare eignet. Es gibt eine Vielzahl an Sorten und Varianten. Hierfür empfehle ich die Facebook-Gruppe: Leben ohne Shampoo, um sich genauer mit dem Thema zu beschäftigen. Ich verwende aktuell ziemlich hoch überfettete Haarseifen von Bonsai. Diese Seifen erfüllen alle die genannten Kriterien, hier gilt es auszuprobieren, welche ihr am liebsten mögt. Meine Haare mögen beispielsweise kein Kokosöl, also kaufe ich welche ohne dieses Öl.

4.) Roggenmehl? Das habe ich auch schon mehrfach ausprobiert. Die Anwendung ist ähnlich wie bei Lavaerde: Einfach 1-2 El in Wasser auflösen und in die Haare geben. Die Reinigung funktioniert etwas sanfter als bei Lavaerde, wenn man es länger stehen lässt, ist der Pflegeeffekt größer und der Reinigungseffekt wird kleiner, beides funktioniert bei mir sehr gut.

5.) Etwas ganz anderes. Checkt die Inhaltsstoffe eurer Produkte und probiert einfach aus. Auch ich probiere regelmäßig ganz viel aus und werde die Liste hier regelmäßig ergänzen. Aktuell teste ich beispielsweise Haarkräuter, mein Testbericht wird folgen.

NoPoo heißt nicht, dass man starr etwas anderes machen muss und ab nun nur noch mit fettigen Haaren durch die Gegend geht, ich habe einige Alternativen genannt, die ihr ausprobieren könnt. Für den Anfang empfehle ich, erst einmal eine Variante durchzuhalten, bis sich die Haare umgestellt haben (wenn es gar nicht geht, könnt ihr da natürlich noch einmal wechseln) aber nur so könnt ihr feststellen, was wirklich auf Dauer bei euch geht. Mit der Zeit, werdet ihr dann wahrscheinlich sowieso experimentierfreudiger.

RINSE

Die meisten NoPoo-Varianten, die ich gerade vorgestellt habe, haben eins gemeinsam, sie brauchen in eine Rinse danach. Diese hat zum Zweck, dass der Kalk aus dem Wasser neutralisiert wird und die Haare wieder schön glänzen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder man gibt Zitrone oder Essig (1-2 EL) in 0,5-1l Wasser und spült die Haare am Ende damit. Ob ihr das dann noch einmal auswaschen wollt oder drinnen lasst, müsst ihr ausprobieren.

Aber stinkt das nicht?

Nein! Wem irgendein Geruch unangenehm ist, der kann einige Tropfen ätherische Öle ins Wasser geben und auf das Haar sprühen, aber prinzipiell ist das nicht nötig. Die Haare riechen ganz normal, es ist noch niemanden in meiner Umgebung ein komischer Geruch aufgefallen, natürlich pflegt und wäscht man sie auch regelmäßig, „No Poo“ heißt ja nicht, nicht waschen sondern einfach nur mit anderen Sachen waschen als mit Shampoo.

Auch Haarkuren, Öle etc. sind möglich zu verwenden, ab und an werde ich dafür auch das eine oder andere Rezept posten und dann hierauf verweisen, so dass ihr wisst, warum ich das mache.

Alles in allem muss ich sagen, dass meine Haare dank der Umstellung viel schöner geworden sind, die Waschabstände dauern länger an, die Kopfhaut ist besser und sie sind dichter geworden. Und auch mein Kind hat eine wunderschöne Kopfhaut und tolle glänzende Haare, deshalb kommt bei uns kein traditionelles Shampoo mehr ins Haus.

NoPoo: Der Überblick
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Juli

Lehrerin. Trageberaterin. Bloggerin.
Auf meinem Blog teile ich besondere Gedanken, Momente und Aktionen sowie Ideen und Anregungen rund um meinen „grünen Lifestlye“. Unter dem Motto „bewusst leben“ könnt ihr meine Reise mitverfolgen. Ich bin Juli, 29, Lehrerin, Trageberaterin und Einwohnerin der schönen Lutherstadt Wittenberg. Zudem bin ich verheiratet und Mutter eines kleinen Sohnes.
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6 Gedanken zu „NoPoo: Der Überblick

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