167 Dinge – Nachhaltigkeit im Badezimmer

*Achtung: In dem Artikel räume ich mein gesamtes Badezimmer auf. Ihr seht also, was dort so ist und damit auch ganz viele verschiedene Marken und Produkte. Ich muss euch also vor Werbung deswegen warnen. Aber die Dinge sind halt in meinem Schrank. Die haben sich mit der Zeit angesammelt. Manche würde ich empfehlen, manche nicht. Auf jeden Fall sollen sie keine Schleichwerbung darstellen.*

Nachdem ich letzten den Film “100 Dinge” (*unbezahlte Werbung*) im Kino geschaut habe, war ich wirklich inspiriert. Er drückt auf sehr anschauliche Weise aus, dass wir alles haben und doch nicht wissen, was wir wollen.

Ich finde ja, wenn es ums Thema Nachhaltigkeit geht, gibt es mehr als nur “ich habe die und die Produkte, und die sind nachhaltig”. Klar, was Verbrauchsgegenstände angeht, ist das die richtige Einstellung. Aber sich die Frage zu stellen, welche Dinge brauche ich und welche nicht, ist genauso wichtig. Wenn ich gar nichts kaufe, verbrauche ich auch gar keine Ressourcen. Und dann habe ich halt einfach viele Dinge schon. Diese wegzuwerfen und durch nachhaltigere Produkte zu ersetzen ist ja erst recht Quatsch.

Daher passt es doch ganz gut, mal zu analysieren, was sich alles so angesammelt hat und was davon benötigt wird. Ich fand es schon ein wenig erschreckend, was ich alles so gefunden habe und es hilft mir, noch bewusster einzukaufen.

Analysiere, welche “Dinge” im Badezimmer sind

Ich war von dem Film also so sehr inspiriert, dass ich direkt unser Badezimmer aufgeräumt habe und dabei mal gezählt habe, wie viel Gegenstände im Bad sind. Ich kam auf 167! Dabei habe ich noch ein wenig geschummelt – es wurde nicht jede Haarklemme, jeder Zopfhalter und jedes Wattestäbchen extra gezählt und die aussortierten Dinge wurden auch nicht mehr mitgezählt. Darauf kam es mir auch gar nicht an. Ich wollt nur ungefähr wissen, wie viele Dinge ich dort habe.

Meine 167 Dinge aus dem Bad

Welche Dinge habe ich, welche brauche ich

Danach habe ich angefangen, alle Dinge wieder in die Schränke ein zu sortieren. Dabei habe ich verschiedene Kategorien gebildet, und mir überlegt, was ich in der jeweiligen Kategorie an Gegenständen eigentlich wirklich brauche bzw. regelmäßig nutze.

Seife & Co

Eigentlich dachte ich, dass ich mit meinen Pflegeprodukten in der Dusche recht bescheiden bin. Aber meine letzte Seifenbestellung ist etwas ausgeartet, was sicher auch an der Vermeidung von unnötigen Portokosten liegt. Außerdem, der eigentlich wichtigere Punkt wie ich finde, ist eine große Bestellung im Jahr ökologisch besser ist als 12 kleine. Und dann kommt noch die ein oder andere Seife auf diversen Märkten hinzu. Und die Lavaerde von früheren Experimenten ist auch noch nicht aufgebraucht. Und dann hier und da ein Döschen zum Aufbewahren. Und schon haben sich in dieser Kategorie 28 Dinge angesammelt.

Was ich eigentlich brauche? Ein Stück Seife für die Dusche, eins fürs Waschbecken und eine Box zum Transportieren. Schon ein Unterschied, oder? Und wenn ich ganz ehrlich bin, nur Wasser tuts doch eigentlich auch …

Möbel/Einrichtung

Unsere Inneneinrichtung ist eigentlich recht sparsam. Ich zähle 5 Möbelstücke. Alle haben wir von unseren Vormietern übernommen: Der Schrank unter dem Waschbecken, ein Spiegelschrank, ein kleines Regal an der Wand, ein Wäschetrockner über der Dusche und eine Handtuchstange mit Saugnäpfen für Handtücher. Okay, das Letztere ist von uns, haben wir aber auch schon sehr lange.

Putzen

Bei unseren Putzutensilien bin ich ein wenig erschrocken. Ich muss ja gestehen, dass ich meistens die Küche in Ordnung halte und unser Bad übernimmt mein Freund. Es haben sich dort echt viele Lappen angesammelt. Insgesamt habe ich 18 Dinge gezählt.

Anmerkung von meinem Freund: Die Lappen haben sich alle angesammelt und wurden letztens gewaschen. Sie also zu waschen und weiterzuverwenden ist sicher sinnvoller als wegzuwerfen. Dennoch war ich von dem Haufen etwas überrascht.

In dem Badreiniger ist schon lange kein Badreiniger mehr – nur noch Wasser, Essig und Spüli. Die Flasche ist also auch nur Mittel zum Zweck.

Der Glasreiniger stammt noch von unserer Kanutour in Polen – irgendwann gingen unsere Brillen von der Sonnencreme usw. einfach nicht mehr sauber.

Ein wenig lässt sich sicher reduzieren, aber allzu verschwenderisch fühle ich mich jetzt nicht.

Zahnpflege

Auch hier bildet der Vorrat eine große Masse. Ich komme auf 20 Dinge.

Wir nehmen seit Jahren Xylit statt Mundwasser. Es gibt auch umweltfreundlichere Verpackungen. Genau genommen haben wir in der Vergangenheit auch plastikfreie Verpackungen genutzt. Bei der letzten Bestellung, habe ich leider nicht richtig aufgepasst. Auf dem Foto sah es wie Papierverpackungen und unsere alten Xylittüten aus. Als die Bestellung ankam, war ich echt sauer. Aber das Paket zurück zu schicken, hätte ich auch lächerlich gefunden. Also muss ich das nächste Mal einfach besser aufpassen. Vielleicht stellen die ja auch ihre Verpackungen um, und das sind noch die alten? Es wäre wünschenswert.

Naja, was ich eigentlich brauche? Normale Zahnputzutensilien, Xylit, Zahnseide und zugehörige Transportboxen. Die kleine Dose für das Xylit ist übrigens selbst bemalt.

Und ja, da stehen noch Plastikzahnbürsten. Ich habe den Umstieg bisher noch nicht geschafft. Die Borsten waren nie weich genug. Und auch die Zahnseide erzeugt ziemlich viel Müll, wenn ich das auf dem Foto so sehe. Ich frage mich gerade, ob es da bessere Alternativen gibt. Jaja, der Mensch, das Gewohnheitstier…

Haare

Hier hat sich auch einiges angesammelt und ich zähle 11 Dinge. Wie gesagt, ich habe nicht alle Haarklemmen und Zopfgummis einzeln gezählt. Da wir beide kein Shampoo mehr nutzen, und ich fast gar nicht mehr wasche, ist eine gute Bürste unverzichtbar. Wen es interessiert: Hier könnt ihr nachlesen, wie ich meine Haare pflege und reinige. Also 2 Bürsten, ein Kamm, ein Bürstenreiniger, 2 Zopfhalter (für jeden einen) und eine Friseurschere sollten bleiben. Auf die restlichen Spangen könnte ich auch verzichten. Der Haarreif stammt übrigens noch von meinem Freund, als er sich den Pony hat wachsen lassen.

Duft

Wie sich doch Parfüm und Deo so ansammelt. Ich zähle in der Kategorie 11 Dinge. Vier von fünf Parfümfläschchen sind im Übrigen von meinem Freund. Fast alles Weihnachtsgeschenke, die sich angesammelt haben.

Beim Deo muss ich sagen, dass ich immer mal wenn ich Lust hab, was gekauft und ausprobiert habe. Mittlerweile habe ich eine Deocreme, mit der ich gut zurecht komme. Gekauft auf einem lokalen Winterzaubermarkt. Als ich letztens genauer drauf geschaut habe, dann stand da “made in USA”. Wahrscheinlich ist das Glas gemeint. Trotzdem, warum muss man immer so doll aufpassen, dass kleine lokale Aussteller auf kleinen lokalen Märkten auch ausschließlich lokale Produkte anbieten?

Naja, auf sein Parfüm mag ich nicht 100 % verzichten. Das Aftershave von ihm würde ich nicht einfach verbannen (ist zumindest sein Ding und da muss und darf er selbst entscheiden) und die Deocreme. Der Rest fällt in die Kategorie “Vorrat”, “unnötig” oder “brauch sehr lange um irgendwann aufgebraucht zu sein”.
Auf jeden Fall sehe ich sehr deutlich, dass erst einmal alle Deos aufgebrauchten muss, bevor wieder neue gekauft werden. Wie lange das wohl dauert?

Pflege

Auch in der Kategorie Pflegeprodukte zähle ich 11 Dinge. Wobei ich nicht genau wusste, wie ich die Kategorie nennen soll. Ich weiß, Kokosöl ist auch nicht immer unbedenklich, was die Herstellung angeht. Aber so ein Glas hält sich im Badezimmer bestimmt 1 Jahr. Damit kann ich leben. Einmal Massageöl würde ich behalten, die Sonnencreme ist vernünftig und ein wenig Mandelöl kommt hin und wieder in meine Haare. Der Rest: Geschenke oder mal wieder zu viel gekauft.

Rasur

Ich zähle 17. Ich weiß gar nicht, warum wir so viel haben. Das Meiste ist seins😉 Deswegen könnte ich auch nur wenig aussortieren. Auf jeden Fall brauch er sicher nicht so viele Rasierklingen wie da liegen. Ich nutze mittlerweile einen Rasierhobel, den würde ich ungern abgeben. Außerdem habe ich einen Klingenaufsatz für seinen elektrischen Rasierer.

Augen

Hier weiß ich schon von vorn herein, dass alles unnötig ist. Ich zähle 8 Dinge (wieder nur grob gezählt). Und Kontaktlinsen sind unnötig. Aber das sind die Dinge, bei denen ich bewusst sündige. Mit bin ich deswegen nicht ganz glücklich, ohne aber auch nicht. Gerade weil ich viel Sport mache: Badminton, Squash, Yoga, Trampolin – alles ist mit Brille irgendwie doof. Aber die Verpackungen und die Linsen selbst sind so unnötig. Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Ich hab im übrigen Monatslinsen, das ist wenigstens weniger Müll als Tageslinsen.

Monatshygiene

Hier zähle ich 2 Dinge: Meine Tasse und Slipeinlagen. An Stoffeinlagen habe ich mich bisher noch nicht ran getraut. Ich glaube, ich habe mir einfach noch nicht die Zeit genommen, mich damit zu beschäftigen.

Sonstige Pflege

Wie auch immer die Kategorie heißen soll, die fünf Dinge sind dieses Mal leicht zu zählen. Das wir manche Dinge doppelt im Schrank haben, liegt ganz einfach am Zusammenziehen. Eine Ausgabe davon würde natürlich reichen.

Sonstiges

Alles was noch so anfällt: Ich zähle 22 Dinge. Das Haarshampoo ist im übrigen nur zum Schuhe waschen. Ich war sehr erstaunt, als ich überhaupt noch Shampoo in unserem Bad gefunden hatte. Das Meiste ist sicher unnötig.

Wobei so Dinge wie Fugenreiniger – klar ist das nicht gut für die Umwelt und wird nicht regelmäßig benötigt. Aber wenn in der Dusche einfach zu viel Schimmel ist, wird der entfernt. Was der umweltfreundlichste und beste Weg ist, um das umzusetzen? Ich habe keine Ahnung. Jetzt ist er weg und die Reste davon sind nun einmal da.

Was wieder gerne in den Schrank kommt? Die Waschtaschen, die Handbürste, Wattestäbchen und der Schmuck. Und die Sockenklammern. Ganz klar nicht gut für die Umwelt, aber ich mag einfach nicht mehr ohne. Der ganze schwarze Haufen an Socken hat mich einfach jedes Mal so genervt…

Sonstige Einrichtung

An sonstigen Gegenständen der Einrichtung zähle ich 9 Dinge. Verzichten mag ich eigentlich nur auf den Seifenhalter in der Dusche. Der stammt aber auch noch von unseren Vormietern und wird somit einfach mit genutzt.

Stapel des Überflüssigem

Wie viel in diese Kategorie fällt könnt ihr selbst ausrechnen. Ich bleibe bei “zu viel“.

Der Vorrat-Unnütz-Stapel

Die Schränke wieder einräumen

Ich habe zunächst alles in die Schränke zurück geräumt, von dem ich dachte, dass ich es auch irgendwie brauche. Als ich damit fertig war, war der Stapel Vorräte/Unnützes immer noch recht groß. Es fiel mir wirklich schwer, dies alle wieder in den Schränken zu verstauen. Aber Wegwerfen wäre auch falsch gewesen.

Aber seht selbst, wie das Bad eingeräumt aussieht, wenn nur das drin ist, was ich wirklich (regelmäßig) brauche bzw. nutze und wenn alles wieder drin ist. Die linke Seite sieht wirklich so viel schöner und geordneter aus. Es steht viel weniger herum und man findet sofort, was man braucht.

Aber auch so sieht es viel besser aus als vorher. Ich konnte alles neu ordnen und auch ein wenig nach Wichtigkeit anordnen. Ein paar Dinge wurden auch aussortiert. Von vorher gibts aber kein Foto, da war noch nicht geputzt 😬

Fazit

Ich habe viel zu viele Vorräte. Was brauche ich wirklich? Auch wenn viele Dinge vielleicht die bessere Alternative sind, zu viel ist zu viel. Und sich das, was sich so angesammelt hat, einmal vor Augen zu führen, hat mich viel bewusster dafür gemacht. In nächster Zeit wird erst einmal nichts gekauft.

In welchen Kategorien fällt Müll an? Als alles so auf einem Haufen lag, sah ich den Müll erst einmal bewusst. Im Schrank ist der mir nie aufgefallen. Auch hier komme ich ins Nachdenken, wie ich den reduzieren kann.

Dennoch: Ich habe ein paar tolle Sachen in meinem Badezimmer, auf die ich stolz bin und die sicher eine nachhaltigere Alternative sind. Die stelle ich euch noch gesondert noch vor. Die meisten wurden direkt so gekauft und haben nichts ersetzt.

Ich sehe aber auch, dass, zum Beispiel in der Kategorie Zahnpflege noch ganz viel Luft nach oben ist. Habt ihr Tipps für mich? Ich würde mich sehr freuen!